EM-NominierungRegensburg, 11. Juli 2002 - Kommentar

DLV schoss sich mit völlig überzogenen EM-Normen ein Eigentor

Regensburg, 11. Juli 2002 (orv) - Nun liegen sie also hinter uns, die 102. Deutschen Leichtathletikmeisterschaften im Wattenscheider Lorheide-Stadion. Es waren schöne Meisterschaften mit einem Europarekord und spannenden Entscheidungen. Den vom DLV erhofften Durchbruch Richtung Europameisterschaften haben sie jedoch nicht gebracht. Die vom Verband geforderten Richtwerte für die europäischen Titelkämpfe Anfang August in München wurden an den beiden Tagen von weniger als zwanzig Athleten/Innen übertroffen. Selbst Olympiasieger Nils Schumann braucht die Sonderregelung über die sogenannte Nachwuchsnorm und hat dabei das Glück, gerade noch dem Jahrgang 78 anzugehören. Nils Schumann und ebenso sein weibliches Pendant Yvonne Teichmann, bei der WM im letzten Jahr immerhin noch Finalistin, sind für die deutsche Leichtathletik keineswegs ein Härtefall. Vielmehr sollten sie angesichts der rückläufigen Talentzahlen als absoluter Glücksfall betrachtet werden. Die Verantwortlichen des DLV litten jedoch im Vorfeld der Europameisterschaften unter einer völligen Fehleinschätzung der tatsächlichen Leistungssituation in Deutschland. Nicht anders ist es zu erklären, dass man seinen Hoffnungsträgern Normen vorsetzt, über die inzwischen ganz Europa hämisch grinst. Beispiel 1500 m: Eine Woche vor den nationalen Titelkämpfen war noch kein Europäer jene ominösen 3:36,00 gelaufen, die den Normenmachern im DLV erst gut genug sind, damit man in München laufen kann. Gott sei Dank gehört Franek Haschke noch der jüngeren Generation an und darf trotzdem. Gerade der 1500 m Lauf ist ein Paradebeispiel dafür, was auf die deutsche Leichtathletik so in den nächsten Jahren zukommen könnte. Waren Meisterschaftsrennen mit einem Ausgang jenseits der 3:40 eigentlich immer unter der Kategorie Bummelrennen einzustufen, muss 2002 einfach festgestellt werden, dass sämtlliche Finalisten, außer eben erwähntem Franek Haschke, gar nicht schneller laufen können als jene 3:43 und schlechter, die sie als ehrenwert Geschlagene abgeliefert haben. Natürlich sind die Verantwortlichen in einer Zwickmühle. Einerseits sollen sie dem gierigen Medienvolk Medaillen in Serie produzieren, andererseits haben sie sich dem sauberen Hochleistungssport verschrieben, was sie absolut ehrt. Sich jetzt aber hinzustellen und Leistungen von den eigenen Schützlingen zu fordern, welche jene unter solchen Vorbedingungen einfach nicht bringen können, ist gelinde gesagt einfach naiv. Da bedarf es schon vieler kleiner Tricks wie der dubiosen Nachwuchsnorm - vorher wusste noch kein Mensch, dass man mit 24 noch Nachwuchs ist - des Meisterbonus und der sogenannten Härtefälle, um das Team von der Zahl vierzig auf annähernd hundert zu bringen. In maßloser Selbstüberschätzung hat man im deutschen Quartier in Erding sogar 120 Plätze vorreservieren lassen. Nach internationalen Gesichtspunkten könnte man diese Plätze sogar voll machen, hat aber Angst sein eigenes Gesicht zu verlieren. Die typisch deutsche Eigenschaft, Geschriebenes meist als Gesetz zu betrachten und Fehler nur ungern zu revidieren, macht es den Herren vom DLV so schwer, einfach über den Schatten zu springen, was nichts anderes heißen würde, als seinem eh nicht großartig spriesendem Elitenachwuchs auch ohne Endkampfteilnahmechancen die Türen zur EM im eigenen Lande zu öffnen. Es wäre doch so einfach gewesen, die ersten Drei der Titelkämpfe oder Qualifikationsmeetings, sofern sie im Besitz der internationalen Norm sind, zu nominieren. Über jene, die schon im Vorfeld im Besitz der harten Norm waren, braucht man eh nicht zu diskutieren.

Berglauf-EuropameisterschaftenCamara de lobos/Madeira/Portugal, 7. Juli 2002 - Vorschau

Domspitzmilch-Langstrecklerin hofft auf Medaille in der Mannschaftswertung

2002-07-07_berg_em_vorschau Regensburg, 4. Juli 2002 (orv) - Nach sieben Jahren "Euro-Trophy" im Berglauf wird diese Veranstaltung aufgewertet und zur offiziellen Europameisterschaft der EAA. Die erste Berglauf-EM findet am 7. Juli in Camara de lobos auf der zu Portugal gehörenden Atlantikinsel Madeira statt. Der DLV hat für dies Premiere bei den Männern Christoph Fuhrbach (TV Hatzenbühl), Markus Jenne (USC Freiburg) und Frank Türk (SpVgg Mössingen) nominiert. Im Aufgebot der Frauen steht neben Tina Walter (DJK Schwäbisch Gmünd) und Romy Lindner (LG Vogtland) auch Ellen Schöner von der LG Domspitzmilch Regensburg. Ihren letzten Test vor dem Europachampionat legte die Regensburgerin letztes Wochenende beim Osterfelder Berglauf in Garmisch erfolgreich ab. Die 12,5 km über 1300 Höhenmeter schaffte sie dabei in 1:14:33, einer Zeit, die sie noch nicht einmal annähernd in den letzten Jahren erreicht hatte und zugleich Streckenrekord waren. Gelingt es der Domspitzmilch-Athletin, diese Form auch auf Madeira zu zeigen, könnte sie damit den Grundstock für Mannschafts-Edelmetall der DLV-Mannschaft legen.

102. Deutsche Leichtathletik Meisterschaften Wattenscheid, 5.-7. Juli 2002 - Bericht

Domspitzmilch-Hammerwerferin wirft 61,73 und landet hinter Susanne Keil und Simone Matthes

2002-07-07_dm_aktive_bericht Wattenscheid, 6. Juli 2002 (orv) - Am Ende flatterten im Hammerwurfring zu Wattenscheid fast allen EM-Aspirantinnen die Nerven. Lediglich die neue souveräne deutsche Meisterin Susanne Keil (LG Eintracht Frankfurt) konnte mit ihren 66,33 ihre im Vorfeld gezeigten Leistungen bestätigen. Ein glückliches Ende hatten die Titelkämpfe auch für Domspitzmilch-Athletin Manuela Priemer. Mit 61,73 schaffte sie am Ende Platz drei. Tragische Figur des Endkampfes blieb die Silbermedaillengewinnerin Simone Matthes (TSV Bayer Leverkusen), die ohne Norm zu Hause bleiben muss. Auf der Nominierungsliste für München steht auch noch die Vierte Andrea Bunjes (SV Holtland), die bei der Domspitzmilch-Gala in Regensburg die Norm geworfen hatte. Die ruhige Mittagszeit bescherte den zwölf Endkampfteilnehmerinnen die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums, was sonst eher selten vorkommt: Jeder gültige Wurf wurde beklatscht und verhalf den Athletinnen trotz der kühlen Witterung zu akzeptablen Leistungen. Im Feld fielen die vielen jungen Athletinnen auf - sieben von ihnen sind Jahrgang 1980 oder jünger. Mit ihrem ersten Wurf von 66,33 Metern setzte sich die Frankfurterin Susanne Keil gleich von Anfang an die Spitze des Feldes. "Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich mich nach diesem starken Beginn weiter auf die 70 Meter zubewegen würde. Das war leider nicht der Fall. Aber ich bin dennoch nicht traurig, denn ich bin heute Deutsche Meisterin geworden", äußerte sie sich dazu nach dem Wettkampf. Zwei Versuche lang lag die zweite Normerfüllerin Andrea Bunjes mit 61,67 Metern hinter Keil, bevor sich Manuela Priemer mit 61,73 Metern vor sie schob. Simone Mathes legte im letzten Versuch dann noch 62,38 Meter vor, was ihr die Silbermedaille einbrachte. Der Pechvogel aus Leverkusen schaffte es jedoch nicht, die 16 Zentimeter, die ihr zur harten EM-Norm von 65 Metern noch fehlten, bei den deutschen Titelkämpfen draufzulegen und wird sich die EM von der Tribüne oder vom Fernsehen aus anschauen. Dritte im Nationaltrikot wird Manuela Priemer sein, da sie mit 64,53 Metern die Nachwuchsnorm erfüllt hatte. Sie ist damit - für die LG Domspitzmilch Regensburg startend - eine der wenigen Athleten, die bei der EM als bayerische Lokalmatadoren antreten. Für die übrigen Domspitzmilch-Athleten/Innen lief es nicht ganz so gut. Fakja Hofmann konnte im 5000 m Finale am Ende nicht mehr mithalten und wurde schließlich Zwölfte mit 17:38,52. Ihre Teamkollegin Susie Falkenstein blieb über 1500 m bereits im Vorlauf mit 4:41,76 hängen. Das selbe Schicksal ereilte die 4x100 m Staffel mit Sebastian Wittmann, André Neger, Jochen Schweitzer und Peter Hargasser in der Zeit von 42,16. Peter Hargasser kämpfte sich mit 14,30 ins Semifinale über 110 m Hürden, hatte dort ein wenig Pech mit der Laufeinteilung und blieb trotz achtbester Zeit von 14,26 knapp hängen. Gar nicht erst zum Werfen kam Markus Tschiers. Nachdem beim Einlaufen eine alte Verletzung wieder aufbrach, musste Der Domspitzmilch-Werfer schweren Herzens auf den Diskus-Wettbewerb verzichten. Für Florian Schönbeck scheint sich ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont aufzutun. Bundestrainer Marek will ihn als Härtefall zur EM-Nominierung einbringen.

Europameisterschaften im BerglaufCamara de lobos/Madeira/POR, 7. Juli 2002 - Bericht

Domspitzmilch-Athletin auf Platz 17/ DLV Frauen mit einem Punkt hinter Großbritannien auf Platz vier

2002-07-07_em_berglauf_bericht Camara de lobos/Portugal, 7. Juli 2002 (orv) - Bei den ersten Europameisterschaften in Camara de lobos auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira schrammten die deutschen Läuferinnen hauchdünn an Bronze vorbei. Am Ende fehlte den auf den Plätzen 16,17 und 18 einkommenden Tina Walter (DJK Schwäbisch Gmünd), Ellen Schöner (LG Domspitzmilch Regensburg) und Romy Lindner (LG Vogtland) lediglich ein Punkt auf die Britinnen. Erste Europameisterin wurde mit einem satten Vorsprung die Russin Svetlana Demidenko, die mit ihren 39:59 als einzige Athletin unter vierzig Minuten blieb. Die Belgierin Catherine Lallemand holte sich Silber vor Anna Pichrtova aus Tschechien. Als beste Deutsche kam die DM-Zweite Tina Walter mit 45:30 als Sechzehnte ins Ziel. Nur acht Sekunden dahinter lag Ellen Schöner aus Regensburg, mit einem Abstand von weiteren 26 Sekunden folgte Romy Lindner.

Straubinger Läufercup - 1000 mStraubing, 3. Juli 2002 - Bericht Ergebnisse

Domspitzmilch-Schülerin über 1000 m auf Anhieb unter drei Minuten

2002-07-07_straubing_1000m Straubing, 3. Juli 2002 (orv) - Für das beste Ergebnis beim abschließenden 1000 m Lauf des Straubinger Läufercups sorgte eine Schülerin. Die erst 15jährige Susi Lutz von der LG Domspitzmilch Regensburg schlug in ihrem ersten 1000 m Rennen alle übrigen, teils wesentlich höher eingeschätzten Teilnehmerinnen und blieb mit ihren 2:59,2 auch gleich unter der Drei-Minuten-Schallmauer. Den Hauptlauf der Männer gewann der 39jährige Albert Herzog (SV Gendorf) mit 2:33,9 in einem spannenden Finish gegen den fast das ganze Rennen führenden Andreas Fruhmann (LG Domspitzmilch/2:35,6). Hinter den beiden zur bayerischen Nachwuchsspitze zählenden B-Jugendlichen Jessica Schreder (TV Zwiesel - 2:59,6) und Anna Petermichl (TV Kötzting - 2:59,8) erreichte Andrea Stengel (LG Domspitzmilch) in 3:04,4 als schnellste Dame das Ziel. Eine selbstbewusst und mutig auftretende Susi Lutz drückte dem Damenrennen den Stempel auf. Ohne größerem Federlesen übernahm die Jüngste im Feld sofort mit ein, zwei mitlaufenden Senioren die Tempoinitiative. Den Schlussangriff der klug dahinter laufenden Bayerischen B-Jugendmeisterin Jessica Schreder, die eingangs der Zielgegengeraden bereits an der Regensburgerin vorbeigelaufen war, konterte Susi Lutz auf den letzten 150 Metern im Stile einer angehenden Klasseläuferin. Konsequent setzte sie ihren Vorstoß in einen sicheren Vorsprung um und rettete diesen sicher ins Ziel. Bei den Herren operierte der spätere Sieger Albert Herzog zunächst im Hintergrund. Als der zwei Runden führende Andreas Fruhmann nach siebenhundert Metern etwas nachließ, tankte sich der Altmeister vorbei und brachte das Rennen noch mit leichtem Vorsprung nach Hause. Der in drei vorhergehenden Cupläufen über 10.000 m, 5.000 m und 3.000 m jeweils erfolgreiche Christian Buhrow (SG Walldorf-Astoria) wurde Dritter mit 2:36,6. Auch einige Nachwuchsathleten/Innen der LG Domspitzmilch konnten sich gut in Szene setzten. Bei der männlichen Jugend A siegte Florian Rothe in 2:45,6, auf Platz drei und vier landeten seine Teamkollegen Johannes Wild (2:45,9) undOliver Köhler (LGR/TSG Laaber-2:48,4). Noch schneller war bei der B-Jugend Stephan Schnabel (LGR/TSV Dietfurt) mit 2:45,2 vor seinem Mannschaftskollegen Benedikt Schäffer (LGR/SG Painten) mit 2:48,1. Bei der weiblichen Jugend B steigerte sich als Vierte Eva Ferstl (LGR/SG Painten) auf 3:09,2, dahinter kämpften Helena Niedermeier mit 3:25,6 und Elisabeth Routil mit 3:26,8 um Platz fünf und sechs. Einige Achtungserfolge gab es auch für Regensburger Senioren. Robert Zwickl (LLC Marathon) wurde Zweiter der M30 in 2:37,5 vor Armin Polster (SWC Regensburg - 2:40,4). Ebenfalls als Zweiter lief Peter Kozlowski (LLC Marathon) mit 2:44,7 in der M35 ins Ziel und bei der M50 hieß der schnellste Mann Sepp Berzl (SWC Regensburg - 3:01,2).

102. Deutsche Leichtathletik-MeisterschaftenWattenscheid, 5.-7. Juli 2002 - Vorschau

Domspitzmilch-Hammerwerferin kämpft bei DM um ihre Europameisterschaftsteilnahme

2002-07-05_dm02_vorschau Regensburg, 3. Juli 2002 (orv) - Eine Medaille bei den Deutschen Meisterschaften gab es für Regensburger Athleten/Innen schon lange nicht mehr. Die soll nun Hammerwerferin Manuela Priemer (LG Domspitzmilch) am Wochenende in Wattenscheid holen. Mit einer Weite über 64 Meter und dem Platz auf dem Stockerl würde sie endgültig ihren Start bei den Anfang August in München stattfindenden Europameisterschaften perfekt machen und damit einzige bayerische Vertreterin bei den kontinentalen Titelkämpfen in der Landeshauptstadt sein. Endlaufchancen rechnet sich auch Hürdenläufer Peter Hargasser (LG Domspitzmilch) über die 110 m lange Sprintdistanz aus. Sechs Versuche wird Manuela Priemer Zeit haben, um sich ihren Traum in dieser Saison wahr zu machen. Im alles entscheidenden Wettkampf am Samstag um 11.50 Uhr muss das Gerät zumindest über die 64 Meter-Marke, der sogenannten weichen Norm des DLV, fliegen und nur zwei Gegnerinnen dürfen weiter werfen. Da heißt es cool bleiben und auf das eigene Können vertrauen. Diese Können konnte die gebürtige Wiesauerin, also ein echtes Oberpfälzer Gewächs, bisher noch nicht so recht zur Geltung bringen. Vater Gerhard Priemer wird als verantwortlicher Trainer am Ring so manches Zigarettchen brauchen, um die knisternde Nervenanspannung im Zaum halten zu können. Neben der praktisch schon qualifizierten Susanne Keil (LG Eintracht Frankfurt) zählen Andrea Bunjes (SV Holtland), Simone Mathes und Bianca Achilles (beide TSV Bayer 04 Leverkusen) zu ihren stärksten Gegnerinnen. Eigentlich ist Peter Hargasser gelernter Zehnkämpfer und angehender 8000 Punkte-Mann. Mit seinen erst am letzten Wochenende erzielten 14,06 in seiner Paradedisziplin 110 m Hürden rechnet sich der Domspitzmilch-Athlet aber durchaus Chancen auf einen Endlaufplatz aus. Zuvor schon möchte er mit seinen Staffelkameraden Sebastian Wittmann, André Neger und Jochen Schweitzer versuchen, den Oberpfalzrekord in der 4x100 m-Staffel nochmals unter die in Jena gelaufenen 41,75 zu drücken. Mehrkampfkollege Florian Schönbeck (LG Domspitzmilch) nimmt die Meisterschaften zum Anlass, einmal ohne die restlichen neun Disziplinen beim Stabhochsprung möglichst hoch zu kommen. Sein Hausrekord, zugleich Bezirksbestmarke, steht bei 5,30 und ist durchaus zu packen. Auch Diskuswerfer Markus Tschiers (LG Domspitzmilch/Markt Schwaben) rechnet sich an einem guten Tag Möglichkeiten auf den Sprung unter die letzten Acht aus. Um die 55 Meter hat er heuer eigentlich recht konstant geworfen, mit ein zwei Metern mehr könnte der Traum vom Finale sehr schnell wahr werden. Im Finale sind die beiden Domspitzmilch-Läuferinnen Susie Falkenstein (LGR/ProAthletics Markt Schwaben) und Fakja Hofmann (LGR/Jahn) in der Regel schon, weil meist mangels Teilnehmerinnen über 1500 m und 5000 m selbiges nur stattfindet. Die Markt Schwabenerin möchte unbedingt die 4:30 unterbieten, die Jahnlerin strebt über die zwölfeinhalb Bahnrunden eine Zeit unter 17 Minuten an und hofft auf einen ähnlichen Rennverlauf wie im letzten Jahr, als die Achte mit gerade einmal 16:58 ins Ziel lief.

Deutsche Jugendmeisterschaften Mönchengladbach, 28.-30. Juni 2002 - Bericht

Vizetitel über 400 m bei Jugend-DM und Einzelnominierung für WM mit 47,19

2002-06-30_dm_jugend_bericht Mönchengladbach, 30. Juni 2002 (orv) - Stephan Wittl (LG Domspitzmilch/TSV Dietfurt) hat es nun endgültig geschafft. Mit einer eklatanten Steigerung auf 47,19 reichte es dem Domspitzmilch-Athleten im 400 m Finale bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Mönchengladbach zwar erneut nur zum Vizetitel, die Einzelnominierung für die Junioren-Weltmeisterschaften in Jamaica holte er sich damit aber souverän ab. Drei weiter fünfte Plätze rundeten das gute Oberpfälzer Ergebnis noch ab. Sandra Pfeffer (SV Obertraubling) ersprang sich bei der B-Jugend mit 11,82 diesen Platz, Alexandra Lohwassers (DJK Neustadt/WN) Kugelstoß auf 13,82 reichte auch dafür und Maxi Tschiers (LG Domspitzmilch/ProAthletics Markt Schwaben) Wurf mit der Diskusscheibe auf 49,94 war für die gleiche Platzierung gut genug. Ein kleiner Fehler auf der windigen Gegengeraden verhinderte bei Stephan Wittl nach einem locker herausgelaufenen Vorlaufsieg in 47,65 im Finale dann ganz Großes. Ein wenig zu forsch griff der Dietfurter seine ärgsten Kontrahenten Kambghe Gaba (LG Eintracht Frankfurt) und Thomas Wilhelm (SC Neubrandenburg), auf den Bahnen vier und fünf vor ihm laufend, an. Mit eigentlich zu schnellen 21,7 flog er über die 200 m-Marke und erreichte als erster die Zielgerade. Dort schob sich fast umnmerklich der neue Meister, ein in Frankfurt geborener afrikanischer Zwei-Meter-Schlacks, an dem etwas nachlassenden Domspitzmilch-Mann vorbei und konnte schließlich auch noch dem vehementen Schlussangriff des Regensburgers knapp standhalten. Die erzielten Zeiten von 47,05 und 47,19 waren unter den ungünstigen Windverhältnissen außergewöhnlich gut und lagen deutlich unter dem geforderten Normwert von 47,30 für Jamaica. Dort will Stephan Wittl nun mit einer Zeit unter 47 Sekunden das nachholen, was in seinem engeren Umfeld auf Grund seiner derzeit glänzenden Verfassung schon diesmal erhofft wurde. Mit einer deutlichen Steigerung auf 11,82 lag auch die Obertraublingerin Sandra Pfeffer gar nicht einmal so weit vom Titel weg. Letztendlich entschieden nur ca 25 Zentimeter über Medaillen und Platzierungen. Teamkollegin Lena Matula kam nicht ganz so gut zurecht, erreichte aber mit 14,74 immerhin den 100 m-Hürden-Zwischenlauf, wo sie mit 14,84 hängen blieb. Maxi Tschiers grämte sich eigentlich nur ein wenig über die fehlenden Zentimeterchen, die ihm zur 50-Meter-Marke fehlten. Mit seiner Platzierung konnte der junge Diskuswerfer jedoch allemal zufrieden sein, zumal er auch nächstes Jahr noch dieser Altersklasse angehört. Nach seinem eklatanten 2,07-Satz und der Qualifikation in letzter Sekunde zog sich Hochspringer Andreas Götz (LG Domspitzmilch/SV Lupburg) mit seinem zweiten Zwei-Meter-Ergebnis (2,00) und PLatz zehn bestens aus der Affäre. Ein lumpiger kleiner Fehlversuch kostete ihm den angestrebten achten Platz. Seine Teamkollegen Andreas Gassner, Richard Pfüller und Franz Leidl mussten bei der 4x100 m-Staffel mit gewissen Endlaufchancen dann doch zuschauen. Ein etwas angeschlagener Wadenmuskel von Stephan Wittl ließ vor dem 400 m-Finale seinen Einsatz in dieser Disziplin nicht mehr zu. Franz Leidl hatte sich am Vortag wenigstens nach erfolgreich abgelegten Abitur und stressiger Anreise wenigstens im Vorlauf über 400 m versuchen dürfen (50,58), musste aber dort einsehen, dass 49er-Zeiten für ihn doch noch keine Alltäglichkeit sind. Über 1500 m der weiblichen Jugend B konnte sich die noch der Schülerklasse angehörende Susi Lutz (LG Domspitzmilch) gegen die bis zu zwei Jahre ältere Konkurrenz hervorragend in Szene setzen. Mit einer Steigerung um weitere sechs Sekunden auf nunmehr 4:45,94 verfehlte sie den Endlauf nur um zwei Sekunden, in dem die Straubingerin Regina Schnurrenberger mit feinen 4:28,10 die Silbermedaille holte. Über die doppelt so lange Distanz freute sich Eva Ferstl (LG Domspitzmilch/SG Painten) über ihre erneute persönliche Bestleistung von 10:36,94. Für die Kötztingerin Anna Petermichl reichten die 2:17,04 über 800 m der wJB auch gerade einmal nicht für das Finale. Mit der abiturgedstressten Katharina Zeitler (LLC Marathon Regensburg) über 1500 m der Jugend A und dem gerade einmal von einer Verletzung genesenen Hürdensprinter Tobias Soller (SV Obertraubling) fehlten zwei aussichtsreiche Oberpfälzer Medaillenhoffnungen in Mönchengladbach.

Europacup der MehrkämpferBydgoszcz/Polen, 29./30. Juni 2002 - Bericht

Vierter Platz in der Einzelwertung mit 7821 Punkten bei widrigen äußeren Bedingungen

2002-06-30_eurocup_mehrkampf02_bericht Bydgoszcz/Polen 30. Juni 2002 (orv) - Die Siebenkämpferinnen legten vor und die Zehnkämpfer zogen nach. Der Wunsch von DLV-Teamleiter Claus Marek erfüllte sich, denn die beiden deutschen Teams nahmen vom Mehrkampf-Europacup in Bydgoszcz beide Titel aus Polen mit nach Hause. Die Männer gewannen mit 23.750 Punkten vor den Finnen (22.798) und gestalteten am zweiten Tag ihre Aufholjagd mit Mike Maczey als Einzelsieger an der Spitze erfolgreich. Einen glänzenden zweiten Tag erwischte der Olympia-Teilnehmer von Sydney. Mit guten Leistungen, die Mike Maczey mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 46,98 Metern im Diskuswerfen krönte, holte der Athlet vom Zehnkampf-Team Welle mächtig auf und gewann schließlich die Einzelwertung mit 8.104 Punkten klar vor dem Finnen Jaakko Ojaniemi (7.924). Dahinter landeten bereits die nächsten beiden deutschen Vertreter Stefan Schmid (LG Karlstadt - 7825 P.) und Florian Schönbeck (LG Domspitzmilch Regensburg - 7821 P.) Bei widrigen äußeren Bedingungen mit Kälte, Regen und leistungsmindernden Gegenwinden im Sprints (bis zu 4 m/sec) zog sich der Regensburger nur vierzehn Tage nach seinen 8023 Punkten von Ratingen mehr als gut aus der Affäre. Nach einem verhaltenen ersten Tag mit 11,45 für die 100 m, 7,01 im Weitsprung, 13,11 mit der Kugel, 1,83 im Hochsprung und Saisonbestleistung von 49,34 für die 400 m musste der Domspitzmilch-Athlet zu Beginn des zweiten Tages eine weitere bittere Pille schlucken. Vier Meter pro Sekunde Gegenwind ließen über die 110 m Hürden nur 15,07 zu. Dann aber ging's für Florian Schönbeck nur noch aufwärts. Im Diskuswerfen verfehlte er mit 46,62 seinen Hausrekord nur um 18 Zentimeter, mit dem Stab wurde er bei Sturm und Regen zum Überflieger (5,10), das Speerwerfen schloss er mit starken 60,26 ab und im abschließenden 1500 m-Lauf holte er bei 4:29,86 nochmals alles aus sich raus. Den DLV stellt er damit vor eine verzwickte Situation. Nachdem die EM-Hoffnung Stefan Schmid zwar vier Punkte vor dem Regensburger lag, aber ohne internationale Norm aus Polen zurückkehrt, hat der Veband nun für den unter Umständen einzigen möglichen bayerischen Teilnehmer in München zwei Möglichkeiten. Entweder schickt er ihn mit Sebastian Knabe und Mike Maczey Anfang August ins Stadion oder delegiert ihn erneut zum Hilfsdienst auf die Parkplätze vors Stadion, einer Tätigkeit, die Florian Schönbeck vor zwei Jahren bereits beim Weltcupfinale an gleicher Stelle nachgekommen ist. Angesichts der Tatsache, dass wohl einige Nationen ihren oft nur einzigen Mann mit der internationalen Norm von 7950 Punkten bei der EM ins Rennen schicken werden, ist eine Nichtnominierung für den Münchner Lokalmatadoren und 8000 Punkte-Mann, der nicht einmal für Übernachtungskosten sorgen würde, ein schwer zu verstehender Normen-Starrsinn. Sein Teamkollege Peter Hargasser bereitet sich ebenfalls erfolgreich auf die Deutschen Einzelmeisterschaften vor. Bei einem Meeting in Bern gelang ihm über seine Paradediszipülin 110 m Hürden eine neue persönliche Jahresbestmarke von 14,06. Nun hofft der Regensburger auf eine Endlaufchance nächste Woche bei der DM in Wattenscheid.

Deutsche Jugendmeisterschaften Mönchengladbach, 28.-30. Juni 2002 - Vorschau

LG Domspitzmilch schickt acht Jugendliche nach Mönchengladbach / Obertraubling mit drei Vertretern

2002-06-28_dm_jugend_vorschau Regensburg, 27. Juni 2002 (orv) - Für einige deutsche Nachwuchsathleten/innen sind die diesjährigen Deutschen Jugendmeisterschaften ein ganz besonderer Termin. Die Titelkämpfe im Grenzlandstadion bieten letzte Möglichkeiten, sich doch noch für die Junioren-Weltmeisterschaften in Jamaica zu empfehlen. DLV-Jugendcheftrainer Wolfram Ruth rechnet mit 60 bis 70 Jugendlichen, die den DLV in der Karibik vertreten werden. Unter ihnen ist auch der Regensburger Stephan Wittl (LG Domspitzmilch), wichtiger Faktor in einer aussichtsreichen 4x400 m Staffel. Die Reise zu den nationalen Jugendtitelkämpfen werden mit ihm noch weitere sieben Domspitzmilch-Nachwuchstalente antreten, der SV Obertraubling schickt drei Vertreter/Innen. Eine weitere Oberpfälzer Medaillenhoffnung im Kugelstoßen der weiblichen Jugend A ist Alexandra Lohwasser (DJK Neustadt/WN). Einen echten Einzelnachweis über die Stadionrunde konnte Stephan Wittl aus verschiedenen Gründen heuer noch nicht abgeben, obwohl er auch so mit den bisher erzielten 47,70 knapp an ersten Stelle der Meldeliste steht. Den möchte er möglichst als Deutscher Jugendmeister präsentieren, um auch noch eine Option auf den Einzelstart in Kingston zu haben. Dazu wären mindestens 47,30 nötig. Sein Minimalziel, eine Medaille zu erringen, sollte der Dietfurter auf alle Fälle in die Tat umsetzen können. Hoch hinaus möchte im sprichwörtlichen Sinne auch sein Teamkollege Andreas Götz, der mit seinen 2,07 im allerletzten Moment noch auf den DM-Zug aufsprang und damit bis auf Rang sechs der Nennliste vorrückte. Mit genau zwei Metern wurde man im letzten Jahr im Hochsprung Vierter und da will der Lupburger hin, wenn alles optimal läuft. Für den zweiten Regensburger Viertelmeiler Franz Leidl (LG Domspitzmilch) müsste schon eine Zeit um 49 Sekunden her, um den Traum von Domspitzmilch-Langsprinttrainerin Doris Scheck wahrzumachen, gleich zwei Leute im Finale zu haben. Stephan Wittl und Franz Leidl sind natürlich auch die Erfolgsgaranten für eine 4x100 m-Staffel mit Richard Pfüller am Start und Wolfgang Gassner in der zweiten Kurve, die unbedingt ihre 43,59 von den "Bayerischen" steigern will. Diskuswerfer Maxi Tschiers möchte das Jugendgerät endlich in diesem Jahr über die Fünfzig-Meter-Marke schleudern, was eigentlich Endkampf bedeuten müsste. Ein anderer im letzten Jahr hell strahlender Leichtathletikstern hat in diesem Jahr so seine Probleme. Bleibt abzuwarten, ob es dem Obertraublinger Tobias Soller trotz lädiertem Bewegungsapparat gelingt, nun bei den nationalen Titelkämpfen das Blatt zu wenden und sich zumindest den Endlauf zu erkämpfen. Seine beiden weiblichen Teamkolleginnen Sandra Pfeffer (Drei) und Lena Matula (Drei, Hürden) streben bei der B-Jugend Endkampf und Zwischenlauf an, wollen aber in erster Linie einmal Erfahrungen sammeln wie die beiden Mittelstrecklerinnen der LG Domspitzmilch Eva Ferstl (LGR/SG Painten - 3000 m) und die noch dem letzten Schülerinnenjahrgang angehörende Susi Lutz (1500 m) in der selben Altersklasse. Bereits höhere Ziele kann die zwei Jahre ältere Anna Petermichl (TV Kötzting) über 800 m in Richtung Endlauf ansteuern und die Straubingerin Regina Schnurrenberger ist über 1500 m sogar in die Favoritenrolle geschlüpft. Ein wenig Pech hat Stabhochspringerin Moni Siegfried (SWC Regensburg), die auf Grund der anstehenden Realschulprüfungen im älteren Jahrgang antreten muss, Alina Schmidt (DJK Ensdorf) kann hingegen noch bei den B-Jugendlichen springen.

2002_06_22_neupfarrplatzspringen12002_06_22_neupfarrplatzspringen1

Domspitzmilch-Stabhochspringen in Regensburg, Samstag, 22. Juni 2002

Schlägt der tschechische Meister Martin Kysela den Juniorenweltmeister Alexej Kharafin?

2002_06_22_neupfarrplatzspringen1 Regensburg, 17.6.02 (orv) - Zu einem echten sportlichen Leckerbissen sollte das dritte Marktplatzspringen der LG Domspitzmilch Regensburg auf dem Regensburger Neupfarrplatz werden. Spätestens dann, wenn der Prager Martin Kysela mit Bestleistungen von 5,71 m und der russische Juniorenweltmeister von 2000 Alexej Khanafin mit einem Hausrekord von 5,56 zum Stab greifen, müsste der Meetingrekord von Björn Otto, 2000 mit 5,42 aufgestellt, gehörig wackeln. Mit dem beiden Höhenjägern werden einige gestandene Fünf-Meter-Springer, unter ihnen auch die Lokalmatadoren Gregor Neumann und Florian Schönbeck (LG Domspitzmilch Regensburg) am Start sein. Im Einzelnen kommen aus Zweibrücken Tobias Ulrich (5,42), Christian Schmitt (5,40) und Marvin Osei-Tutu (5,40), der Schweizer Topspringer Dany El-Idrissy (5,20) und der slowakische Meister Rudolf Haraksim (5,15). Natürlich möchten die Domspitzmilch-Springer Peter Hargasser und Ulf Boehrnsen auch Höhen um die fünf Meter und drüber erzielen. Bei den Frauen ist den beiden Tschechinnen Michaela Boulova (4,20) und Lucie Palasova am ehesten zuzutrauen, der Lokalmatadorin Iris Hill (LG Domspitzmilch) den Sieg streitig zu machen. Doch da müssen schon Bestleistungen von 4,15 her. Diese Höhe ist nämlich das Domspitzmilch-Ass erst letzte Woche in England gesprungen. Für die drei jungen Stabartistinnen Christine Frisch, Kathrin Wolfinger (beide LG Donau-Ries) und die Einheimische Moni Siegfried (SWC Regensburg) heißt es zunächst Erfahrungen zu sammeln, um sich langsam an Höhen von 3,50 und mehr heranzutasten. Das Springen wird am Samstag um 11.00 Uhr mit dem Frauenwettbewerb eröffnet. Um 13 Uhr folgt der Höhepunkt mit der Männerentscheidung. Gregor Neumann, der Oldie der Regensburger Stabhochsprungszene, ist ganz heiß auf das Springen mitten in der Regensburger City. Nachdem er erst kürzlich die 5,00 m erneut übersprungen hat, will er am Samstag, wenn alles gut läuft, die 5,20 fordern. Die gleiche Höhe hat sein Teamkollege Florian Schönbeck am Sonntag innerhalb seines zweiten 8000-Punkte-Zehnkampfes gepackt und wenn die Trainer nichts dagegen haben, will der Domspitzmilchspringer unmittelbar vor dem Europacup der Mehrkämpfer, für den er auf Grund seiner Ratinger Leistung nachnominiert wurde, auf jeden Fall am Neupfarrplatz auf Höhenjagd gehen. Iris Hill, derzeit einzige bayerische Vier-Meter-Springerin, hat sich indessen mit ihrem 4,15 m-Satz für die diesjährigen Commonwealth-Spiele in Birmingham qualifiziert. Dies wurde möglich, weil die gebürtige Kauferingerin den Engländer Warren Hill ehelichte und somit für Großbritannien an den Start gehen kann. Die Milchwerke Regensburg mit ihrem Marketingchef Otto Prinzing und Direktor Bauer haben in Coproduktion mit Coca Cola, Thurn & Taxis bzw. Mercedes Benz Regensburg diese kostenintensive Spektakel erst möglich gemacht. Generalstabsmäßig wird dazu am Freitagabend innerhalb vier Stunden ein richtiges kleines Stabhochsprungstadion errichtet, wobei das moderne Kissen, vom Sportzentrum der Universität jedes Jahr dankenderweise zur Verfügung gestellt, von allen Springern in höchsten Tönen gelobt wird. Bereits zwei Stunden nach Ende der Veranstaltung wird von dem Ganzen nichts mehr zu sehen sein.

Domspitzmilch Springen Regensburg, Neupfarrplatz, 22. Juni 2002 - Bericht

Stabhochsprungshow soll wieder tausende Regensburger in den Bann ziehen

2002-06-22_neupfarrplatz_lokalbericht Regensburg, 19. Juni 2002 (orv) - Ein wenig werden Stadtbummler auf den Freisitzen rund um den Neupfarrplatz wieder rätseln, wenn am Freitagnachmittag die Lastwägen der Milchwerke anrollen und seltsame Gegenstände ausladen. So nach und nach entpuppt sich das Ganze dann als Laufsteg, aber keineswegs für die langen Beine von aufregenden Models. Aufregung verspricht der Aufbau der über vierzig Meter langen Anlaufbahn dann dennoch in Fülle. Auf der werden nämlich am Samstag ein Dutzend Stabhochspringer der Weltklasse ihr Können zeigen und sich in luftige Höhen annähernd sechs Metern schwingen. Das Spektakulum heißt Domspitzmilchspringen. "Domspitzmilch" für die Gönner von den Regensburger Milchwerken, die in Zusammenarbeit mit Daimler-Chrysler und Coca-Cola die Show finazieren, und "Springen" für die leichtathletische Disziplin Stabhochsprung. Wenn die Männer und Frauen mit ihren bis zu fünf Meter langen Glasfiberstäben im Hundert-Meter-Sprinttempo am Samstag ab elf Uhr anlaufen, geht meist ein bewunderndes Raunen durch die oft nur zufällig verweilende Zuschauermenge. Wenn der Stab sich dann mit aller Macht in den Einstichkasten rammt, der muskulöse Körper des Athleten unter dem bis zum Zerreissen gebogenen Sportgerät hängt, entlockt es dann vielen Begeisterten Worte wie "Wahnsinn" oder "einfach irre - am Fernseher sieht man das nicht so toll". Das ist dann ganz im Sinne der Macher von der LG Domspitzmilch Regensburg, die ihren Sport einfach einmal "live" zu den Leuten bringen wollen. Ins Uni-Stadion, wenn die alljährlichen Meetings stattfinden, verirrt sich selten ein Außenstehender, die hart gesottenen Fans, wie sie der Fußball oder Eishockey hat, die bei jedem Wetter ihre Lieblinge unterstützen, hat die olympische Kernsportart Nummer eins in der Domstadt nicht. So packt die LG Domspitzmilch nebst dem aufwendig erstellten Anlaufsteg auch noch das riesige Sprungkissen aus dem Uni-Stadion auf den Neupfarrplatz und errichtet innerhalb weniger Stunden eine richtige Sportarena. Spätestens dann, wenn die Stimme Regensburgs, Armin Wolf von Radio Charivari die ersten Fünf-Meter-Sprünge ankündigt, hofft man bei der rührigen Regensburger Sport-Gemeinschaft auf eine dicht gedrängte Zuschauermenge, die den Athleten/Innen dann den richtigen Drive über die Latte vermittelt. 5,42 Meter hoch liegt der Neupfarrplatzrekord und einer, der dies im letzten Jahr geschafft hat, ist auch wieder da. Aus der goldenen Stadt Prag kommt der tschechische Meister Martin Kysela mit einer Bestleistung von 5,70 und herausgefordert wird er von keinem Geringeren als dem russischen Juniorenweltmeister Alexej Kharafin, der immerhin auch schon 5,56 stehen hat. Mit der nötigen Publikumsunterstützung sollte es auch Lokalmatador Gregor Neumann gelingen, die fünf Meter wieder glatt zu packen. Seinen Hausrekord ist er vor zwei Jahren bei diesem Meeting mit genau 5,11 m gesprungen. Die Weltklasse der Damen beginnt bei einer Höhe von vier Metern. Diese Leistung haben schon vier Springerinnen, die am Samstag am Neupfarrplatz antreten, geschafft. Allen voran Iris Hill, die Lokalmatadorin der LG Domspitzmilch, die sich sogar schon einmal über luftige 4,25 geschwungen hat.

Domspitzmilch Springen - Stabhochsprung am NeupfarrplatzRegensburg, 22. Juni 2002 - Bericht

Juniorenweltmeister Alexej Khanafin entschädigt sich mit gelungenem Rekordversuch über 5,61 Bei den Damen scheitert Iris Hill dreimal ganz knapp an 4,25 und siegt mit übersprungenen 4,00

2002-06-22_domspitzmilch_springen Regensburg, 22.6.02 (orv) - In einem dramatischen Finale riss der Prager Martin Kysela das Domspitzmilch Springen (Stabhochsprung) doch noch an sich. Erst im letzten und entscheidenden Jokersprung konnte er die Höhe von 5,40 überspringen und damit den russischen Juniorenweltmeister Alexej Khanafin (5,30) und Marvin Osei-Tutu (LAZ Zweibrücken - 5,20) hinter sich lassen. In einem zusätzlichen Rekordversuch schwang sich dann Alexej Khanafin auch noch auf Anhieb über die in Regensburg und auch von ihm noch nie gesprungenen 5,61. Den Wettbewerb der Frauen gewann die Einheimische Iris Hill (LG Domspitzmilch Regensburg) mit genau vier Metern vor der Tschechin Michaela Boulova und Rhian Clarke aus Großbritannien. Die neue Rekordmarke von 4,25 riss die Regensburgerin dreimal nur ganz knapp. Die Macher von der LG Domspitzmilch, seit der Cross-DM bundesweit bekannt für attraktive Neuerungen, ließen sich auch für ihren Stabhochsprungwettbewerb mitten in der Stadt Neues einfallen. Nachdem das Springen auf Holzstegen sowieso nicht bestenlistenreif ist, kreierten sie einfach den Jokersprung, was nichts anderes heißt, dass jeder Springer, der an einer Höhe dreimal scheitert, noch einmal bei der nächsthöheren Marke einen einzigen, finalen Jokersprung hat, um wieder in den Wettbewerb zurückzukommen. Und exakt dieser Jokersprung machte das diesjährige Springen zum absoluten Thriller. Drei Mann hatten es bei 5,40 noch in der Hand, den Männerwettbewerb an sich zu reißen. Am ehesten traute man dies dem russischen Juniorenweltmeister Alexej Khanafin zu, der 5,10 und 5,30 locker überwunden hatte. Aber auch sein Trainingskollege, Marvin Osei Tutu (LAZ Zweibrücken) schien nach sicher übersprungenen 5,20 nicht chancenlos. Eigentlich schon aus dem Rennen schien der Vorjahreszweite, Martin Kysela aus Prag zu sein. Seine drei vergeblichen Versuche über die 5,30 wirkten alle nicht so, als ob er noch Bäume ausreißen könnte. Mit einem blitzsauberen Sprung nutzte er jedoch als Erster über die 5,40 springend die letzte, aber auch allerletzte Jokerchance. Während der russische Nachwuchsmann in seinen drei Versuchen, teils haushoch über der Latte, immer wieder das Kunststück fertig brachte, diese doch noch mit zu Boden zu reißen, war der Zweibrückener mit seinem Latein und seinen Kräften hier am Ende. 2002-06-22_domspitzmilch_springen Alexej Khanafin, genervt vom eigenen technischen Ungeschick, wollte sich letztendlich vom begeisterten Regensburger Publikum so nicht verabschieden. Kaum der deutschen Sprache mächtig, forderte er einen Rekordversuch über 5,61 - auch dies in Regensburg erstmals möglich - und setzte sein Vorhaben zur Freude der Fans so selbstverständlich in die Tat um, als hätte es nie Zweifel gegeben, dass er der absolute Höhenjäger dieses Tages ist. Großes zeigte auch Lokalmatador Gregor Neumann (LG Domspitzmilch), der rein rechnerisch zwar bei 5,00 hängen blieb, aber bei 5,20 - so hoch war der 37-Jährige bisher in seinem Leben noch nie gesprungen - dreimal nur hauchdünn riss und der Jokersprung über 5,30 der wohl beste seines gesamten Stabhochspringer-Lebens war. Bei der LG Domspitzmilch Regensburg konnte man sich dann zusätzlich über den souveränen Sieg von Iris Hill freuen, die als einzige vier Meter meisterte, damit ihre schärfsten Konkurrentinnen Michaela Boulova (USK Prag - 3,90) und Rhian Clarke (Großbritannien - 3,80) klar abgehängt hatte. Mutig ließ die Regensburgerin, seit ihrer Heirat mit dem Engländer Warren Hill im Besitz der britischen Staatsangehörigkeit, die britische EM-Qualifikationsnorm von 4,25 auflegen und war dabei gar nicht mal chancenlos.

Mehrkampf EM-Qualifikation Ratingen, 15./16. Juni 2002 - Bericht

Regensburger Zehnkampfass wird drittbester Deutscher bei EM-Qualifikation

2002-06-16_ratingen_mehrkampf Regensburg, 7. Juni 2002 (orv) - Mit 11,24 für die 100 m, 7,12 im Weitsprung, 13,88 mit der Kugel, recht ordentlichen 1,86 in seiner Problemdisziplin Hochsprung und 49,63 über die 400 m beendete Florian Schönbeck den ersten Tag der EM-Qualifikation in Ratingen im normalen Rahmen. Bereits ausgeschieden nach dem ersten Tag waren Frank Busemann und der letztjährige Deutsche Meister Jörg Goedicke. Den zweiten Tag begann der Regensburger mit der Einstellung seiner persönlichen Bestleistung von 14,57 über die 110 m Hürden recht verheißungsvoll. Mit nunmehr 4784 Punkten lag er hinter drei weiteren deutschen Konkurrenten in Lauerstellung. Den Diskus schleuderte er mit 44,51 dann auf eine neue persönliche Bestleistung innerhalb eine Zehnkampfes. In seiner Paradedisziplin mit dem Stab schwang er sich wenigsten für einige Zeit zum König der Athleten auf. Keiner sprang heute so hoch wie der Domspitzmilch-Athlet, dessen Latte auch noch bei 5,20 oben liegen blieb. Seine furiose Aufholjagd setzte er mit einem guten Speerwurf fort (60,53), um dann noch einmal im abschließenden 1500 m-Lauf als absolut schnellster Mehrkämpfer mit 4:27,02 über den Zielstrich zu laufen. Der Lohn für die zweitägige Plackerei war mit 8023 Punkten der achte Platz unmittelbar hinter den besten deutschen Zehnkämpfern Sebastian Knabe (SF Halle - 8099 P.) und Mike Maczey (MobilCom Zehnkampf Welle - 8066 P.). Als dritter deutscher Athlet hat der Domspitzmilch-Recke damit zumindest die internationale EM-Norm von 7950 Punkten geschafft und damit eine ganz kleine Hoffnung dabei zu sein. Voraussetzung dafür wäre, dass kein Deutscher beim Europacup in 14 Tagen besser ist und der DLV seinen Richtwert von 8180 Punkten aufweicht.

Domspitzmilch Gala Regensburg - Uni-Stadion, Samstag, 15. Juni 2002 - Vorschau

Macht Manuela Priemer einen weiteren Schritt Richtung EM/ Hochklassiger Stabhochsprung

2002-06-15_domspitzmilchgala_vorschau1 Regensburg, 7. Juni 2002 (orv) - Die diesjährige Domspitzmilch Gala im Regensburger Uni-Stadion steht ganz im Zeichen der deutschen Hammerwerferinnen. Dort, wo die spätere Olympiadritte Kirsten Münchow vor zwei Jahren schon einmal das vier Kilo schwere Gerät auf die damalige deutsche Rekordweite von 68,95 m schleuderte, treten am Samstag Punkt 16 Uhr die besten deutschen Hammerwerferinnen erneut an, um eine weitere Qualifikationsrunde für die anstehenden Europameisterschaften Anfang August in München auszutragen. Unter ihnen auch die Domspitzmilchwerferin Manuela Priemer, die derzeit als einzige bayerische Athletin die Norm für das Championat bereits übertroffen hat. Besonderes Augenmerk gilt auch den beiden Stabhochsprungwettbewerben. Bei den Frauen gehen die Sechste der Junioren-WM, Michaela Boulova und ihre Landsmännin Lucie Palasova auf die Jagd nach Höhen jenseits der vier Meter, bei den Herren führen der slowakische Meister und WM-Teilnehmer Marcel Haksim und der Zweibrückener Christian Schmitt ein Feld von einem halben Dutzend Fünf-Meter-Springern an. Ein weiteres Highlight wird sicher das 800 m-Rennen mit Olympiahalbfinalistin und 1:58-Läuferin Claudia Gesell (TSV Bayer 04 Leverkusen).

Simone Mathes, Andrea Bunjes und Manuela Priemer greifen im Hammerwerfen die 65 Meter-Marke an In Richtung Normweite von 65 Metern soll es am Samstag im Hammerwurfring wieder gehen. Immerhin haben mit Andrea Bunjes (SV Holtland) und Simone Mathes (TSV Bayer Leverkusen) Werferinnen gemeldet, deren Bestleistung jenseits dieser Marke liegt. Manuela Priemer ihrerseits ist fest entschlossen, ihren nun schon drei Jahre bestehenden Hausrekord von 66,30 in den Annalen verschwinden zu lassen. Gelingt ihr das, ist das ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Münchner EM. Das Fass zumachen kann sie allerdings erst bei der DM, hundertprozentig dann, wenn sie in Wattenscheid unter den besten Drei liegt.

2002-06-15_domspitzmilchgala_vorschau1 Wie nahe kommt Claudia Gesell der Zwei-Minuten-Schallmauer über 800 m Nachdem die Waldsassenerin Claudia Gesell im letzten Jahr praktisch verletzungsbedingt ganz passen musste, möchte sie heuer natürlich quasi vor der Haustür unbedingt zur EM. Um sich die nötige Tempohärte für Zeiten unter zwei Minuten wieder anzueignen, scheut sie sich nicht, nach ihrem Start am Freitag in Kassel hier in Regensburg innerhalb von 24 Stunden erneut anzutreten. Dass Claudia Gesell auch praktisch im Alleingang excellente Zeiten abliefern kann, hat sie schon einmal vor Jahren im Uni-Stadion bewiesen.

Schafft Jan Schindzielorz ein zweites Mal eine Hürdenzeit um die 13,50 Der Fürther Hürdenläufer Jan Schindzielorz ist auch einer, der nach München will Derzeit ist er mit 13,50 einziger weißblauer Normerfüller und müsste auch in der Lage sein, den Stadionrekord des Schweden Robert Kronberg, immerhin Olympiafinalist 2000, von 13,48 angreifen zu können. Vielleicht gelingt dann auch dem Lokalmatadoren Peter Hargasser (LG Domspitzmilch) der langersehnte Sprint unter die vierzehn Sekunden.

Dörthe Friedrich und Jana Woytkowski auf Normenjagd mit dem Damenspeer Im Speerwurf der Frauen peilen Dörthe Friedrich (LG Karlsruhe) und Jana Woytkowska (Hallesche LF) die magischen 62 Meter an. Zwei Topwerfer der LG Domspitzmilch Regensburg sollten bei beiden Würfen der Männer mit vorne liegen. Diskuswerfer Markus Tschiers hat die DM-Norm von 54 m bereits übertroffen und möchte die Zwei-Kilo-Scheibe unbedingt nahe an die sechzig Meter heranschleudern, Speerwerfer Stephan Seeck braucht noch eine Weite über siebzig Meter um letztendlich in Wattenscheid bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften dabei zu sein. Eindeutiger Favorit hier ist aber Oliver Tschunke (LG Wipperfürth), der im letzten Jahr über 76 Meter stehen hat und heuer auch schon die 73 Meter übertroffen hat.

2002-06-15_domspitzmilchgala_vorschau1 Letzte Möglichkeiten für Erfüllung von DM-Normen Einer, der auch dort hin will, ist Domspitzmilch-Mittelstreckler German Hehn. Über 1500 m ist das Rennen bei der Gala die letzte Möglichkeit, die geforderten 3:48,50 im letzten Moment noch abzugeben. Auf der doppelt so langen Distanz kann Teamkollege Dennis Pyka mit Tendenz auf unter 8:20 sogar den Sieg ins Visier nehmen, Sorgen mit der Meisterschaftsqualifikation braucht der DM-Sechste über die 10.000 m sich nicht mehr zu machen. Die hat er bereits in der Tasche. Für die beiden Domspitzmilch-Langstrecklerinnen Susie Falkenstein und Fakja Hofmann sind über 5000 m die 17 Minuten das Maß aller Dinge. Diese Zeitbarriere hat die Amerikanerin Viola Schäffer (LG Erlangen - 16:13) schon deutlich unterboten, womit im abschließenden Wettbewerb auf jedem Fall noch einmal mit Bombenzeiten gerechnet werden kann.

Englische Meisterschaften Manchester, 15. Juni 2002 - Bericht

Florian Schönbeck für Mehrkampf-Europacup nachnominiert

2002-06-15_birmingham_hill Die Domspitzmilch-Stabhochspringerin "is back". Die für Großbritannien startende Regensburgerin übersprang bei den englichen Meisterschaften in Manchester nach langer Zeit wieder einmal die vier Meter und wurde mit 4,15 immerhin Dritte. Damit qualifizierte sie sich für die im August stattfindenden Commonwealthspiele an gleicher Stelle. Ihre derzeit gute Verfassung will die mit dem britischen Stabhochsprungtrainer Warren Hill verheiratete Athletin beim Marktplatzspringen am 22. Juni auf dem Regensburger Neupfarrplatz erneut unter Beweis stellen. Der Regensburger 8000-Punkte-Zehnkämpfer Florian Schönbeck (LG Domspitzmilch) erhält nach seiner guten Vorstellung in Ratingen erneut eine Qualifikationschance für die Europameisterschaften. Zusammen mit dem Karlstädter Stefan Schmid, André Niklaus, Lars Albert, Jörg Goedicke und Mike Maczey wird er beim Europacupfinale im polnischen Bydgoszcz Ende Juni versuchen, die EM-Norm von 8180 Zählern eerneut zu knacken. Gelingt ihm das, braucht er nur noch unter den besten beiden Deutschen sein und er ist in seiner Heimatstadt dabei.