[ Bericht von Oberpfalznet.de ] - [Kommentar Kurt Ring] Regensburg/Floß/Altenstadt/WN, 05. Juni 2003 - Kommentar

Ein Streit, der niemanden etwas bringt Altenstadt und Floss raufen um einen Termin

Regensburg/Floß/Altenstadt/WN, 05. Juni 2003 (orv) - Zwei Veranstalter wollen am gleichen Tag einen Lauf veranstalten. Kein Problem, denkt man, wäre da nicht die geographische Nähe der Eventorte und eine im Grunde nicht notwendige Regel, weil sie unterm Strich nichts bringt und zwar für niemanden. Nicht so in der nördlichen Oberpfalz, wo sich der SV Altenstadt und der TV Floss inzwischen bis auf’s Messer streiten, wer nun am 28. Juni den Startschuss abgeben darf.

Die Regel

Der Bayerische Leichtathletik Verband hat in seinen Statuten für die Volksläufe festgelegt, dass am selben Tag für zwei gleichzeitig stattfindende Volksläufe innerhalb eines Radius von 50 km ohne der ausdrücklichen Einverständniserklärung beider Ausrichter, für den Veranstalter die Genehmigung erteilt wird, der sich beim Landesverband zuerst angemeldet hat. In diesem Fall war das unmissverständlich der SV Altenstadt Die Begründung des TV Floss, er hätte den Meldetermine übersehen, kann als Entschuldigung akzeptiert werden, für den eigentlichen Sachzusammenhang hat sie jedoch keinen unmittelbaren Einfluss. So weit so gut, objektiv betrachtet bleibt Ganzes aber unwirksam, weil ein Veranstalter eines Laufevents schlicht und einfach das Spektakel gar nicht beim Leichtathletik Verband anmelden muss, selbst die örtliche Feuerwehr einen solchen Wettlauf ohne Zustimmung veranstalten kann. Den meist nur „just for fun“ mitlaufenden Teilnehmern Sanktionen in Form von Meisterschaftssperren anzudrohen, ist überzogen, weil jene fast ausschließlich an solchen sowieso nicht teilnehmen und gar nicht wissen, was ein Startpass ist.

Auch Läufe unterliegen den Regeln der Marktwirtschaft

Ganz abgesehen davon, dass es hier stark nach einer Verteidigung alter Pfründe riecht, ist trotzdem nicht einzusehen, warum man die Läuferschar nicht selbst abstimmen lässt, wer nun der beliebtere der beiden ist. Dies ist zwar für den (die) meist mit Herzblut ehrenamtlich tätigen Macher emotionell schwer zu erfassen, weil Konkurrenz halt Teilnehmer und damit Einnahmen kostet, sollte aber in einer freiheitlich geordneten Gesellschaftsform, wie sie wir nun mal haben, eigentlich möglich sein. Der „Bessere“ setzt sich eben durch. So nebenbei wird’s der Qualität auch nicht schaden, weil Konkurrenz keine Lässigkeit im Handeln zulässt. Da wird viel Energie in eigentlich unnütze Streitereien gesteckt, die bei der Organisation der Läufe selbst besser aufgehoben wäre.

Die Gschaftlhuber haben Hochkonjunktur

Natürlich lockt solch ein Kriegsschauplatz auch alle „Gschaftlhuber“ aus ihren Löchern heraus, die meinen, zu allem ihrem Senf dazu abgeben zu müssen, dabei nie vergessen, ihre am Rande beteiligten „Intimfeinde“ auch gleich noch heftig zu verunglimpfen. Selbst hält sich diese Spezies von „Mitarbeitern“ natürlich für die Inkarnation des sauberen Sports und überhaupt, wenn’s den nicht für die übrige Welt überlebensnotwendig wäre, hätte man ja sowieso nichts gesagt. So wird dann eine Kleinigkeit, die im vernünftigen Gespräch der wirklich beteiligten Personen leicht gelöst hätte werden können, breit getreten bis zum „Geht nicht mehr“. Der daraus resultiernde Flächenbrand breitet sich unaufhaltsam aus.

von Kurt Ring