[Bericht von Oberpfalznet.de] - [ Kommentar Kurt Ring ] Floß/Altenstadt/WN, 05. Juni 2003 - Bericht

Flosser Lauf trifft Bannstrahl Verband droht Teilnehmern mit Wettkampfsperre - Turnverein denkt an BLV-Austritt

Floß/Altenstadt/WN, 05. Juni 2003 (af) - Für Athleten, die am 28. Juni beim Volkslauf (OVL)-Cup in Floß starten wollen, wird es eng. Im Fall einer Teilnahme droht den Läufern eine befristete Wettkampfsperre für alle Meisterschaften, für die ein Starterpass des Bayerischen Leichtathletikverbandes (BLV) benötigt wird. Beim TV Floß kochen die Gemüter hoch. "Wir überlegen, ob wir nicht aus dem BLV austreten", sagt TV-Abteilungsleiter Heinz Kett.

Statuten eindeutig

Zwischen dem TV Floß und SV Altenstadt/WN schwelt bereits seit Monaten ein Terminstreit. Beide Vereine wollen am Samstag, 28. Juni, einen Straßenlauf durchführen. In Floß soll zusammen mit der Marktmeisterschaft eine Veranstaltung des OVL über die Bühne gehen, die Altenstädter laden im Rahmen des Götting-Cups ein. Eine Situation, die nicht mit den Verbandsstatuten vereinbar ist. "In einem Radius von 50 Kilometer dürfen an einem Tag keine zwei Läufe stattfinden", unterstreicht BLV-Laufwart Willi Wahl (Adelsdorf).

Der Landesfunktionär stellt klipp und klar fest, dass die vom Leichtathletikbezirk Oberpfalz herausgegebene Warnung rechtens ist: "Der SV Altenstadt/WN hat als erstes für diesen Termin gemeldet." Wahl glaubt, dass die Androhung einer Sperre "nicht ins Leere laufen wird." Wahl: "Die Sache ist sehr ernst gemeint. Jeder Startpassinhaber läuft Gefahr, sich für die nächsten Meisterschaften zu disqualifizieren." Wie lange eine Sperre dauern könnte, will er nicht beurteilen: "Das ist Sache unseres Rechtsausschusses."

Beim TV Floß will man trotz der schweren Geschütze nicht klein beigeben. "Uns ist die frühzeitige Anmeldung durch die Lappen gegangen", räumt Heinz Kett ein. "Aber ich kann mit dem Problem leben." Der Marktlauf in Floß sei eine Traditionsveranstaltung mit bis zu 350 Teilnehmern und in ein seit August 2002 geplantes Sportwochenende integriert, "das können wir nicht einfach über den Haufen werfen." Kett wirft dem Verband vor, mit zweierlei Maß zu messen: "Letztes Wochenende fanden in Mitterteich und Windischeschenbach zwei Laufveranstaltungen an einem Tag statt. Und eine Woche später geht das nicht. Vielleicht weil wir keine Verbandsfunktionäre sind? Das lassen wir uns nicht gefallen." Kett kündigte an, einen Austritt aus dem BLV zu überprüfen: "Dann sind wir nur noch eine Skiabteilung und entziehen uns den BLV-Regularien."

Unnötig auf Konfrontation

Schützenhilfe erhält Kett von Alfred Lippert, Organisator des OVL-Cups und bis 2002 Laufwart im BLV. "Da wird etwas auf dem Rücken der Athleten ausgetragen." Laut Kett betrifft eine mögliche Sperre höchstens zehn Prozent der Läufer, die in Floß antreten: "Es wird unnötig auf Konfrontation gegangen. Jeder soll doch laufen, wo er will."

Auf sein Vorrecht pocht dagegen der SV Altenstadt/WN. Georg Hofmeister, zugleich Bezirks-Lehrwart, sieht keinen Grund für einen Rückzieher. "Wir haben den Termin bereits im Juli festgelegt und als erstes beim BLV gemeldet. Wenn dann für den gleichen Tag eine ähnliche Veranstaltung nachgeschoben wird, machen wir da nicht mit." Der Götting-Cup-Lauf sei Bestandteil des SV-Sommerfestes, "und dafür haben wir riesige Vorbereitungen getroffen." Einem gütlichen Vorschlag, den OVL-Cup-Lauf um einen Tag zu verlegen, sei der TV Floß nicht gefolgt. Hofmeister: "Deshalb läuft nun alles den rechtlichen Weg."

Für Willi Wahl ist der Grabenkampf Ausdruck von tiefen Rissen im Leichtathletikbezirk Oberpfalz: "Es gibt in keinem anderen Bezirk soviele Querelen." Wahl hat bereits ein Schreiben verfasst, in dem er die Oberpfälzer Funktionäre an einen runden Tisch bittet: "Da muss man endlich über wunde Punkte reden und einen Schlusstrich ziehen."

von Oberpfalznet.de