Deutsche Marathonmeisterschaften - 30.4.2000 - Bericht

Silber für Damenteam/Totaltriumph für Kaufmann, Berkmiller und Pfandorfer in der W35

2000-04-30_lgdr_dm2k_mar Ines Cronjägers Marathondebüt bei den Deutschen Marathonmeisterschaften in Duisburg wurde zum ganz persönlichen Triumphlauf: Mit excellenten 2:41:00 holte sich die 23-jährige Newcomerin gleich bei ihrem erstem Marathon den Einzeltitel und legte damit auch noch den Grundstock für weiteres Gold ihres Vereins LG Seesen in der Mannschaftswertung (8:22:43). Die wieder sehr ausgeglichen laufenden Athletinnen der LG Domspitzmilch Regensburg mit Katharina Kaufmann, Sophie Berkmiller, Ellen Schöner, Gaby Pfandorfer und Monika Hirt als Einlaufsiebte bis elfte konnten sich dennoch über Teamsilber mit guten 8:33:05 freuen. Bei den Herren überraschte Matthias Körner (SC DHfK Leipzig) den etwas höher eingeschätzten Rainer Wachenbrunner (LG Nike Berlin) durch einen harten Antritt auf den letzten zwei hundert Metern und siegte mit allerdings mäßigen 2:20:05. Habib Boukacheb (LAC Quelle Fürth/München) wurde Dritter in 2:21:09. Der Mannschaftssieg ging erwartungsgemäß an den Korschenbroicher LC, der allerdings nur knapp vor dem Überraschungszweiten TV Geiselhöring mit Michael Braun (9./2:26:42), Christian Grundner (26./2:33:31) und Reinhold Hierlmeier (27. und 5. M40/2:33:43) lag. Die leistungsstarken AK-Wertungen W35/40 und M40 wurden eine Beute der LG Domspitzmilch Regensburg und des TV Geiselhöring (Hierlmeier, Bernhard Lohmeier und Josef Vogl), wobei Traudl Haslbeck auch noch neben Platz sechs bei den Frauen mit 2:49:18 auch noch W40-Gold holte und mit ihren Kolleginnen Heidi Stalla-Willer (7. W35/3:05:35) und Gertrud Jäger (7. W45/ 3:21:33) Bronze in der AK-Temwertung gewann. Dort schaffte der überlegene Titelverteidiger LG Domspitzmilch Regensburg in der W35-Einzelwertung den Durchmarsch: Katharina Kaufmann (2:50:43), Sophie Berkmiller (2:51:06) und Gaby Pfandorfer (2:53:34) belegten die Plätze eins bis drei und holten alle Medaillen. Mit Alexander Schatz vom SC Roth holte ein weiterer bayerischer Läufer den Titel in der M40 und untermauerte damit die weiß-blaue Senioren-Dominanz.

Die Läuferinnen der LG Domspitzmilch Regensburg glänzten auch bei diesen Marathonmeisterschaften durch eine in Deutschland von anderen Teams unerreichte Ausgeglichenheit. Wie an der Schnur gezogen kamen die wieder erstarkte Katharina Kaufmann als DM-Siebte und W35-Meisterin in 2:50:43), Sophie Berkmiller als Achte und W35-Zweite mit 2:51:06, die am Schluss etwas nachlassende Ellen Schöner als Neunte mit 2:51:16, die W35-Dritte Gaby Pfandorfer als Zehnte mit 2:53:34 und Mikki Hirt als Elfte mit 2:53:57 ins Ziel, was den Stadionsprecher gleich zur Annahme verleitete, dass die Regensburgerinnen wohl Mannschaftsmeister geworden sein müssten. Da wusste Teamleiter Kurt Ring aber schon längst, dass sich das Blatt durch den voll stechenden Joker der LG Seesen in Form der neuen Meisterin Ines Cronjäger zu Gunsten der Norddeutschen gewendet hatte, deren zweite Läuferin Kerstin Brüning (5./2:46:03) Mitte der Distanz der lange auf Platz vier laufenden Domspitzmilchläuferin Ellen Schöner schon vorher den Schneid abgekauft hatte. Es war einfach nicht der Tag der Regensburgerinnen. Wohl blieben alle innerhalb ihrer Möglichkeiten, der Ausreißer nach oben, der Kathi Kaufmann 1997 in Regensburg zum Vizemeistertitel trug, fehlte diesmal im Team.

Den Kampf um die "kleine Meisterschaft", den Seniorentitel hatten die drei Oldies Katharina Kaufmann, Sophie Berkmiller und Gaby Pfandorfer stets im Griff. Als nach ca. zwanzig Kilometern auch noch die W35-Meisterin im Halbmarathon, Ulrike Hoeltz von der LSG Karlsruhe im Dreierpack überholt wurde, war der Dreifachtriumph der Domspitzmilchdamen perfekt, der Sieg in der Mannschaftswertung zudem wieder mit Riesenvorsprung in 8:35:23 eine todsichere Sache.

Dass der TV Geiselhöring mit seiner Politik des "Marathon-Nestes" durchaus auf dem richtigen Weg ist, bewies er in der Männer-Mannschaftswertung. 7:33 Stunden waren lediglich nötig, um die Teamwertung zu gewinnen, d.h. dreimal eine auch in Bayern alltägliche 2:31 wäre ausreichend gewesen, um ganz oben zu stehen. Und weil die Niederbayern eben aus einem großen Reservoir ordentlicher Langstreckler schöpfen können, wäre es ihnen beinahe gelungen mit einem Altmeister Michael Braun, einem M40-Mann Reinhold Hierlmeier und einem bisher national nicht auffallenden Christian Grundner ganz oben zu stehen.