1) Die Atmung Welchen Unsinn habe ich schon über das Atmen beim Laufen gehört oder gelesen. Dabei ist die Sache mit dem Schnaufen eine ganz einfache, weil der Körper sich ganz automatisch die Luft holt, die er für die entsprechende Belastung braucht. Eins erscheint mir dennoch wichtig, es zu erwähnen. Manche kommen auf die Idee, ausschließlich durch die Nase zu atmen. Die Folge ist eine Brustatmung, die zur Pressatmung wird. Luft holen durch den leicht geöffneten Mund führt dagegen zur entspannenden Bauchatmung. Unerfahrene sollten zumindest auf ein kräftiges Ausatmen achten, um lästiges Seitenstechen zu vermeiden.

2) Das Lauftempo Die meisten Läufer/innen laufen in der Regel viel zu schnell. Der Ermüdungseffekt ist dabei natürlich ein hoher, die innere Befriedigung eine große - man spürt ja schließlich, dass man was getan hat. Der Trainingseffekt ist im Gegensatz dazu aber ein unvergleichlich geringerer. Wie schnell und wie langsam man wirklch laufen sollte und wie man das kombinierenmüsste, wissen die Profis bei den Lauftreffs und in den Vereinen. Der Weg dorthin lohnt sich vor allem für dieblutigen Anfänger allemal.

3) Die TrainingspartnerNatürlich ist es schöner mit einem gleichgesinnten Partner durch die Gegend zu laufen. Man sollte sich aber schon von vornherein drauf verständigen, dass man bei dem bevorstehenden Lauferlebnis eben Partner und nicht Gegner ist. Sonst kommt der Schwächere all zu leicht unter die Räder und der könnten auch Sie sein. Laufen mit ungleich Stärkeren oder Schwächeren ist nur etwas für erfahrene Läufer~ innen, die in der Lage sind, das Vermögen des anderen richtig einzuschätzen, um dann auch selbstverantwortlichrichtig handeln zu können.

4) Die BekleidungWas die Leute so alles beim Laufen anziehen, ist abenteuerlich. Aber selbst jene, die sich im Fachhandel betreffs Funktionsbekleidung bestens beraten lassen, neigen dazu, viel zu viel anzuziehen. Der dadurch entstehende Hitzestau fördert weder das Wohlfühlen noch die Laufleistung. Selbst an der Frostgrenze kann man mit einem Funktionshemd und einer Goretexjacke darüber bestens laufen, obwohl man beim Herumstehen frösteln würde. Kaufen Sie sich Laufsocken, die absolut passen. Stofffalten im Schuh führen unweigerlich zur Blasenbildung. Läufer/innen, die bevorzugt bei Nacht auf öffentlichen Straßen trainieren, ist eine Oberbekleidung mit fluoriszierenden Teilen zu empfehlen.

5) Das Umziehen Lauftreffs beginnen und enden nicht immer dort, wo Dusche und Umkleidekabine in der unmittelbaren Nähe sind. Steht man dann nachher herum und sei es nur zum Stretchen, riskiert man sehr schnell einen Infekt. Der Körper, von der so eben geleisteten Anstrengung geschwächt, ist in solchen Momenten am anfälligsten. Wenn man zu Frösteln beginnt, ist es meistens zu spät. Also runter mit dem nassen Zeug und rein in trockene Klamotten - das Duschen, unmittelbar nach dem Laufen hilft zudem bei der ersten wichtigen Regeneration und verschafft ein zusätzliches Wohlgefühl. Achten Sie auf ihre nassen Haaransätze. Empfindlichen Personen ist ein vollständiges Trockenfönen der Haare zu empfehlen.

6) Die LaufschuheWas wird bloß für ein Kult mit den Laufschuhen betrieben. Unübersehbar die Anzahl der Modelle, Hightec und Design inbegriffen. Passen muss er, der Schuh, ein blasenfreies Laufen gewähren und einem das Gefühl geben, dass man bei jedem Schritt durchaus noch den Kontakt mit Mutter Erde aufnimmt. Viel wichtiger erscheint mir jedoch, dass Problemläufer (Fußanomalitäten, Verletzungsanfälligkeiten etc.) zu einem seriösen orthopädischen Schumacher gehen, dort eine Laufbandanalyse anfertigen und eine individuelle Einlegesohle anpassen lassen. Für Schuh und Einlegesohle gilt auch: nicht erst, wenn beides sich in die Bestandteile auflöst, sollte man es austauschen. Nach spätestens einem bis eineinhalb Jahren ist beides sprichwörtlich ausgelatscht.

7) Das TrainingsgeländeOft muss ich mich schon wundern. Da laufen mir wahre Horden von Lauftreffgruppen über den Weg, alle bestens gemanagt und umsorgt. Sie laufen mir aber immer auf den selben Strecken über den Weg, tagaus tagein auf gleichen Pfaden, wie von einem inneren Zwang getrieben. Freunde, öfter einmal Strecke und Gelände wechseln erhöht nicht nur das Wohlgefühl, sondern kann sich auch durchaus positiv auf die Form auswirken. Es muss nicht immer der Asphalt unter den Schuhen sein. Trampelpfade, Gras und Naturwege sind für die Statur eh viel gesünder. Die Luft ist dort zusätzlich viel sauerstoffreicher, weil der Sauerstoffverpester Nummer eins, das Auto, hier weniger anzutreffen ist.

8) Die Fitness Runner's hiqh besteht bei vielen Enthusiasten vor allem darin, zu laufen, zu laufenund zu laufen. Das allgemeine Fitnesstraining entfällt meistens gänzlich, um' s unvermeidliche Stretchen drückt man sich auch meistens. Die Gestalten, die unsere Volksläufe mit den aberwitzigsten Laufstilen, werden immer skurriler. Viele der Läufer/innen sind muskulär soverkürzt bzw. schwach ausgeprägt, dass oft schmerzhafte und chronische Verletzungen die unweigerliche Folge sind. Selbsteiner wie ich, dessen Laufstil immer noch als schön bezeichnet wird, kann davon ein Lied singen. Also, von Anfang anden inneren Schweinehund überwinden und sinnlose, weil nicht gelaufene Einheiten konsequent mittrainieren!

9) Die PlanungWie oft schon musste ich von Läufer/innen hören: "Mein Körper sagt mir ‚ dies und jenes zu tun, und sie machen dennoch alles verkehrt. Auch bei Dingen, die der Lust unterworfen sind, wie eben auch das Laufen, macht eine gewisse Beachtung der Gesetzmäßigkeiten durchaus Sinn. Was bringt es denn, wenn man sich nach einem scharfen Tempotraining tags darauf erneut die Peitsche gibt und dann tagelang ermattet durch die Gegend schleicht. Wer sein Training noch nicht selbst sinnvoll und planvoll gestalten kann, findet jederzeit Rat bei Lauftreffs und Vereinen.