Domspitzmilch Springen - Stabhochsprung am NeupfarrplatzRegensburg, 22. Juni 2002 - Bericht

Juniorenweltmeister Alexej Khanafin entschädigt sich mit gelungenem Rekordversuch über 5,61 Bei den Damen scheitert Iris Hill dreimal ganz knapp an 4,25 und siegt mit übersprungenen 4,00

2002-06-22_domspitzmilch_springen Regensburg, 22.6.02 (orv) - In einem dramatischen Finale riss der Prager Martin Kysela das Domspitzmilch Springen (Stabhochsprung) doch noch an sich. Erst im letzten und entscheidenden Jokersprung konnte er die Höhe von 5,40 überspringen und damit den russischen Juniorenweltmeister Alexej Khanafin (5,30) und Marvin Osei-Tutu (LAZ Zweibrücken - 5,20) hinter sich lassen. In einem zusätzlichen Rekordversuch schwang sich dann Alexej Khanafin auch noch auf Anhieb über die in Regensburg und auch von ihm noch nie gesprungenen 5,61. Den Wettbewerb der Frauen gewann die Einheimische Iris Hill (LG Domspitzmilch Regensburg) mit genau vier Metern vor der Tschechin Michaela Boulova und Rhian Clarke aus Großbritannien. Die neue Rekordmarke von 4,25 riss die Regensburgerin dreimal nur ganz knapp. Die Macher von der LG Domspitzmilch, seit der Cross-DM bundesweit bekannt für attraktive Neuerungen, ließen sich auch für ihren Stabhochsprungwettbewerb mitten in der Stadt Neues einfallen. Nachdem das Springen auf Holzstegen sowieso nicht bestenlistenreif ist, kreierten sie einfach den Jokersprung, was nichts anderes heißt, dass jeder Springer, der an einer Höhe dreimal scheitert, noch einmal bei der nächsthöheren Marke einen einzigen, finalen Jokersprung hat, um wieder in den Wettbewerb zurückzukommen. Und exakt dieser Jokersprung machte das diesjährige Springen zum absoluten Thriller. Drei Mann hatten es bei 5,40 noch in der Hand, den Männerwettbewerb an sich zu reißen. Am ehesten traute man dies dem russischen Juniorenweltmeister Alexej Khanafin zu, der 5,10 und 5,30 locker überwunden hatte. Aber auch sein Trainingskollege, Marvin Osei Tutu (LAZ Zweibrücken) schien nach sicher übersprungenen 5,20 nicht chancenlos. Eigentlich schon aus dem Rennen schien der Vorjahreszweite, Martin Kysela aus Prag zu sein. Seine drei vergeblichen Versuche über die 5,30 wirkten alle nicht so, als ob er noch Bäume ausreißen könnte. Mit einem blitzsauberen Sprung nutzte er jedoch als Erster über die 5,40 springend die letzte, aber auch allerletzte Jokerchance. Während der russische Nachwuchsmann in seinen drei Versuchen, teils haushoch über der Latte, immer wieder das Kunststück fertig brachte, diese doch noch mit zu Boden zu reißen, war der Zweibrückener mit seinem Latein und seinen Kräften hier am Ende. 2002-06-22_domspitzmilch_springen Alexej Khanafin, genervt vom eigenen technischen Ungeschick, wollte sich letztendlich vom begeisterten Regensburger Publikum so nicht verabschieden. Kaum der deutschen Sprache mächtig, forderte er einen Rekordversuch über 5,61 - auch dies in Regensburg erstmals möglich - und setzte sein Vorhaben zur Freude der Fans so selbstverständlich in die Tat um, als hätte es nie Zweifel gegeben, dass er der absolute Höhenjäger dieses Tages ist. Großes zeigte auch Lokalmatador Gregor Neumann (LG Domspitzmilch), der rein rechnerisch zwar bei 5,00 hängen blieb, aber bei 5,20 - so hoch war der 37-Jährige bisher in seinem Leben noch nie gesprungen - dreimal nur hauchdünn riss und der Jokersprung über 5,30 der wohl beste seines gesamten Stabhochspringer-Lebens war. Bei der LG Domspitzmilch Regensburg konnte man sich dann zusätzlich über den souveränen Sieg von Iris Hill freuen, die als einzige vier Meter meisterte, damit ihre schärfsten Konkurrentinnen Michaela Boulova (USK Prag - 3,90) und Rhian Clarke (Großbritannien - 3,80) klar abgehängt hatte. Mutig ließ die Regensburgerin, seit ihrer Heirat mit dem Engländer Warren Hill im Besitz der britischen Staatsangehörigkeit, die britische EM-Qualifikationsnorm von 4,25 auflegen und war dabei gar nicht mal chancenlos.