Domspitzmilch Springen Regensburg, Neupfarrplatz, 22. Juni 2002 - Bericht

Stabhochsprungshow soll wieder tausende Regensburger in den Bann ziehen

2002-06-22_neupfarrplatz_lokalbericht Regensburg, 19. Juni 2002 (orv) - Ein wenig werden Stadtbummler auf den Freisitzen rund um den Neupfarrplatz wieder rätseln, wenn am Freitagnachmittag die Lastwägen der Milchwerke anrollen und seltsame Gegenstände ausladen. So nach und nach entpuppt sich das Ganze dann als Laufsteg, aber keineswegs für die langen Beine von aufregenden Models. Aufregung verspricht der Aufbau der über vierzig Meter langen Anlaufbahn dann dennoch in Fülle. Auf der werden nämlich am Samstag ein Dutzend Stabhochspringer der Weltklasse ihr Können zeigen und sich in luftige Höhen annähernd sechs Metern schwingen. Das Spektakulum heißt Domspitzmilchspringen. "Domspitzmilch" für die Gönner von den Regensburger Milchwerken, die in Zusammenarbeit mit Daimler-Chrysler und Coca-Cola die Show finazieren, und "Springen" für die leichtathletische Disziplin Stabhochsprung. Wenn die Männer und Frauen mit ihren bis zu fünf Meter langen Glasfiberstäben im Hundert-Meter-Sprinttempo am Samstag ab elf Uhr anlaufen, geht meist ein bewunderndes Raunen durch die oft nur zufällig verweilende Zuschauermenge. Wenn der Stab sich dann mit aller Macht in den Einstichkasten rammt, der muskulöse Körper des Athleten unter dem bis zum Zerreissen gebogenen Sportgerät hängt, entlockt es dann vielen Begeisterten Worte wie "Wahnsinn" oder "einfach irre - am Fernseher sieht man das nicht so toll". Das ist dann ganz im Sinne der Macher von der LG Domspitzmilch Regensburg, die ihren Sport einfach einmal "live" zu den Leuten bringen wollen. Ins Uni-Stadion, wenn die alljährlichen Meetings stattfinden, verirrt sich selten ein Außenstehender, die hart gesottenen Fans, wie sie der Fußball oder Eishockey hat, die bei jedem Wetter ihre Lieblinge unterstützen, hat die olympische Kernsportart Nummer eins in der Domstadt nicht. So packt die LG Domspitzmilch nebst dem aufwendig erstellten Anlaufsteg auch noch das riesige Sprungkissen aus dem Uni-Stadion auf den Neupfarrplatz und errichtet innerhalb weniger Stunden eine richtige Sportarena. Spätestens dann, wenn die Stimme Regensburgs, Armin Wolf von Radio Charivari die ersten Fünf-Meter-Sprünge ankündigt, hofft man bei der rührigen Regensburger Sport-Gemeinschaft auf eine dicht gedrängte Zuschauermenge, die den Athleten/Innen dann den richtigen Drive über die Latte vermittelt. 5,42 Meter hoch liegt der Neupfarrplatzrekord und einer, der dies im letzten Jahr geschafft hat, ist auch wieder da. Aus der goldenen Stadt Prag kommt der tschechische Meister Martin Kysela mit einer Bestleistung von 5,70 und herausgefordert wird er von keinem Geringeren als dem russischen Juniorenweltmeister Alexej Kharafin, der immerhin auch schon 5,56 stehen hat. Mit der nötigen Publikumsunterstützung sollte es auch Lokalmatador Gregor Neumann gelingen, die fünf Meter wieder glatt zu packen. Seinen Hausrekord ist er vor zwei Jahren bei diesem Meeting mit genau 5,11 m gesprungen. Die Weltklasse der Damen beginnt bei einer Höhe von vier Metern. Diese Leistung haben schon vier Springerinnen, die am Samstag am Neupfarrplatz antreten, geschafft. Allen voran Iris Hill, die Lokalmatadorin der LG Domspitzmilch, die sich sogar schon einmal über luftige 4,25 geschwungen hat.