U18-Jugendweltmeisterschaften - Zusammenfassung Debrecen/Ungarn, 15. Juli 2001 - Bericht - Ergebnisse

Titel durch Silke Spiegelburg, Annett Wichmann und Kathrin Geissler/Silber für Robert Harting

Debrecen/Ungarn, 14.7.2001 (orv) - Der DLV kann auch bei seinen Jüngsten einen gewissen Führungsanspruch anmelden. Bei den 2. U18-Weltmeisterschaften vom 12. bis 15. Juli im ungarischen Debrecen gab es durch Kathrin Geissler (TuS Jena) mit 13,49 über die 100 m Hürden, Siebenkämpferin Annett Wichmann (TuS Jena) mit 5470 Punkten und die erst 15-jährige Silke Spiegelburg (Bayer Uerdingen/Dormagen) mit 4,00 m im Stabhochsprung auch drei Titelträger aus der Bundesrepublik. Zwei weitere Silbermedaillen steuerten Diskuswerfer Robert Harting (LC Cottbus) mit 62,04 und Mehrkämpferin Christine Schulz (Bayer Uerdingen/Dormagen) mit 5346 Punkten bei. Bronze sprang für Weitspringerin Angela Dies (TSG Weinheim) mit 6,03 heraus. Zum insgesamt recht positiven Eindruck der deutschen Nachwuchsmannschaft trug auch der Obertraublinger Tobias Soller mit seinem fünften Platz über die 110 m Hürden mit neuer persönlicher Bestleistung von 13,59 bei.

Insgesamt sieben junge Leute aus Bayern standen im Team des DLV, von denen Simone Langhirt (LAZ Kreis Würzburg) als Vierte knapp am Edelmetall vorbeischrammte, der Fürther René Bauschinger nach einem leichten Finaleinzug mit persönlicher Bestzeit von 1:50,40 über 800 m ebenfalls auf Platz fünf in 1:51,92 voll überzeugte. Auch dem München Tobias Obermeier gelang im Diskuswerfen mit 57,74 und Platz sechs der Sprung unter die "top ten".

Für den Regensburger Stephan Wittl (LG Domspitzmilch/TSV Dietfurt) kam trotz 48,86 im weitaus schnelleren 400 m-Semifinale als Siebter und insgesamt Zwölfter das Aus. Im wesentlich langsameren zweiten Halbfinale hätte er eine echte Chance gehabt, über die drei Zeitschnellsten ins Finale zu kommen. Christian Pomp (TSV Dinkelbühl) ereilte über die 2000 m Hindernis ein ähnliches Schicksal. Trotz neuer persönlicher Bestzeit von 5:57,57 reichte die fünfzehntbeste Leistung gerade einmal nicht mehr, um das Finale der vierzehn besten Athleten zu erreichen.

Vom Obertraublinger Tobias Soller hatte man ein Vordringen unter die Besten Acht der Welt insgeheim erwartet. Es spricht für die Cleverness des Regensburgers, dass er unter ungewohnten Umständen mit Männerabständen bei B-Jugend-Hürdenhöhen zum rechten Zeitpunkt die Höchstform abrufen hat können. Über 13,60 im Vorlauf und 13,78 im Halbfinale steigerte sich Tobias Soller als glänzender Fünfter noch einmal um eine Hundertstel auf 13,59. Schade, dass die grandiose Leistung nicht rekordfähig ist.Eben diese Erfahrung fehlte dem zweiten Domstädter Stephan Wittl nach gerade einmal eineinhalb Jahren Leistungssport noch, um im Halbfinale seine zweifellos noch vorhandenen Kräfte richtig einzuschätzen. Mit 22,4 für die ersten zwei hundert Meter und 34,2 eingangs der Zielgerade ging er mit Zeiten an, die er vorher noch nie auf das Kunststoffoval gelegt hatte, musste aber seinen Parforceritt noch mit dem Durchreichen bis auf Platz sieben bezahlen. Dass der Dietfurter dennoch mit 48,86 passabel ins Ziel kam, spricht für sein enormes Kämpferherz.

Insgesamt konnten Deutschlands Jungtalente ihrem eigenen Verband mit überzeugenden Leistungen zeigen, dass dessen Zurückhaltung bei der Nominierung bzw. dessen eher ablehnende Haltung gegen über diesen Meisterschaften nicht angebracht war. Es liegt nun am Verband selbst, die zweifellos immer noch vorhandenen Talente zu pflegen, um auch im Aktivenbereich wieder besseren Zeiten entgegen sehen zu können.