102. Deutsche Leichtathletik Meisterschaften Wattenscheid, 5.-7. Juli 2002 - Bericht

Domspitzmilch-Hammerwerferin wirft 61,73 und landet hinter Susanne Keil und Simone Matthes

2002-07-07_dm_aktive_bericht Wattenscheid, 6. Juli 2002 (orv) - Am Ende flatterten im Hammerwurfring zu Wattenscheid fast allen EM-Aspirantinnen die Nerven. Lediglich die neue souveräne deutsche Meisterin Susanne Keil (LG Eintracht Frankfurt) konnte mit ihren 66,33 ihre im Vorfeld gezeigten Leistungen bestätigen. Ein glückliches Ende hatten die Titelkämpfe auch für Domspitzmilch-Athletin Manuela Priemer. Mit 61,73 schaffte sie am Ende Platz drei. Tragische Figur des Endkampfes blieb die Silbermedaillengewinnerin Simone Matthes (TSV Bayer Leverkusen), die ohne Norm zu Hause bleiben muss. Auf der Nominierungsliste für München steht auch noch die Vierte Andrea Bunjes (SV Holtland), die bei der Domspitzmilch-Gala in Regensburg die Norm geworfen hatte. Die ruhige Mittagszeit bescherte den zwölf Endkampfteilnehmerinnen die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums, was sonst eher selten vorkommt: Jeder gültige Wurf wurde beklatscht und verhalf den Athletinnen trotz der kühlen Witterung zu akzeptablen Leistungen. Im Feld fielen die vielen jungen Athletinnen auf - sieben von ihnen sind Jahrgang 1980 oder jünger. Mit ihrem ersten Wurf von 66,33 Metern setzte sich die Frankfurterin Susanne Keil gleich von Anfang an die Spitze des Feldes. "Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich mich nach diesem starken Beginn weiter auf die 70 Meter zubewegen würde. Das war leider nicht der Fall. Aber ich bin dennoch nicht traurig, denn ich bin heute Deutsche Meisterin geworden", äußerte sie sich dazu nach dem Wettkampf. Zwei Versuche lang lag die zweite Normerfüllerin Andrea Bunjes mit 61,67 Metern hinter Keil, bevor sich Manuela Priemer mit 61,73 Metern vor sie schob. Simone Mathes legte im letzten Versuch dann noch 62,38 Meter vor, was ihr die Silbermedaille einbrachte. Der Pechvogel aus Leverkusen schaffte es jedoch nicht, die 16 Zentimeter, die ihr zur harten EM-Norm von 65 Metern noch fehlten, bei den deutschen Titelkämpfen draufzulegen und wird sich die EM von der Tribüne oder vom Fernsehen aus anschauen. Dritte im Nationaltrikot wird Manuela Priemer sein, da sie mit 64,53 Metern die Nachwuchsnorm erfüllt hatte. Sie ist damit - für die LG Domspitzmilch Regensburg startend - eine der wenigen Athleten, die bei der EM als bayerische Lokalmatadoren antreten. Für die übrigen Domspitzmilch-Athleten/Innen lief es nicht ganz so gut. Fakja Hofmann konnte im 5000 m Finale am Ende nicht mehr mithalten und wurde schließlich Zwölfte mit 17:38,52. Ihre Teamkollegin Susie Falkenstein blieb über 1500 m bereits im Vorlauf mit 4:41,76 hängen. Das selbe Schicksal ereilte die 4x100 m Staffel mit Sebastian Wittmann, André Neger, Jochen Schweitzer und Peter Hargasser in der Zeit von 42,16. Peter Hargasser kämpfte sich mit 14,30 ins Semifinale über 110 m Hürden, hatte dort ein wenig Pech mit der Laufeinteilung und blieb trotz achtbester Zeit von 14,26 knapp hängen. Gar nicht erst zum Werfen kam Markus Tschiers. Nachdem beim Einlaufen eine alte Verletzung wieder aufbrach, musste Der Domspitzmilch-Werfer schweren Herzens auf den Diskus-Wettbewerb verzichten. Für Florian Schönbeck scheint sich ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont aufzutun. Bundestrainer Marek will ihn als Härtefall zur EM-Nominierung einbringen.