Bayerische Meisterschaften für Männer, Frauen, SchülerklassenRegensburg, 20./21. Juli 2002 - Bericht

Viele Überraschungsieger / Jugend drängt nach vorn / Manuela Priemer mit aufsteigender Form

2002-07-21_blv_aktive_bericht Regensburg, 21. Juli 2002 (orv) - Regensburg war an diesem Wochenende für Bayerns Leichtathleten eine Reise wert. Bei den wie immer mustergültig von der LG Domspitzmilch Regensburg ausgerichteten Bayerischen Meisterschaften für Männer, Frauen und die Schülerklassen sorgte Lokalmatadorin Manuela Priemer (LG Domspitzmilch Regensburg) aus bayerischer Sicht mit ihrem Hammerwurf auf 62,54 für das herausragende Ergebnis. Auffallend war, dass der mittelfränkische Großclub LAC Quelle Fürth/München seine jahrelange Führungsstellung aufgeben musste und die Teams vom Gastgeber LG Domspitzmilch Regensburg, vom LAZ Kreis Würzburg und des TSV Gräfelfing bei der Titelvergabe ordentlich mitmischen konnten. Die Sprinter waren zunächst einmal die Hauptnutznießer des idealen Leichtathletikwetters. Abgesehen von einer halben Stunde Gewitterregen am Sonntag konnten Bayerns schnelle Männer und Frauen den günstigen Rückenwind und die warmen Temperaturen in einen richtigen Leistungsschub umsetzen. Titelverteidiger Marc-Oliver Schmidtchen (TSV Gräfelfing) musste zwar über 100 m eine knappe Niederlage gegen Laszlo Barath (LG Amper Würm) einstecken, revanchierte sich aber dann über 200 m mit tollen 21,42. Peter Hargasser (LG Domspitzmilch) holte sich hier Bronze mit 21,82, nachdem er schon am Vortag in einer rein Regensburger Entscheidung über 110 m Hürden mit 14,09 seinen hier stark verbesserten Teamkollegen Florian Schönbeck (14,35) und Christian Wotruba (ESV 27 Regensburg - 14,68) niederhalten konnte und auch im Weitsprung mit 7,11 und Silber nicht weit vom Titel weg war. Florian Schönbeck ließ als neuer Bayerischer Meister im Stabhochsprung sogar 5,31 auflegen, gewann aber dann doch "nur" mit 5,20. Titelverteidiger Gregor (LG Domspitzmilch) erkämpfte sich Platz drei mit 4,90 vor seinem Teamkollegen Ulf Böhrsen, der neuen Hausrekord mit 4,80 sprang. Auch mit Diskus und Speer schnupperten Domspitzmilch-Athleten an Gold. Markus Tschiers musste mit der Zwei-Kilo-Scheibe bei 52,96 knapp dem Doppelmeister mit Kugel und Diskus, Norbert Demmel vom TSV Unterhaching, den Vortritt lassen und Stephan Seeck holte hinter Oliver Mehl (LG 90 Kreis Ebersberg - 70,17) und Helmuth Maryniak (FC Passau - 68,48) mit 67,22 Bronze. Das gleiche Edelmetall gab es auch für den Obertraublinger Martin Hoibl im Dreisprung (14,35), wo der Fürther Hrvoje Verzi mit 15,96 für eine der besten Meisterschaftsleistungen sorgte. Hoibls Mannschaftskollege Stefan Sailer wurde Fünfter mit 14,02. Vom feinsten war auch der Hochsprung von Frank Niklas (LAC Quelle Fürth/M.) mit sehr guten 2,15 vor dem Tirschenreuther Josef Reiter (2,04). Der Jugendliche Andreas Götz (LG Domspitzmilch) ergatterte hier Rang fünf mit 1,95. Da wollten natürlich auch die einheimischen Läufer nicht nachstehen. Über 5000 m verpasste Thomas Schmid (LG Domspitzmilch) in einem mitreißenden Finale mit neuem Hausrkord von 14:34,96 gegen den Fürther Habib Boukechab nur hauchdünn den Sieg, über 10.000 m konnten die auf Platz drei und vier einlaufenden Dennis Pyka (31:07,85) und Wolfgang Kohnen (31:32,23 - beide LG Domspitzmilch) lange mit dem Führungsduo Manfred Dusold (LG Bamberg - 30:41,98) und Thomas Straßmeir (LC Aichach -30:46,35) mithalten. Auf den beiden Mittelstrecken bissen sich alle an Doppelmeister Jason Stewart (LAC Quelle Fürth) die Zähne aus. 2002-07-21_blv_aktive_bericht Bei den Frauen zeigte die Jugendliche Annika Hohneiser (LAZ Kreis Würzburg) mit piksauberen 11,97 und 24,38, wo es im bayerischen Sprint in Zukunft lang geht. Auf den Mittelstrecken dagegen war Altmeisterin Eva Trost (LG Rupertiwinkel) mit 2:07,66 (800 m) und 4:40,74 (1500 m) nicht zu schlagen. Über 5000 m und auf der doppelt so langen Distanz ließen Christine Döllinger (LAC Quelle Fürth - 16:43,74) und Monika Schuri (LG Wehringen - 35:28,52) nichts anbrennen. Dahinter sahnten vor allem Regensburger Läuferinnen die Medaillen ab. Silber und Bronze gab's für Kathrin Schönfeld (SWC Regensburg-800 m/1500 m), Silber allein für Susie Falkenstein (LG Domspitzmilch/1500 m) und Urgestein Katharina Kaufmann (LG Domspitzmilch), die sich auf völlig unerwartete 36:15,71 über die 10.000 m steigerte. Den Medaillenregen vervollständigten die beiden Juniorinnen Eva Karg und Barbara Wörner mit Gold und Silber über die gleiche Distanz in ihrer Altersklasse. Das Ausrufezeichen setzte auf den Mittelstrecken aus lokaler Sicht schließlich Nesthäkchen Susi Lutz (LG Domspitzmilch), die bei ihrem 2000 m Sieg in der W15 mit einem fulminanten Antritt und der hervorragenden Zeit von 6:46,44 ihre Gegnerinnen zu Statisten machte. In den Sprüngen und über die Hürden vermisste man schmerzlich Karin Ertl, die nach ihrer verpassten EM-Qualifikation gleich gar nicht antrat. Für das beste Ergebnis sorgte hier aber wieder eine Mehrkämpferin. Andrea Tittmann (MTV Ingolstadt) holte sich den Weitsprungtitel mit genau sechs Metern und ihre Vereinskollegin Sabine Krieger war im Hochsprung mit 1,71 nicht zu schlagen. In den Würfen dominierten Karin Wurm (LG Krei Roth) mit der Kugel (16,10), Martina Greithanner (Team Wendelstein) mit dem Diskus (48,11) und die noch jugendliche Fürtherin Olivia Norris mit dem Speer (50,71). Die wohl beste Leistung in diesem Disziplinblock bracht jedoch EM-Starterin Manuela Priemer mit 62,54. Die konnte sich zwar als Meisterin feiern, den Sieg musste sie aber den außer Konkurrenz startenden Mitkonkurrentinnen Susanne Keil (LG Eintracht Frankfurt - 65,39) und Andrea Bunjes (SV Holtland - 63,99) überlassen. Dies ist nun aber auch kein Beinbruch, wenn man weiß dass besagte Damen den Deutschen Leichtathletik Verband zusammen mit der Domspitzmilch-Athletin bei der EM verteten werden.