Fast ein Regensburger Totalerfolg beim Bayerncup Landshut 13.05.2000 - Ergebnisse

SWC 46 Damenmannschaft punktgleich mit Erstem Vizemeister

Die Jugendstalffel mit Bestzeit als Cup-Winner Nichts an Spannung ließ der diesjährige Bayerncup-Endkampf in Landshut vermissen. Die neuen Titelträger bei der inoffiziellen Bayerischen Mannschaftsmeisterschaften konnten sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen erst in den abschließenden 4x100 m-Staffeln durchsetzen. Beim starken Geschlecht siegte zum vierten Mal hintereinander das Team der LG Domspitzmilch Regensburg vor den überraschend starken Mannschaften des FC Passaus und der LG Rupertiwinkel. Bei den Damen lieferten sich die lediglich drei angetretenen Crews des SWC 46 Regensburg, der LAG Mittleren Isar und des Hausherrn, des ETSV 09 Landshut praktisch bis auf die Zielgerade der abschließenden Sprintstaffel einen heißen Fight um den obersten Platz auf dem Treppchen. Bei Punktgleichheit gewann Lokalmatador ETSV 09 Landshut vor dem SWC 46 Regensburg. Während bei den Männern bis auf die LG München alle anderen 11 Teams antraten, verzichtete bei den FrauenTitelverteidiger MTV Ingolstadt noch am Vortag des Wettkampfes auf Grund zahlreicher Ausfälle, ein mageres Häuflein von drei Mannschaften blieb übrig.

Ausschlaggebend für den erneuten Triumph der LG Domspitzmilch Regensburg war deren Ausgeglichenheit und eben das eingewechselte Sprintquartett mit den Jugendlichen Christian Henfling, Andre Neger, Jochen Schweitzer und Alexander Ried, das sich beim Staffelshowdown erneut auf 42,89 steigerte und sich so immer mehr der nationalen Nachwuchselite nähert. Ihr Bester, Andre Neger gefiel auch noch im Einzelwettbewerb als Fünfter mit programmgemäßen 11,32. Lediglich der unglücklich taktierende Ersatzmann vom Ersatzmann über 800 m, Thomas Krebs die vorher nomminierten German Hehn und Thomas Schmid waren verletzt und erkrankt ausgefallen handelte sich mit Rang sechs in einer reinen Spurtentscheidung mit für ihn indiskutablen 2:06,34 in den Laufwettbewerben eine noch schlechtere Platzierung ein. Zuvor hatte bereits Teamkollege Jean-Jacques Faurie über 5000 m für gehörig Furore gesorgt. In einem wahren Parforce-Ritt schaffte der Domspitzmilch-Mann bei keineswegs optimalen Bedingungen im Alleingang als einsamer Sieger erstmals mit 14:56,55 den Sprung unter die 15 Minuten. Über die Bahnrunde holte Reserveläufer Markus Dollinger praktisch auf den letzten Metern drei Plätze heraus und war am Ende glücklicher und unerwarteter Vierter mit 52,58. Einer der Matchwinner war sicherlich Hürdenmann Bernhard Floder, ebenfalls gehandicapt durch eine Leistenverletzung. Mit 14,80 sorgte er über 110 m Hürden für den dritten Domspitzmilch-Einzelerfolg und holte auch noch wertvolle Punkte im Hochsprung mit Platz drei und unerhofft guten 1,92. Der an einer Fußverletzung laborierende Florian Schönbeck musste im Weitsprung von Gregor Neumann vertreten werden, der mit 6,38 lediglich auf Platz sechs landete. Der Domspitzmilch-Vorzeigeathlet wollte dann wenigstens im Diskuswurf sein Scherflein beitragen. Als der "Flo" im fünften Versuch seinen besten Wurf auspackte, fand der Kampfrichter den Einschlag aber nicht. Der fällige Wiederholungswurf landete außerhalb des Sektors. Übrig blieben 42,00 m und Rang vier. Gegen den überragenden Werfer des Cups, Helmut Mayniak (FC Passau), wäre eh kein Kraut gewachsen gewesen. Dessen 48,61 waren für den Regensburger Zehnkämpfer genauso eine Nummer zu groß wie schon eine Stunde vorher 67,80 im Speerwurf für den wackeren Domspitzmilch-Verteter Ralf Wagner (3. mit 62,28) unerreichbar waren. Der musste auch im Kugelstoßen mit 13,89 als Vierter unerwartet Federn lassen, weil der Job als Assistenzarzt im Krankenhaus eben doch nicht so einfach mit Leistungssport kombinierbar ist. Vorjahressieger Thorsten Kraus, frisch am Meniskus operiert, konnte da selbst mit den besten Ratschlägen nicht helfen. Letztendlich geht der am Ende noch klare Sieg der LG Domspitzmilch auf Grund der gleichmäßigen Leistungen und eben der wie aus einem Guss laufenden Staffel voll in Ordnung.

Beides hatten die Damen des SWC eigentlich auch zu bieten. Leider aber war die Ausgeglichenheit bei nur drei Mannschaften weniger gefragt. Bei Punktgleichheit zählt nun einmal die größere Anzahl an Einzelsiegen und da hatten die Regensburgerinnen mit Andrea Weinhardts Weitsprung (5,25), Christine Kollers Hochsprung (1,64), Susanne Ueblers 100 m Hürdenresultats (14,88) und Kathrin Schönfelds 800 m-Lauf (2:20,84) genau einen weniger als der glückliche Hausherr und neue Cupsieger ETSV 09 Landshut. In der Staffel hätten es die SWC-lerinnen noch umbiegen können. Aber erstens wehrte sich dort die bereits geschlagene LAG Mittlere Isar mit der Mittelstrecklerin Susi Falkenstein am Schluss mit Haut und Haaren, und zweitens schöpfte das Quartett mit Andrea Holzapfel, Susanne Uebler, Sabine Lohner und Stefanie Knorr letztendlich ihr läuferisches Potential mit 50,39 nicht ganz aus. Stefanie Knorr führte sich als Neuzugang bei den SWC-lerinnen im Speerwurf und über 400 m mit zwei zweiten Plätzen (37,94/58,32) gleich beachtlich ein. Das Teamergebnis vervollständigten über 100 m Susanne Uebler (2. mit 12,92), Christine Koller (2. Diskus mit 27,28), Andrea Holzapfel (3. Kugel mit 7,94) und Veronika Koder mit 13:38,56 als Dritte über 3000 m.

Im nächsten Jahr will man von Verbandsseite dem vor allem beim schwachen Geschlecht schwächelndem Cup mit einigen Erneuerungen etwas auf die Sprünge helfen. Beim jetzt schon feststehenden Endkampf 2001 am 12. Mai in Regensburg sollen bei den Frauen der Diskuswurf und die 400 m nicht mehr zur Austragung kommen, um auch kleineren Vereinen mit geringerem Athletinnenpotential die Teilnahme zu ermöglichen. Außerdem wird der Bayerncup mit dem traditionellen Rolf-Watter-Sportfest kombiniert sein. Es wird also erheblich mehr im Stadion los sein.