Berglauf Weltmeisterschaften Innsbruck, 15. September 2002 - Vorschau

Erste Berglauf-Weltmeisterschaften finden mit Ellen Schöner und Andrea Scharrer statt

2002-09-09_wm_berg_vorschau Regensburg, 9. September 2002 (orv) - Am Wochenende finden in Innsbruck die ersten Berglauf-Weltmeisterschaften statt. Damit hat der internationale Verband die bisherige "world trophy" zu offiziellen Titelkämpfen gemacht. Im Team des Deutschen Leichtathletik Verbandes stehen bei den Damen neben Romy Lindner (LG Vogtland) und Stefanie Buss (ASC Rosellen-Neuss) mit Ellen Schöner und Andrea Scharrer auch zwei Athletinnen der LG Domspitzmilch Regensburg. Während Ellen Schöner bereits ein alter Hase im Nationaltrikot ist, gibt Andrea Scharrer nun ausgerechnet bei der WM ihr Debüt in der Nationalmannschaft, was eigentlich einer kleinen Sensation gleichkommt. Im Frühjahr noch hatte die Athletin aus dem LG-Stammverein Tristar Regensburg nach der Geburt ihrer zweiten Tochter noch überlegt, ob sie es mit dem Laufen überhaupt wieder wettkampfmäßig versuchen sollte. "Ich bin doch so krötenlangsam, was willst du denn mit der alten Tante im Team", zauderte sie im Gespräch mit ihrem Coach Kurt Ring. Der aber wischte das "langsam" und das "alt" gleich einmal vom Tisch und teilte ihr mit, dass so eine wie sie immer im Team der LG Domspitzmilch gebraucht wird. Recht hat er gehabt. Nach etwas beschwerlichen Anfängen auf der Bahn, einem völlig überraschenden Vizetitel bei den Landesberglaufmeisterschaften in Oberstaufen, was ihr letztendlich die Nominierung für die WM einbrachte, folgte letztes Wochenende die Bronzemedaille in der W35 bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften über 10 km inklusive dem Mannschaftstitel der Seniorinnen. Hätten da mit Hitze und Streckenprofil nicht unmögliche Bedingungen für eine Bestzeit geherrscht, wäre der blonde Wirbelwind glatt einen neuen Hausrekord gelaufen, und das nach über einem Jahr Pause und nun schon 35 Lebensjahren. Am Berg ist die ebenfalls als Triathletin auftretende Regensburgerin so richtig in ihrem Element, sich aber dennoch bewusst, eine Superleistung bieten zu müssen, um unter die besten drei deutschen Mädels für die Teamwertung zu kommen. Für ihre Mannschaftskollegin Ellen Schöner ist so eine WM nichts Neues. Dauergast bei solchen Events in den letzten Jahren, ist sie auch im Nachbarsland für die deutschen Farben am Start. Eigentlich liebt sie den Bergauf-bergab-Modus mehr, trotzdem will sie in Innsbruck, wo es nur bergauf geht, und das ziemlich heftig, wieder ihr Bestes geben. Das heißt, eine Platzierung unter den ersten Zwanzig wird angestrebt, sollte ein Platz nahe der "top ten" herausspringen, wäre es optimal gelaufen. In der Teamwertung rechnen die deutschen Frauen mit einer Platzierung um fünf bis sechs herum, eine Medaille wäre der Traum. Dies wird aber nur in den kühnsten Vorstellungen einkalkuliert. Für beide ist die Saison aber dann noch lange nicht zu Ende. Schon vierzehn Tage später wartet auf die Domspitzmilch-Asse mit den Deutschen Marathonmeisterschaften in Berlin die nächste Herausforderung.