Bayerische Mehrkampfmeisterschaften Wunsiedel, 27./28. Juli 2002 - Vorschau

Bayerische Mehrkampfmeisterschaften mit kleinen Feldern / Kathrin Widder will Titel verteidigen

Regensburg, 25. Juli 2002 (orv) - Wenn man in Bayern vom Mehrkampf auf hohem Niveau spricht, kommt man um die Domspitzmilch-Athleten nicht herum. So zählen auch in diesem Jahr wieder einige Mehrkämpfer der LG zum Favoritenkreis auf den einen oder anderen Landestitel, wenn die Vielseitigkeitskünstler am Wochenende ihre Bayerischen Meister/Innen in Wunsiedel ermitteln, obwohl mit Peter Hargasser und Florian Schönbeck Regensburgs Beste gar nicht verfügbar sind, weil sie für Deutschland den traditionellen Länderkampf in den USA bestreiten. Eigentlich wäre der im letzten Jahr sich auf 7086 Punkte steigernde Ulf Böhrnsen (LG Domspitzmilch/ProAthletics Markt Schwaben) die logische Konsequenz, wäre da nicht ein völlig unberechenbarer André Röttger (LG Erlangen) der zu guten Zeiten den 8000 Punkten schon sehr nahe gekommen war. Der Dritte 7000-Punkte-Athlet bei den Männer, Wolfgang Hübl, ebenfalls von der LG Domspitzmilch kommend, sollte auf Grund seines arbeitsintensiven Studienabschlusses wohl kaum in der Lage sein, ins Titelrennen eingreifen zu können, wenn er denn überhaupt antritt. Bei den Junioren will Andreas Udvari (LG Domspitzmilch/ProAthletics Markt Schwaben) nach seinen guten Ansätzen bei den Bayerischen Einzelmeisterschaften natürlich ganz nahe an die 7000er-Grenze, die er als Jugendlicher, dort aber noch mit leichteren Wurfgeräten und kleineren Hürden, schon einmal geschafft hat. Gelingt ihm das, sollte auch der Lichtenfelser Volker Gutgesell nur minimale Chancen haben, dem Regensburger den Kuchen zu vermasseln. Auf einen Ausrutscher der beiden ist Andreas Lindenmeier (LG Domspitzmilch/ProAthletics Markt Schwaben) angewiesen, wenn er sich Gold ausrechnet. Ansonsten sollte der heuer sehr stabil gewordene Nachwuchs-Mehrkämpfer einiges mehr zu bieten haben, als die bisher zu Buche stehenden 6326 Punkte. Mit ihm Team der LG Domspitzmilch ist auch noch Benny Quitter (LG Domspitzmilch/ProAthletics Markt Schwaben), dessen erkärtes Ziel es ist, möglichst nahe an die 6000 heranzukommen. Mit Kathrin Widder (TV Amberg) hat die Oberpfalz im Siebenkampf der Juniorinnen ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Alles andere als eine erfolgreiche Titelverteidigung wäre hier eine Überraschung. Im Nachwuchs machen dem Verband wohl die dünnen Felder die meisten Sorgen. Einst Grundlage für viele Einzeldisziplinen, dümpelt der Nachwuchsmehrkampf immer mehr in Richtung Exotendisziplin, wobei sich das Wegbrechen der wenig lukrativen aber arbeitsintensiven Mehrkampfmeetings auf unterer Ebene allmählich deutlich als Hauptursache bemerkbar macht. Für einen jungen Athleten/In ist es heutzutage gar nicht mehr einfach einen qualifizierten Wettkampf zu finden, wenn er solchen braucht, um die für die höheren Titelkämpfe erforderlichen Normen zu erfüllen.