Deutsche Mehrkampfmeisterschaften Berlin, 30. August bis 1. September 2002 - Bericht

Zum zweiten Mal Deutscher Zehnkampfmeister mit 7797 Punkten /Domspitzmilch-Team holt ebenfalls Gold

2002-09-01_dm_mk_gesamtbericht Berlin, 31. August 2002 (orv) - Die Schlacht ist geschlagen, in Regensburg, speziell bei der LG Domspitzmilch darf gefeiert werden. Nach einem überaus spannenden Fight wurde Florian Schönbeck (LG Domspitzmilch Regensburg) mit 7797 Punkten Deutscher Zehkampfmeister vor André Niklaus (LG Nike Berlin - 7755 P.) und Philip Ibe (TSV Bayer Leverkusen - 7722 P.). Mit seinen Teamkameraden Peter Hargasser (9./7232 P.) und Junior Andreas Udvari (9. Jun./6789 P.) holte er mit 21.788 Punkten erstmals auch noch den Mannschaftstitel in die Domstadt. Bei den Frauen gewann die Ingolstädterin Sabine Krieger den Siebenkampf mit 5873 Punkten und avancierte mit ihren Teamkolleginnen Andrea Tittmann (3./5515 P.) und Annelie Schrader (5125 P.) vom MTV mit 16513 Zählern dann sogar zur Doppelmeisterin. Unauffällig, aber ohne größeren Patzer bewältigte Domspitzmilch-Ass Florian Schönbeck den ersten Tag der Deutschen Zehnkampfmeisterschaften in Berlin mit 3820 Punkten auf Platz neun. In Führung lag der stark verbesserte Nils Winter (Mobilcom Zehnkampf Welle) mit 4091 Zählern, der aber am zweiten Tag dann doch noch stark abbaute. In der Mannschaftswertung hatte sich der LT DSHS Köln gegenüber den Domspitzmilch-Athleten bereits einen satten 500-Punkte-Vorsprung herausgearbeitet. Florian Schönbeck begann wie fast alle Mehrkämpfer mit einer mäßigen 100 m-Leistung (11,44), steigerte sich im Weitsprung auf 7,24, überstand seine beiden Problemdisziplinen Kugelstoßen und Hochsprung mit 13,95 und 1,85 außerordentlich gut uns beendete den ersten Tag genauso wie er ihn angefangen hatte, nämlich mit eher bescheidenen 50,55. Damit fiel er jedoch kaum aus dem Rahmen. Der Grund dafür: Die letzte Disziplin wurde mit knapp zweistündiger Verspätung unter Flutlicht, spät abends um halb zehn durchgeführt. Teamkollege Peter Hargasser erwischte einen rabenschwarzen ersten Tag. 11,16, 6,80, 12,59, 1,88 und50,48 waren alles andere, als sich der in diesem Jahr stark verbesserte Athlet vor den Meisterschaften ausgerechnet hatte. Mit 3723 Punkten lag er bei Halbzeit lediglich an 14. Stelle. Wolfgand Hübl (LG Domspitzmilch) hielt sich unter gegebenen Vorzeichen auf Rang 19. mit 3482 Zählern (11,56 - 6,36 - 13,16 - 1,85 - 51,91) recht wacker. Furios in den Zehnkampf startete Junior Andreas Udvari (LG Domspitzmilch) mit 11,32, 6,47 und 14,18, ehe dann ein kleiner Einbruch mit 1,76 und 52,31 folgte. Auf Platz neun mit 3525 Punkten hielt er aber noch Kontakt zu Rang fünf (Tim Ahnfeld - Polizei SV Eutin - 3671). Teamkollege Andreas Lindenmeier lag mit 3435 Zählern auf Platz 12 (11,40 - 6,07 - 12,18 - 1,91 - 52,12). Den zweiten Tag begannen die Regensburger mit Schönbeck, Hargasser und Hübl über die Hürden in 14,81, 14,32 und 15,43 ordentlich. Mit dem Diskus (44,44) startete dann Florian Schönbeck seine große Aufholjagd, Peter Hargasser (39,06) und Wolfgang Hübl (36,58) blieben im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Völlig unprogrammgemäß verlief dann der Stabhochsprung. Mit einem "salto nullo" verabschiedete sich Mitfavorit Matthias Spahn (LT DSHS Köln) von der Medaillenvergabe, sein Teamkollege Holger Loogen fabrizierte gleiches und plötzlich lag wieder ein bereits scheinbar geschlagenes Domspitzmilch Team in Front. In der Einzelwertung musste Florian Schönbeck mit 4,90 einen kleinen Dämpfer verzeichnen und lag hinter dem 5,10 springenden André Niklaus (LG Nike Berlin) mit 65 Punkten Rückstand auf Platz drei. Der Führende, Philip Ibe aus Leverkusen blieb bei 4,70 hängen. Peter Hargasser und Wolfgang Hübl kämpften mit 4,30 bzw. 46,70 und 4,10 bzw. 56,48 achtbar weiter. Für den Junioren Andreas Udvari zeigte der Daumen nach 15,92, 39,28, 4,40 und 50,87 noch immer deutlich nach oben. Sein Teamkollege Andreas Lindenmeier machte mit 16,01, 33,21, 3,80, 41,83 im Rahmen seiner Möglichkeiten weiter. Spätestens nach dem Stabhochsprung war der Kampf um die deutsche Zehnkampfkrone zum absoluten Thriller geworden. Ein inzwischen gesundheitlich angeschlagener und fiebriger Florian Schönbeck konterte mit dem Speer mit excellenten 60,45, sein Berliner Kontrahent bot 52,38, der noch immer in Front liegende Philip Ibe (TSV Bayer Leverkusen) gab mit 64,34 ein deutliches Zeichen, dass er trotz schwacher 1500 m Vorleistung nicht klein beigeben wollte. Schönbeck und Niklaus konnten ca. 30 Sekunden schneller eingeschätzt werden, etwa dem Vorsprung des Leverkuseners gleichzusetzen. Die bange Frage aber blieb, ob die angeschlagene Physis des Domspitzmilch-Athleten noch durchhalten würde. Im abschließenden Rennen hängte sich Florian Schönbeck verbissen an die Fersen von André Niklaus, blieb mit 4:33,22 knapp dahinter,gewann aber dadurch die Gesamtwertung verdient mit 7797 Zählern am Ende noch deutlich vor dem mit 7755 Punkten finishenden Berliner. Philip Ibe wurde sein schwaches läuferisches Vermögen zum Verhängnis. Wolfgang Hübl und Andreas lindenmeier beendeten den Wettkampf mit 6678 und 6183 Punkten.