Regensburg, 21. März 2003 - Bericht

Wenn die Muskulatur streikt Muskelkater und Muskelkrämpfe können verschiedene Ursachen haben

Bis zu 30 Prozent aller Sportverletzungen sind Verletzungen der Muskulatur. Die Bedeutung der Muskelverletzung wird aber häufig unterschätzt, weil die Patienten meistens sehr rasch wieder ihren regelmäßigen täglichen Aktivitäten nachgehen können und dabei auch relativ schmerzfrei sind. Viele Verletzungen benötigen jedoch noch einen längeren Zeitraum bis zur völligen Ausheilung. Leichtere, aber durchaus schmerzhafte Formen der Muskelverletzung sind der Muskelkater und der Muskelkrampf.

Der Muskelkater

Nach einem anstrengenden Training, speziell in der Vorbereitungsphase, kann es zu dem typischen Bild eines Muskelkaters mit Bewegungsschmerz im Bereich der Muskulatur kommen. Dabei entstehen kleinste Einrisse im Muskel mit gleichzeitig auftretender leichter Schwellung. Der Muskelkater selber ist kein ernsthaftes Problem und verschwindet ohne weitere Therapie nach einigen Tagen. Sollte ein Sportler über Muskelkater klagen, ist es sinnvoll, das Training etwas zu verändern und die lntensivität zu reduzieren. Wichtig ist es auch für den Übungsleiter, das Trainingspensum zu Beginn einer neuen Saison behutsam aufzubauen.

Muskelkrämpfe

Am häufigsten treten Muskelkrämpfe bei Athleten mit einer hohen Ausdauerbelastung wie etwa im Verlaufe eines Fußballspieles oder eines Langstreckenlaufes auf. Der exakte Entstehungsmechanismus für einen Muskelkrampf ist noch nicht bekannt, jedoch gibt es verschiedene Ursachen, welche die Entstehung von Muskelkrämpfen begünstigen können: Die wahrscheinlichste Ursache ist wohl ein größerer Flüssigkeitsverlust im Laufe einer stärkeren Belastung und dann womöglich noch bei warmer Witterung. Jedoch können auch leichte mechanische Veränderungen, zum Beispiel eng sitzende Socken oder zu eng geschnürte Schuhe, Kälte oder auch Krampfadern die Entstehung von Muskelkrämpfen begünstigen. Der Muskelkrampf wird im Grunde genommen dadurch behoben, daß die entsprechende Muskulatur vorsichtig wieder aufgedehnt und leicht massiert wird. Auf keinen Fall sollte ein verkrampfter Muskel mit großer gegenläufiger Gewalt aufgedehnt werden, da es dabei nur zu noch weiteren Verletzungen im Bereich der Muskulatur kommen kann. Um Krämpfen vorzubeugen, sollte sich jeder Sportler vor der Belastung intensiv aufwärmen und intensiv dehnen. Während der sportlichen Belastung sollte genügend Flüssigkeit aufgenommen werden und auf eine korrekt sitzende Ausrüstung sollte ebenfalls geachtet werden. Sollte es bei einem Sportler trotzdem häufig zu Krämpfen kommen, muß eine ärztliche Untersuchung (Blutabnahme) durchgeführt werden, um nach spezifischen Ursachen zu forschen.