Wahl zum Sportler der OberpfalzAmberg, 10.2.2001 - Stadttheater - Bericht

Anke Conradi, Florian Schbeck und Domspitzmilch-Staffel

Favoriten bei Damen/Herren setzten sich durch Überraschendes Votum bei den Teams

Amberg, 10.2.2001 Es ist schon zur guten Sitte geworden: Jedes Jahr im ausgehenden Winter kürt der BLSV-Bezirk Oberpfalz seine "Sportler des Jahres". In diesem Jahr konnte Bezirksvorsitzender Josef Lobenhofer sogar Milleniums-Sportler, nämlich die aus dem Jahre 2000, vorstellen. Im vollbesetzten Amberger Stadttheater wurden mit den Stimmen des fachkundigen Publikums bei den Damen und Herren die Favoriten Anke Conradi (DJK SB Regensburg) und Florian Schönbeck (LG Domspitzmilch Regensburg) zu den Sportlern des Jahres gewählt. Bei den Mannschaften hingegen gabs eine faustdicke Überraschung. Fast alle hatten vorher auf den Fußballregionalligisten SSV Jahn Regensburg 2000 getippt, am Ende stand die Nachwuchs 4x100 m-Staffel der LG Domspitzmilch Regensburg ganz oben.

Flott moderierte Bezirksvorsitzender Josef Lobenhofer durch ein Gala-Programm mit sehenswerten Showeinlagen hiesiger Sportgruppen im festlich geschmückten Amberger Stadttheater. Bei den Damen waren mit der Olympiareiterin Dr. Annette Wyrwoll und der Paralympics-Siegerin Anke Conradi zwei Hochkaräter neben Bahnengolferin Corina Reinisch, Karate-Meisterin Astrid Simmel und Badminton-Ass Steffi Müller in die Endausscheidung gekommen. Als das Amberg Stadtoberhaupt letztendlich das riesengroße Kuvert mit dem Namen der Sportlerin des Jahres 2000 öffnete, war die Überraschung wenig groß. Wieder einmal hatte sich Anke Conradi auch beim Publikumsvotum eindeutig gegen die Olympionikin Dr. Annette Wyrwoll durchgesetzt und freute sich riesig über die erneut zu Teil gewordene Ehre.

Beim starken Geschlecht musste sich Weltklasse-Zehnkämpfer und Deutscher Meister Florian Schönbeck mit dem Ausnahmeradler Markus Wilfurth, Gewichtheber Philipp Hecht aus Roding, dem Kegelweltmeister Andreas Schwaiger aus Schwandorf und dem Ass im Behinderten-Skisport, Ludwig Wolf, auseinandersetzen. Auch hier fiel die Wahl eindeutig für den Domspitzmilch-Recken aus, der auf die Frage nach seiner größten Enttäuschung 2000 dann so gar nichts anfangen konnte, schnell einmal die verpasste Olympiachance hervorkramte, dies aber sofort relativierte, weil bei drei weiteren Weltklassezehnkämpfern in Deutschland trotz 8127 Punkten eine reelle Möglichkeit doch nicht gegeben war.

In Kaderstärke, dreißig Mann hoch mit Trainer und Co-Trainer waren sie im eigenen Mannschaftsbus nach Amberg angereist, die Regional-Liga-Kicker des SSV Jahn Regensburg 2001 und keiner im restlos besetzten Saal des Amberger Theaters möchte so recht zweifeln, wer am Ende als Sieger von der Bühne gehen würde. Ihre Kontrahenten, die Keglerinnen der SG Walhalla, frischgebackene Zweitligisten, die jugendlichen Wasserballer des SV Weiden, die Nachwuchssprinter der LG Domspitzmilch Regensburg und die Weltranglisten- und WM-Elften im Tanzen Grit und Marcus Hubert von den Happy Shakers Regensburg waren doch alle mehr oder weniger im Amateur- oder Randsport-Lager zu situieren. Als das Kuvert mit der Mannschaft des Jahres aufgemacht wurde, waren dann die meisten baff. Völlig überraschend hatten sich die Jugendsprinter der LG Domspitzmilch Regensburg mit Christian Henfling, Alexander Ried, Andre Neger, Jochen Schweitzer und Stefan Wittl in der Gunst des Publikums gegen König Fußball durchgesetzt.

Riesengroß war natürlich die Freude bei Leichtathletik-Bezirksvorsitzendem Herbert Rosenbeck über den Totalerfolg seiner zwei Nominierten aus der olympischen Kernsportart Nummer eins. Für die LG Domspitzmilch Regensburg ist diese Ehrung sicher auch ein besonderer Lohn für aufopferungsvolle Pionierarbeit in Sachen Leichtathletik, wobei die Verantwortlichen wohl nur kurz feiern werden können, weil mit der Ausrichtung der Deutschen Crossmeisterschaften am ersten März-Wochenende im Regensburger Uni-Gelände schon der nächste Höhepunkt ihrer Vereinsgeschichte auf sie wartet.