Europacup der MehrkämpferBydgoszcz/Polen, 29./30. Juni 2002 - Bericht

Vierter Platz in der Einzelwertung mit 7821 Punkten bei widrigen äußeren Bedingungen

2002-06-30_eurocup_mehrkampf02_bericht Bydgoszcz/Polen 30. Juni 2002 (orv) - Die Siebenkämpferinnen legten vor und die Zehnkämpfer zogen nach. Der Wunsch von DLV-Teamleiter Claus Marek erfüllte sich, denn die beiden deutschen Teams nahmen vom Mehrkampf-Europacup in Bydgoszcz beide Titel aus Polen mit nach Hause. Die Männer gewannen mit 23.750 Punkten vor den Finnen (22.798) und gestalteten am zweiten Tag ihre Aufholjagd mit Mike Maczey als Einzelsieger an der Spitze erfolgreich. Einen glänzenden zweiten Tag erwischte der Olympia-Teilnehmer von Sydney. Mit guten Leistungen, die Mike Maczey mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 46,98 Metern im Diskuswerfen krönte, holte der Athlet vom Zehnkampf-Team Welle mächtig auf und gewann schließlich die Einzelwertung mit 8.104 Punkten klar vor dem Finnen Jaakko Ojaniemi (7.924). Dahinter landeten bereits die nächsten beiden deutschen Vertreter Stefan Schmid (LG Karlstadt - 7825 P.) und Florian Schönbeck (LG Domspitzmilch Regensburg - 7821 P.) Bei widrigen äußeren Bedingungen mit Kälte, Regen und leistungsmindernden Gegenwinden im Sprints (bis zu 4 m/sec) zog sich der Regensburger nur vierzehn Tage nach seinen 8023 Punkten von Ratingen mehr als gut aus der Affäre. Nach einem verhaltenen ersten Tag mit 11,45 für die 100 m, 7,01 im Weitsprung, 13,11 mit der Kugel, 1,83 im Hochsprung und Saisonbestleistung von 49,34 für die 400 m musste der Domspitzmilch-Athlet zu Beginn des zweiten Tages eine weitere bittere Pille schlucken. Vier Meter pro Sekunde Gegenwind ließen über die 110 m Hürden nur 15,07 zu. Dann aber ging's für Florian Schönbeck nur noch aufwärts. Im Diskuswerfen verfehlte er mit 46,62 seinen Hausrekord nur um 18 Zentimeter, mit dem Stab wurde er bei Sturm und Regen zum Überflieger (5,10), das Speerwerfen schloss er mit starken 60,26 ab und im abschließenden 1500 m-Lauf holte er bei 4:29,86 nochmals alles aus sich raus. Den DLV stellt er damit vor eine verzwickte Situation. Nachdem die EM-Hoffnung Stefan Schmid zwar vier Punkte vor dem Regensburger lag, aber ohne internationale Norm aus Polen zurückkehrt, hat der Veband nun für den unter Umständen einzigen möglichen bayerischen Teilnehmer in München zwei Möglichkeiten. Entweder schickt er ihn mit Sebastian Knabe und Mike Maczey Anfang August ins Stadion oder delegiert ihn erneut zum Hilfsdienst auf die Parkplätze vors Stadion, einer Tätigkeit, die Florian Schönbeck vor zwei Jahren bereits beim Weltcupfinale an gleicher Stelle nachgekommen ist. Angesichts der Tatsache, dass wohl einige Nationen ihren oft nur einzigen Mann mit der internationalen Norm von 7950 Punkten bei der EM ins Rennen schicken werden, ist eine Nichtnominierung für den Münchner Lokalmatadoren und 8000 Punkte-Mann, der nicht einmal für Übernachtungskosten sorgen würde, ein schwer zu verstehender Normen-Starrsinn. Sein Teamkollege Peter Hargasser bereitet sich ebenfalls erfolgreich auf die Deutschen Einzelmeisterschaften vor. Bei einem Meeting in Bern gelang ihm über seine Paradediszipülin 110 m Hürden eine neue persönliche Jahresbestmarke von 14,06. Nun hofft der Regensburger auf eine Endlaufchance nächste Woche bei der DM in Wattenscheid.