Bayerische Meisterschaften für Männer/Frauen/SchülerklassenRegensburg - Uni-Stadion, 20./21. Juli 2002 - Vorschau

Über 1300 Meldungen für die Bayerischen Meisterschaften der Männer, Frauen, Schülerklassen

2002-07-20_blv_aktive_02_hauptvorschau Regensburg, 15. Juli 2002 (orv) - Nach vier Jahren werden im Regensburger Uni-Stadion an diesem Wochenende wieder einmal die Bayerischen Leichtathletik Meister/Innen gekürt. Über 1000 Athleten/Innen mit über 1300 Nennungen sorgen bei den mit den Landesschülermeisterschaften gekoppelten Titelkämpfen der Männer und Frauen für ein randvolles Programm bis in den Samstag- bzw. Sonntagabend hinein. Obwohl einige Stars aus der weißblauen Szene aus den verschiedensten Gründen fehlen werden, kann man durchaus in allen Wettbewerben spannende Wettbewerbe auf hohem Niveau erwarten. Die Ausrichtung liegt erneut in den bewährten Händen der LG Domspitzmilch in Zusammenarbeit mit dem LA-Kreis/Bezirk Oberpfalz, dem Sportamt der Stadt Regensburg und dem Sportzentrum der Uni. Im Sprint der Männer ist die Situation nach dem Wettkampfunfall von Titelverteidiger Marc-Oliver Schmidtchen (TSV Gräfelfing) beim Meeting in Germering offener denn je. Erholt sich der Gräfelfinger wieder, geht die Titelvergabe über 100/200 m nur über ihn. Ansonsten stehen auf der kürzeren Distanz der noch B-Jugendliche Joachim Welz (TSV Schongau) oder vielleicht auch der letztjährige deutsche Jugendmeister Hansi Fischer (LAC Quelle Fürth/München) parat. Auf der doppelt so langen Strecke haben Viertelmeiler Ingmar Ipach (TSV Gräfelfing), der bayerische Hallenmeister Christian Wotruba (ESV 27 Regensburg) und sogar der bayerische Zehnkampfmeister und Lokalmatador Peter Hargasser (LG Domspitzmilch) hervorragende Chancen, ganz vorne zu landen. Über die 400 m wird natürlich im Lager der Regensburger Senkrechtstarter Stephan Wittl, derzeit bei der Junioren-WM beschäftigt, schmerzlich vermisst. Mit einer 49,50 könnten daher die Eckl-Brüder aus Straubing zu Meisterehren kommen. Auf den Mittelstrecken 800 m und 1500 m führt kein Weg an den Fürthern Jason Stewart und Christian Knoblich vorbei, Titelverteidiger German Hehn (LG Domspitzmilch) ist verletzt und muss zuschauen. Über 5000 m muss Favorit Habib Boukechab (LAC Quelle Fürth/München) schon auf's Tempo drücken um die heuer auf 14:42 und 14:49 verbesserten Thomas Schid (LG Domspitzmilch) und Konrad Kufner (LG Passau) entscheidend abhängen zu können. Auch über die doppelt so lange Distanz werden es mit Dennis Pyka und Wolfgang Kohnen zwei Domspitzmilch-Läufer sein, die den erneuten Triumph von Daniel Pickl (LG Rupertiwinkel) am ehesten verhindern können. 2002-07-20_blv_aktive_02_hauptvorschau Die kurze Hürdenstrecke steht ganz im Zeichen der beiden Domspitzmilch-Zehnkämpfer Peter Hargasser und Florian Schönbeck, die daneben auch noch den Weitsprung und den Stabhochsprung dominieren sollten, dort zusammen mit Altmeister und Teamkollegen Gregor Neumann. Im Dreisprung sollte eigentlich Hrvoje Verzi (LAC Quelle Fürth/M.) eine Bank sein, seine Leistungen bei der DM werfen aber für den einzigen bayerischen 16-Meter-Springer Fragen nach der derzeitigen Form auf. Die Entscheidung im Hochsprung sollte zwischen den beiden Fürther 2,14-Springern Markus Rehak und Frank Niklas fallen. Altmeister Oliver Dück, nun im Trikot des FC Passau, sollte das Kugelstoßen genauso beherrschen wie Alexander Sporrer (Werfer Club 95 München) das Hammerwerfen, möglichst dann mit einer Leistung weit jenseits der sechzig Meter. Mit dem Diskus hat in dieser Saison Lokalmatador Markus Tschiers (LG Domspitzmilch) bei 55,20 am weitesten geworfen und Helmut Maryniak (1. FC Passau) hat bisher als einziger den Speer über siebzig Meter geschleudert, was allerdings noch nicht heißen soll, dass damit Meister und Vizemeister des letzten Jahres, Oliver Mehl (LG 90 Kreis Ebersberg) und Stephan Seeck (LG Domspitzmilch), sich einfach so in ihr Schicksal ergeben werden. Die Jugendliche Annika Hohneiser (LAZ Kreis Würzburg) sollte im Sprint der Frauen ungefährdet sein. Auch in der Staffel darf sich das favorisierte Quelle-Quartett gegen die jungen Würzburgerinnen keinen Fehler erlauben. Die Saisonbeste über die Stadionrunde mit und ohne Hürden kommt von der LG Donau-Brenz und heißt Andrea Walper. 2002-07-20_blv_aktive_02_hauptvorschau Wer die 800 m und 1500 m gewinnen will, muss gegen Eva Trost (LG Rupertiwinkel) eine Zeit unter 2:09 und unter 4:30 anbieten können. Für die drei Regensburger Protagonistinnen Kathrin Schönfeld (SWC), Katharina Zeitler (LLC Marathon) und Susie Falkenstein (LG Domspitzmilch) ein mächtig hartes Brot, um zu Hause ganz nach oben zu klettern. Ähnliche Brocken haben auch Titelverteidigerin Helene Eidenberger (LG Domspitzmilch) über 5000 m und Ellen Schöner (LG Domspitzmilch) über 10.000 m mit Christine Döllinger (LAC Quelle Fürth) und Monika Schuri (LG Wehringen) aus dem Weg zu räumen, um im heimischen Uni-Stadion zu Titelehren zu kommen. Mehrkämpferin Sabine Krieger (MTV Ingolstadt) wird sich gleich dreimal heiße Duelle liefern. Über die Kurzhürden sollte Berit Wiacker von der DJK SG Ingolstadt als stärkste Gegnerin einzuschätzen sein, im Hochsprung ist dies Titelverteidigerin Angelika Peschke (SF Friedberg) und Teamkollegin Andrea Tittmann am ehesten zuzutrauen und im Weitsprung wird's für Ingolstadts Multitalent gegen Beatrice Albert von der LG Frankenwald, immerhin mit 6,30 gemeldet, ganz, ganz schwer. Karin Eis (DJK Friedberg) und Katja Schleicher (LG Hof) können im Vorfeld des Dreisprungwettbewerbes immerhin mit 12,19 und 12,14 schon Weiten über zwölf Meter vorweisen. In den Würfen gibt es vier eindeutige Favoritinnen: Karin Wurm (LG LK Roth) thront mit 16,50 im Kugelstoßen deutlich über allen, Martina Greithanners (Team Wendelstein) 50,08 im Diskuswerfen sind gleich sieben Meter besser als die beste Leistung der nächst Gemeldeten. Lokalmatadorin Manuela Priemer (LG Domspitzmilch) tritt immerhin als einzige Bayerin an, die mit ihren 64,57 im Hammerwerfen den Sprung ins deutsche EM-Team geschafft hat. Olivia Norris (LAC Quelle Fürth) sollte mit ihren bisher erzielten 53,09 im Speerwerfen keinerlei Probleme haben, die in diesem Jahr prüfungsgestresste Titelverteidigerin Susanne Aures (LG Domspitzmilch) in Schach halten zu können. Insgesamt fällt auf, dass sich die Favoritenrollen wieder auf viele bayerische Vereine verteilen, was der weißblauen Szene nur gut tun kann. Trotz alledem sollte sich der mittelfränkische Gigant LAC Quelle Fürth/München erneut als eindeutige erste Kraft in Bayern herausstellen. In den vielen Schüler/Innen-Entscheidungen wird so manchem Kenner der Leichtathletik-Szene auffallen, dass im Süden Deutschlands noch immer die Talente sprießen, wie derzeit die Schwammerl in den umliegenden Wäldern Regensburgs. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Potentiale einmal den Weg nach oben finden, um jene abzulösen, die hier und heute im Regensburger Uni-Stadion die Kohlen aus dem Feuer holen.