Deutsche Jugendmeisterschaften Mönchengladbach, 28.-30. Juni 2002 - Bericht

Vizetitel über 400 m bei Jugend-DM und Einzelnominierung für WM mit 47,19

2002-06-30_dm_jugend_bericht Mönchengladbach, 30. Juni 2002 (orv) - Stephan Wittl (LG Domspitzmilch/TSV Dietfurt) hat es nun endgültig geschafft. Mit einer eklatanten Steigerung auf 47,19 reichte es dem Domspitzmilch-Athleten im 400 m Finale bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Mönchengladbach zwar erneut nur zum Vizetitel, die Einzelnominierung für die Junioren-Weltmeisterschaften in Jamaica holte er sich damit aber souverän ab. Drei weiter fünfte Plätze rundeten das gute Oberpfälzer Ergebnis noch ab. Sandra Pfeffer (SV Obertraubling) ersprang sich bei der B-Jugend mit 11,82 diesen Platz, Alexandra Lohwassers (DJK Neustadt/WN) Kugelstoß auf 13,82 reichte auch dafür und Maxi Tschiers (LG Domspitzmilch/ProAthletics Markt Schwaben) Wurf mit der Diskusscheibe auf 49,94 war für die gleiche Platzierung gut genug. Ein kleiner Fehler auf der windigen Gegengeraden verhinderte bei Stephan Wittl nach einem locker herausgelaufenen Vorlaufsieg in 47,65 im Finale dann ganz Großes. Ein wenig zu forsch griff der Dietfurter seine ärgsten Kontrahenten Kambghe Gaba (LG Eintracht Frankfurt) und Thomas Wilhelm (SC Neubrandenburg), auf den Bahnen vier und fünf vor ihm laufend, an. Mit eigentlich zu schnellen 21,7 flog er über die 200 m-Marke und erreichte als erster die Zielgerade. Dort schob sich fast umnmerklich der neue Meister, ein in Frankfurt geborener afrikanischer Zwei-Meter-Schlacks, an dem etwas nachlassenden Domspitzmilch-Mann vorbei und konnte schließlich auch noch dem vehementen Schlussangriff des Regensburgers knapp standhalten. Die erzielten Zeiten von 47,05 und 47,19 waren unter den ungünstigen Windverhältnissen außergewöhnlich gut und lagen deutlich unter dem geforderten Normwert von 47,30 für Jamaica. Dort will Stephan Wittl nun mit einer Zeit unter 47 Sekunden das nachholen, was in seinem engeren Umfeld auf Grund seiner derzeit glänzenden Verfassung schon diesmal erhofft wurde. Mit einer deutlichen Steigerung auf 11,82 lag auch die Obertraublingerin Sandra Pfeffer gar nicht einmal so weit vom Titel weg. Letztendlich entschieden nur ca 25 Zentimeter über Medaillen und Platzierungen. Teamkollegin Lena Matula kam nicht ganz so gut zurecht, erreichte aber mit 14,74 immerhin den 100 m-Hürden-Zwischenlauf, wo sie mit 14,84 hängen blieb. Maxi Tschiers grämte sich eigentlich nur ein wenig über die fehlenden Zentimeterchen, die ihm zur 50-Meter-Marke fehlten. Mit seiner Platzierung konnte der junge Diskuswerfer jedoch allemal zufrieden sein, zumal er auch nächstes Jahr noch dieser Altersklasse angehört. Nach seinem eklatanten 2,07-Satz und der Qualifikation in letzter Sekunde zog sich Hochspringer Andreas Götz (LG Domspitzmilch/SV Lupburg) mit seinem zweiten Zwei-Meter-Ergebnis (2,00) und PLatz zehn bestens aus der Affäre. Ein lumpiger kleiner Fehlversuch kostete ihm den angestrebten achten Platz. Seine Teamkollegen Andreas Gassner, Richard Pfüller und Franz Leidl mussten bei der 4x100 m-Staffel mit gewissen Endlaufchancen dann doch zuschauen. Ein etwas angeschlagener Wadenmuskel von Stephan Wittl ließ vor dem 400 m-Finale seinen Einsatz in dieser Disziplin nicht mehr zu. Franz Leidl hatte sich am Vortag wenigstens nach erfolgreich abgelegten Abitur und stressiger Anreise wenigstens im Vorlauf über 400 m versuchen dürfen (50,58), musste aber dort einsehen, dass 49er-Zeiten für ihn doch noch keine Alltäglichkeit sind. Über 1500 m der weiblichen Jugend B konnte sich die noch der Schülerklasse angehörende Susi Lutz (LG Domspitzmilch) gegen die bis zu zwei Jahre ältere Konkurrenz hervorragend in Szene setzen. Mit einer Steigerung um weitere sechs Sekunden auf nunmehr 4:45,94 verfehlte sie den Endlauf nur um zwei Sekunden, in dem die Straubingerin Regina Schnurrenberger mit feinen 4:28,10 die Silbermedaille holte. Über die doppelt so lange Distanz freute sich Eva Ferstl (LG Domspitzmilch/SG Painten) über ihre erneute persönliche Bestleistung von 10:36,94. Für die Kötztingerin Anna Petermichl reichten die 2:17,04 über 800 m der wJB auch gerade einmal nicht für das Finale. Mit der abiturgedstressten Katharina Zeitler (LLC Marathon Regensburg) über 1500 m der Jugend A und dem gerade einmal von einer Verletzung genesenen Hürdensprinter Tobias Soller (SV Obertraubling) fehlten zwei aussichtsreiche Oberpfälzer Medaillenhoffnungen in Mönchengladbach.