Kommentar zur unbarmherzigen Regelauslegung bei den BayerischenStranlaufmeisterschaftenRegensburg, 22. Oktober 2001

Vom unsäglichen Misserfolg der AG Breitensport, gute Meisterschaftenausrichten zu wollen

Tatort Geiselhöring, ein verregneter Vormittag auf menschenleeren Straßen.Wieder einmal waren Bayerns beste Straßenläufer in die niederbayerischeLäuferhochburg gekommen um Meisterschaftstiefpunkte zu erleben. Eineuntaugliche Pendelstrecke, von der die Niederbayern schon aus alterGewohnheit nicht lassen wollen, dazu ein Start- und Zielbereich, der vieleWünsche offen ließ. Alle fünf Minuten etwas Leben, wenn die Läufer undLäuferinnen wieder einmal vorbeihuschten. Dazwischen einfach nichts, weildem Sprecher eben auch nichts mehr einfiel. Die Siegerehrung entwickelt sicherneut zur Geduldsprobe bis in den frühen Abend hinein. Macht nichts,Geiselhöring liegt zwar nicht gerade an den Magistralen desFreistaates, aberdie Sportler von Alzenau, Berchtesgaden oder Immenstadt sind derlei ja schongewohnt, wenn sie denn überhaupt noch kommen.

Keiner aber sollte sagen, dass die übereifrigen Funktionäre der AGBreitensport im Landesverband nicht alles getan hätten, um mit "ihren Meisterschaften endlich das Prädikat "von gut zu top" zu erreichen. DerBeweis: Dem fadenscheinigen Gerücht, mit den leichtathletischen Regeln soihre Probleme zu haben, boten sie an jenem Sonntag keck die Stirn. DerVorfall: zwei Schüler, genauer gesagt eine Schülerin und ein Schüler des vonihnen wenig geliebten Großvereins LG Domspitzmilch Regensburg hatten imströmenden Regen und der Aufregung unmittelbar vor dem Start ihre Trikotsbeim Herausholen aus der regenschützenden gemeinsamen Tasche verwechselt.Der Faux pas wurde noch während des Rennens bemerkt und in der EDV lautlosund schnell berichtigt. Problem gelöst dachten alle. Von wegen, schon zehnMinuten später steckte ein überkorrektes Schiedsgericht die Köpfe zusammenund disqualifizierte in unbarmherziger Weise die beiden Pechvögel ohne sievorher gehört, noch befragt zu haben. Niemand hatten sie benachteiligt, dieFolgen aber waren groß. Futsch war der Mannschaftstitel für die kleinenRegensburgerinnen, die nachrückenden Berchingerinnen konnten sich jedochauch nicht freuen, weil ihr Titel, den sie auf dem grünen Tisch gewonnenhatten, plötzlich auch in Frage stand. Sie waren nämlich durch die Umständenur mehr das einzige Team in der Wertung und dadurch auch nicht mehrmeisterschaftswürdig.

Dass die Funktionäre bei der irgendwann später unter Ausschluss derÖffentlichkeit stattfindenden Siegerehrung die Medaillen für den Nachwuchsschlicht und einfach vergessen hatten, sei nur am Rande erwähnt. So ist abereinmal das Leben. Die einen, sprich Schüler, bringen Leistung, machen einenFehler und werden so um den Lohn ihrer Arbeit gebracht. Die anderen, sprichFunktionäre, lassen diese Leistung permanent vermissen, machen auch Fehler,und das in regelmäßiger Folge und kommen ungestraft davon.

Der Wille zum Bessermachen sollte bei den "Breitensportmachern" da sein. Mitflammenden Herzen forderten Verbandsobere noch beim tags zuvorstattfindenden Workshop bei auszurichtenden Veranstaltungen Teamfähigkeitein. Genau diese fehlt ihnen selbst. Mit penetranter Hartnäckigkeitverweigern sie der AG Wettkampfwesen den Zugriff auf die Meisterschaftenaußerhalb des Stadions. Bleibt die Frage offen, für was eine AGWettkampfwesen überhaupt da ist, wenn sie für ihre ursächliche Arbeit nichtbenutzt wird.

So geht's bei den Oberrepräsentanten des Landes-Breitensports schließendlichnicht nicht mehr um die Frage, ob sie die Meisterschaften außerhalb desStadions besser ausrichten wollen, sondern vielmehr um das Grundproblem,dass sie es nicht besser können.gez. Kurt Ring

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