Olympiaauscheidung Mehrkampf Bayer. Mehrkampfmeisterschaften Ratingen/Illertissen 22./23.7.2000 - Bericht

Sechster bei der Olympiaauscheidung mit 7809 Punkten/Bernhard Floder Bayerischer Vizemeister

Kiefner-Foto - Andre Neger weiter in Topform Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung verfehlte Regensburgs Zehnkampfass, Florian Schönbeck von der LG Domspitzmilch/Jahn, bei der Mehrkampf-Olympiaauscheidung in Ratingen die 8000 Punkte als Sechster mit 7809 Zählern noch deutlich. Bei den gleichzeitig stattfindenden Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften in Illertissen kam lediglich Bernhard Floder (LG Domspitzmilch/Jahn) durch. Mit 6714 Punkten wurde er im Männer-Zehnkampf Vizemeister. Seine beiden Teamkollegen Wolfgang Hübl und Markus Dollinger mussten schon in der zweiten Disziplin verletzt aufgeben. Eine weitere Bronzemedaille holte im Fünfkampf der männlichen Jugend B der Obertraublinger Tobias Soller mit 3188 Punkten.

Glück und äußere Umstände standen nicht auf Seiten Deutschlands bester Mehrkämpfer bei der offiziellen Olympia-Ausscheidung in Ratingen. Nachdem noch im Mai im Mehrkampf-Mekka Götzis drei deutsche Zehnkampfrecken über 8400 Zähler gebracht hatten, gelang dies in Ratingen nur noch dem Karlstädter Stefan Schmid. Gallionsfigur Frank Busemann war von vornherein verletzungsbedingt nicht angetreten, der dritte Sydney-Kandidat Mike Maczey war mit 8004 Punkten gerade noch über die 8000er-Grenze gekommen. Dort wollte sich auch Florian Schönbeck ansiedeln, doch der erste Wettbewerb, die 100 m, waren mit 11,40 nicht gerade der richtige Glanzstart. Nachdem er im Weitsprung mit 7,10 positiv überraschte, beim Kugelstoßen und beim Hochsprung sich mit 14,45 und 1,89 im Soll bewegte, blieben die Uhren beim 400 m-Lauf leider erst bei 50,19 stehen, glatt eine Sekunde langsamer als eingeplant. Dass auch die anderen Asse hier weit hinter ihren Erwartungen blieben, half dem Blondschopf am Ende des ersten Tages natürlich wenig.

Seine durchaus vorhandenen verbesserten Möglichkeiten ließ der Domspitzmilch-Athlet dann im 110 m-Hürdenlauf mit neuem Hausrekord von 14,56 aufblitzen, und das bei einem Gegenwind von 0,8 m/sec, um beim Diskuswurf gleich wieder mit 41,84 ein wenig zu patzen. Noch einmal bäumte sich der LGR-ler in seiner Paradedisziplin, dem Stabhochsprung auf. 5,16 standen am Ende zu Buche, soviel wie bei keinem anderen Zehnkämpfer an diesem Tag, und die 5,26 wären mit etwas mehr Glück auch möglich gewesen. Damit hatte er letztendlich aber sein Pulver verschossen. Mäßige 53,12 im Speerwurf und 4:32,75 über 1500 m reichten zu 7809 Punkten, die im Vergleich zu den wesentlich höher eingeschätzten Kollegen gar nicht mal so schlecht waren, aber eben immer noch die verdammte "Sieben" als erste Ergebnisziffer beinhalten.

Dem im Frühjahr von einem Bänderriss gebeutelten Regensburger bleibt nun als letzte Möglichkeit zur Ergebniskosmetik entweder der USA-Länderkampf oder aber die DM, Anfang September in Wesel.

Teamkollege Bernhard Floder mühte sich bei den "Bayerischen" zwar redlich, verschiedene Weh-Wehchen im Verlauf der Vorbereitung ließen ihn aber längst nicht in der Form des Vorjahres antreten. Am Ende reichten 6714 Punkte (11,39-6,43-13,14-1,90-51,61-14,75-34,79-4,20-44,88-5:10,84) noch zu Silber hinter Stefan Ritschel (TSV Schwabmünchen 6920 P.) Das Team mit Wolfgang Hübl und Junior Markus Dollinger war bereits beim Weitsprung auf Grund von Verletzungen geplatzt. Die oberpfälzer Fahnen hielten dann lediglich noch Tobias Soller bei der mJB als Fünfkampfdritter mit 3188 Punkten (11,33-6,16-9,65-1,85-53,92) und Kathrin Widder (TV Amberg) als Sechste bzw. Vierte im Vier/Siebenkampf der wJB mit 2821/4685 Punkten (15,66-1,54-10,65-25,66 / 5,12-34,43-2:28,54) aufrecht. Knapp an Bronze vorbei lief die 3x1000 m-Schülerstaffel der LG Domspitzmilch in 9:02,68 in der Besetzung Dominik Lieske (LG/Post-Süd), Stefan Schnabel (LG/TSV Dietfurt) und Benedikt Schäffer (LG/SG Painten).

Bei einem Meeting in Höchstadt dominierten Jean-Jacques Faurie und Thomas Krebs (beide LG Domspitzmilch/Jahn) den 5000 m Lauf nach Belieben und blieben mit 15:02,57 und 15:08,31 nur knapp über ihren Hausrekorden. Einen solchen erzielte der Vierte des Rennens, Rudi Salzberger (LG Domspitzmilch/Jahn) mit seinen 15:43,91, ebenso wie der Sieger über 1000 m der männlichen Jugend B, Oliver Köhler (LG Domspitzmilch/TSG Laaber) mit 2:45,76.

Die Domspitzmilch-Sprinter wollten es indessen noch einmal bei Meetings in Germering und Freilassing wissen. Stefan Wittl (LG /TSV Dietfurt) deutete mit seinen 22,61 über 200 m an, dass er bei seinem ersten DLV-Länderkampf am kommenden Wochenende in Frankreich über 4x400 m erneut eine Galavorstellung abgeben will. Andre Neger (LG/Jahn) sprintete die 100 m in 11,06, 11,08, 11,09 und landete in Freilassing mit Teamkollege Jochen Schweitzer (11,28 - beide LG/Jahn) sogar einen Doppelsieg bei der männlichen Jugend A.

Anja Schweitzer (LG/Jahn), als 100 m-Achte (Frauen) mit 12,77 und die Jugendliche Katharina Karl (LG/TV Etterzhausen) mit 28,33 über 200 m liefen in Germering nahe an ihre diesjährigen Bestzeiten heran.