Deutsche Jugendmeisterschaften Braunschweig, 6. Juli - 8. Juli 2001 - Bericht - Ergebnisse

Dreimal Silber, zweimal Bronze bei Deutschen Jugendmeisterschaften 2001-07-08_deu_jugendmeisterschaften2

Braunschweig, 9.7.2001 (orv) - Zum Titel hat es bei den diesjährigen Deutschen Jugendmeisterschaften in Braunschweig letztendlich für keinen Oberpfälzer Nachwuchsleichtathleten gereicht, überzeugt haben sie aber alle. Mit dreimal Silber für Hürdensprinter Tobias Soller (SV Obertraubling), Viertelmeiler Stephan Wittl (LG Domspitzmilch/TSV Dietfurt) und Hochspringer Joseph Reiter (LAC Tirschenreuth), sowie Bronze für Katharina Zeitler (LLC Marathon Regensburg) über 1500 m und für die 4x100 m Staffel der LG Domspitzmilch Regensburg in der Besetzung Richard Pfüller, André Neger, Jochen Schweitzer und Stephan Wittl konnte eine Medaillenausbeute eingefahren werden, wie selten zuvor. Kugelstoßerin Alexandra Lohwasser (DJK Neustadt) verfehlte Edelmetall auf Platz vier nur um sechs Zentimeter, 800 m-Läuferin Maria Fröhler (LLC Marathon Regensburg) stand als Achte ebenfalls noch auf dem Siegerpodest.

Tobias Soller war mit der Empfehlung einer überragenden deutschen Saisonbestleistung von 13,69 nach Braunschweig gereist. Doch bereits in den Vorläufen deutete der spätere Meister Kai Doskoczyski (LG Nike Berlin) mit 13,73 ebenfalls seine Titelambitionen an. Gegen den wie im Trance zweimal deutsche Bestleistung erzielenden Berliner (Zwischenlauf 13,65/Endlauf 13,50) hatte selbst ein in Bestform laufender Tobias Soller, der im Zwischenlauf immerhin mit 13,69 seinen Bayerischen Rekord einstellte, letztendlich keine Chance. In Debrecen wird jedoch der Obertraublinger bei der WM am Start sein, weil er eben im Verlauf der Saison die konstantere Leistung gezeigt hatte.

Ähnliches gilt für 400 m-Läufer Stephan Wittl, der noch im Vorlauf seine Rekordmarke locker auf 48,34 steigern konnte, im Endlauf aber dann so nervös war, dass nur noch 48,59 herauskamen. Zu wenig, um gegen seinen Dauerkonkurrenten Christoph Gernand (LG Ohra-Hörsel), der im Endlauf immerhin mit 48,29 neue deutsche Jahresbestzeit erzielte, bestehen zu können. Zur Jugend-WM nach Ungarn fährt aber auch hier der Regensburger, weil er in den entscheidenden Rennen einfach besser und ausgeglichener als der neue Meister gelaufen war.

Am knappesten war Hochspringer Joseph Reiter am Gold. Nachdem der neue Meister Johannes Fieber (ABC Ludwigshafen) und er bei 2,07 scheiterten, musste ein Stechen entscheiden. Der Ludwigshafener packte die aufgelegten 2,04 erneut, der Tirschenreuther scheiterte nur knapp. Schade, dass hier unsinnig hohe Normen (2,00 m) gefordert waren. Mit 1,95 wurde man bereits Fünfter, eine Höhe, die Andreas Götz (LG Domspitzmilch Regensburg) auch schon bei schlechteren Bedingungen als in Braunschweig erzielt hatte.Eine rundrum zufriedene Katharina Zeitler bemängelte selbstkritisch ihren Lauf mit einem zu späten Spurtansatz und hatte damit nicht ganz unrecht. Nur Millimeter fehlten der rasant auflaufenden LLC-lerin, um im Ziel des A-Jugend-1500 m-Finales der Dortmunderin Sabine Knothe in 4:29,09 zu 4:29,15 zumindest Silber abzuringen. Als Athletin des ersten Jugendjahrganges hat sie auch noch im nächsten Jahr die Möglichkeit auf den Titel, Meisterin Katharina Splinter (LAV Rostock) und Sabine Knothe aber auch. Eine Altersklasse jünger bei der B-Jugend erlief sich Regina Schnurrenberger (FTSV Straubing) ebenfalls Bronze.

Zur zweiten Bronzemedaille musste sich die Sprintstaffel der LG Domspitzmilch Regensburg geradezu zittern. Erst auf den letzten Metern riss Schlussläufer Stephan Wittl für seine wie aus einem Guss laufenden Teamkollegen Richard Pfüller, André Neger und Jochen Schweitzer in 42,61 mit letzter Willenskraft den dritten Platz an sich. Staffelcoach Hartmut Schweitzer fiel mehr als ein Stein vom Herzen, weil er mit praktisch dem letzten Aufgebot ins Rennen hatte gehen und mit der Ungewissheit hatte leben müssen, ob Startläufer Richard Pfüllers geradeerst auskurierter Oberschenkelmuskel auch wirklich halten würde.Wenige Zentimeter fehlten Alexandra Lohwasser zum durchaus möglichen dritten Platz. Einen Zentimeter unter Bestleistungen waren ihre 13,33 einfach noch um sieben Zentimeter zu kurz, was sich im nächsten Jahr bei der sich kontinuierlich steigernden Nordoberpfälzerin aber durchaus zum Positiven ändern sollte.

Ein wenig unzufrieden war Maria Fröhler mit ihrem Meisterschaftsabschied in der A-Jugend. Dennoch sind ihre 2:14,23 und der abermalige Platz acht aller Ehren wert. Man merkte ihr aber deutlich an, dass sie mehr wollte, dies vielleicht bei den Juniorinnen im nächsten Jahr sogar leichter zu realisieren ist.Für die Amberger Mädchen vom TV war ohne ihre verletzte Medaillenbank über die 400 m Hürden in der Sprintstaffel erwartungsgemäß im Vorlauf Endstation, dies aber mit einer Steigerung auf 50,15. Ebenfalls im Vorlauf scheiterten Wendelin Macht (SGS Amberg) über 1500 m der männlichen Jugend A und Joanna-Emmy Walker (TV Amberg) über die 100 m Hürden der wJB.