Nationales Rolf-Watter-Sportfest Regensburg, Universitätsstadion, 5. Mai 2002 - Bericht

Fürther gewinnt 3000 m Lauf in tollen 8:04,34 / Matthias Amm neuer Watter-Preisträger über 800 m

2002-05-05_watter_bericht1 Regensburg, 5. Mai 2002 (orv) - Mit einem einsamen Solorennen im letzten Wettbewerb, den 3000 m der Männer, setzte der Fürther Sebastian Hallmann mit dem neuen Meeting- und Stadionrekord einem bestens besetzten Rolf-Watter-Meeting die Krone auf. Sein Teamkollege Matthias Amm gewann den Rolf-Watter-Gedächtnispreis über 800 m mit ebenfalls guten 1:54,80. Altstar Toni Riepl (LG Landkreis Kelheim) schlug im Hochsprung erneut die wesentlich jüngere Konkurrenz mit ansprechenden 2,08. Im Stabhochsprung überquerte der Zweibrückener Ralph Schmidt fünf Meter und über 110 m Hürden bestach Lokalmatador Peter Hargasser (LG Domspitzmilch Regensburg) mit 14,35 bei Gegenwind. Für die besten Leistungen auf den krummen Strecken sorgten Robert Dollinger (TSV Burghaslach) über 80 m (8,96), Alin Cucu (TSV Gräfelfing) über 300 m mit 35,06 und der Jugendliche Moritz Mundschau (LAC Quelle Fürth) über 150 m mit 16,58. Bei den Frauen ragten die beiden Mittelstreckenergebnisse von Kathrin Schönfeld (SWC Regensburg - 800 m/2:11,33) und Viola Schäffer (LG Erlangen/USA - 3000 m/9:38,97) heraus. Im Sprint setzen sich Anja Wurm (LAC Quelle Fürth) über 80 m in 10,08, Andrea Walper (LG Donau-Brenz) über 150 m bzw. 300 m mit 18,64 und 40,40 durch. Die besten technischen Leistungen zeigten die Ambergerin Kathrin Widder im Dreisprung mit 11,55 sowie Melanie Eckert (LAC Quelle Fürth) mit 46,17 im Speerwerfen. Bis auf wenige Meter standen Zuschauer, Betreuer und Aktive beim abschließenden 3000 m Lauf entlang der Bahn und feuerten einen wie entfesselt losstürmenden Sebastian Hallmann frenetisch an. Nach 2:38 für die ersten 1000 m war sogar eine Zeit unter acht Minuten möglich, verständlicherweise fehlte dem Ismaninger nach langer Verletzungspause noch die nötige Tempohärte, um ein Rennen umzusetzen, dass man so in Bayern auf der Bahn lange nicht mehr gesehen hatte. Im über dreißig Mann starken Verfolgerfeld entbrannten indessen heißeste Positionskämpfe. Nachdem der Vorstoß von Christian Dirscherl (MTV Pfaffenhofen) nach gut zwei Drittel der Distanz verpufft war, sah der Kölner Philipp Legath bereits wie ein sicherer Zweiter aus, musste sich aber dann in Endfight doch noch dem bravourös kämpfenden Altmeister German Hehn (LG Domspitzmilch Regensburg) in 8:23,80 zu 8:25,06 geschlagen geben. Dahinter führte mit Thomas Schmid (8:30,42 - persönliche Bestleistung) ein weitere Domspitzmilch-Läufer immerhin nochmals 20 Athleten unter 9 Minuten ins Ziel, darunter auch die beiden A-Jugendlichen Christian Pomp (TSV Dinkelsbühl - 8:42,39) und Sebastian Heger (LG Amper-Würm - 8:49,80), aber auch noch die beiden B-Jugendlichen Hannes Patzke (TSV Ansbach - 8:49,76) bzw. Martin Friedrich (LG Passau - 8:55,93). Gute äußere Bedingungen, eine gewohnt flotte Ausrichtung durch die LG Domspitzmilch und eine erneute Steigerung des Meldeergebnisses gestalteten das diesjährige Rolf-Watter-Gedächtnismeeting zu einem echten Leichtathletikfest. Nicht nur die Gäste aus dem gesamten bayerischen Raum, sondern auch die regionalen Größen, aber insbesondere der Regensburger Leichtathletiknachwuchs machte von sich reden. Der letzte Test vor dem als inoffizielle erste EM-Qualifikation der Mehrkämpfer titulierte Zehnkampf in Italien gelang den beiden Domspitzmilch-Athleten Florian Schönbeck und Peter Hargasser recht formitabel. Zunächst zeigten sie im 80 m Lauf mit 9,06 (Hargasser) und 9,27 Spritzigkeit, dann demonstrierten sie über die Hürden bei nicht gerade idealem Gegenwind mit 14,35 und 14,67 (Schönbeck) schon beinahe Hochform, wobei hier mit Bernhard Floder (14,72) ein weiterer LGR-Athletik Tendenz nach oben zeigte. Florian Schönbecks Achillesferse bleibt der Hochsprung. Seine 1,80 waren gegen seine Teamkollegen, dem jugendlichen, abiturgestressten Andreas Götz (1,94) und Wolfgang Hübl (1,85), zu wenig, entsprachen aber auch gar nicht seinen eigenen Vorstellungen. Bei den Mädchen verfehlte die am Regensburger Stützpunkt trainierende noch B-Jugendliche Regina Schnurrenberger (FTSV Straubing) über 3000 m die Zehn-Minuten-Schallmauer mit 10:00,61 nur denkbar knapp. Mit Eva Ferstl (LG Domspitzmilch Regensburg - 10:47,96) schaffte noch eine weitere Athletin gleich auf Anhieb die Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften. Juniorin Eva Karg und Debütantin Andrea Stengel (beide LG Domspitzmilch) konnten sich mit 10:23,36 und 10:27,99 ebenfalls bestens mit Hausrekorden in Szene setzen. Bei den Männer steigerte Wolfgang Kohnen (LG Domspitzmilch) seine Bestzeit erheblich auf nunmehr 8:44,68. Die Sprungergebnisse von Gregor Neumann (LG Domspitzmilch - Stabhoch/4,60) und Stefan Sailer (SV Obertraubling - Drei 13,07/Weit 6,84) können sich sehen lassen. Noch besser waren allerdings die beiden Stabhochsprungleistungen im Jugendbereich von Simone Langhirt (LAZ Kreis Würzburg) mit 3,60 und Simon Ruckdeschel (LG Fichtelgebirge) mit 4,75 m. Insgesamt Spitze stellte das Ergebnis der wJB in dieser Disziplin dar. Christine Frisch (LG Donau-Ries) gewann mit 3,40 vor der höhengleichen Veronika Völker. Zehn Zentimeter weniger sprangen die beiden Oberpfälzerinnen Moni Siegfried (SWC Regensburg) und Alina Schmidt (DJK Ensdorf). Bei den Frauen stieg Christiane Wildgruber (LG Domspitzmilch) über 300 m Hürden in 47,30 ganz passabel in die Saison ein, während Mittelstrecklerin Maria Fröhler (LLC Marathon) noch auf den "krummen" Sprintstrecken testete (80 m/10,50-150 m/19,60). Im 800 m Lauf konnte die Jugendliche Katharina Zeitler abiturbedingt mit ihren 2:15,77 noch nicht an alte Zeiten anknüpfen. Für einen Regensburger Sieg im Nachwuchsbereich sorgte Stephan Wittl (LG Domspitzmilch) zunächst über die 80 m mit persönlicher Bestzeit von 9,18, musste dann über 150 m trotz erneuter Bestleistung von 16,63 eine knappe Niederlage einstecken, wobei er dort aber bereits mit solchen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, dass er in seiner Paradedisziplin, den 300 m, unmittelbar vor dem Start sogar zurückziehen musste. Dahinter gefiel sein Teamkollege Wolfgang Gassner mit 9,82/17,92 und 38,10. Bei den Jungs reichte es für das Domspitzmilch-3000 m-Quartett Oliver Köhler (mJA - 9:22,09), Florian Rothe (mJA - 9:28,65), Benedikt Schäffer (mJB - 9:39,78) und Stephan Schnabel (mJB - 9:41,23) komplett zu neuen Bestleistungen. Thomas Erhardt (SWC Regensburg) gelang bei der mJB ein Weitsprungsieg mit 6,15. Bei den Mädchen steigerten sich im Dreisprung der weiblichen Jugend B die beiden Obertraublingerinnen Sandra Pfeffer und Lena Matula auf schöne 11,54 bzw. 11,49. Eine der besten Leistungen im Schülerinnenbereich schaffte Domspitzmilch-Nesthäkchen Susi Lutz, die sich mit ihren 2:20,92 über 800 m um satte 22 Sekunden steigerte und nur drei Sekunden hinter der Jugend-DM-Norm laufenden B-Jugend-Siegerin Julia Viellehner (TSV Winhöring - 2:17,56) lag.