Vorschau - Deutsche 10 km-MeisterschaftenBonn, 23. September 2001 -Teilnehmer

LG Domspitzmilch mit guten Aussichten bei den Juniorinnen, Seniorinnen und Frauen

Premiere in Bonn: Am Sonntag finden in der ehemaligen deutschen Hauptstadt die ersten Deutschen Meisterschaften im 10 km-Straßenlauf statt. Der günstige Termin im Frühherbst hat es möglich gemacht, dass das "who is who" des deutschen Laufsports am Start ist. Es werden ca. 900 Läufer/Innen aus dem gesamten Bundesgebiet am Start sein, darunter auch das derzeit stärkste Frauen/Seniorinnen- und Juniorinnenaufgebot der LG Domspitzmilch Regensburg. Bei den Domstädtern erwartet man alle drei Teams unter den besten Sechs. In der Einzelwertung dürfen sich Ellen Schöner bei den Frauen, Kathi Kaufmann bei den Seniorinnen und Fakja Hofmann bei den Juniorinnen Hoffnungen auf einen Top-ten-Platz machen.

Kiefner-Foto - Katharina Kaufmann

Wie ein Uhrwerk spulte Ellen Schöner eine um die andere der von Langstrecklern oft gefürchteten 25 Runden auf dem Kunststoffoval herunter. Bei idealen äußeren Bedingungen, lediglich beeinträchtigt von leichten Windböen wurde die vorgenommene Marschroute von 86er Runden klar unterboten. Am Ende kam eine deutliche neue Bestzeit von 35:01,58 heraus, mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass die durchaus mögliche "34" vor dem Doppelpunkt eben noch fehlte. Dies will die Domspitzmilch-Läuferin unmittelbar nach einer hoffentlich erfolgreichen Berg-WM-Teilnahme in vierzehn Tagen unbedingt am 22. September bei den ersten Deutschen Meisterschaften über 10 km in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn, dann aber auf der Straße, nachholen.

Flaggschiff Ellen Schöner möchte erstmals unter 35 Minuten bleiben. Gelingt ihr das, sollte trotz erheblicher Konkurrenz ein Platz um die zehn möglich sein. Die Sechste der Deutschen Juniorenmeisterschaften über 5000 m, Fakja Hofmann, peilt auf der doppelt so langen Distanz einen ähnlichen Erfolg an und bringt dazu gleich die Reputation einer schnellsten Bayerin mit einer 36er-Zeit mit. Zusammen mit der enorm verbesserten Teamkollegin Eva Karg und dem Neuzugang Tanja Notz will man in der Mannschaftswertung unbedingt eine Medaille einheimsen. Die möchte auch LG-Urgestein Kathi Kaufmann in der W40 einfahren. Deren letzte Trainingswerte deuten ebenfalls auf eine 36er-Zeit hin. Sollte Gaby Pfandorfer doch noch aus ihrem Urlaubsdomizil kurzfristig anreisen können, möchte die LG Domspitzmilch bei den Seniorinnen in der Teamwertung sogar Gold anpeilen. Voraussetung dafür ist aber, dass auch Gabi Reindl und Bettina Strobl Bestform mitbringen.In der Mannschaftwertung der Frauen werden alle Teilnehmerinnen unabhängig ihrer Klassenzugehörigkeit durchgewertet. Damit ergibt sich auch für die LG Domspitzmilch Regensburg die Chance, mit einem "Mischteam" aus allen Altersklassen ganz vorne zu liegen.

Meldung- Deutsche Crossmeisterschaften 2002Regensburg, 17. September 2001

LG Domspitzmilch hilft dem Verband aus der Patsche - Neues Konzept mit nur einem Veranstaltungstag

Floder - Foto - Cross DM Der Verbandsrat des Deutschen Leichtathletik Verbandes hat sich auf seiner Sitzung vom 15. 9. eindeutig für die erneute Ausführung der Deutschen Crosslaufmeisterschaften im Gelände des Regensburger Uni-Stadions ausgesprochen. Die Veranstaltung erhält ein neues Konzept und wird an nur einem Tag, am Samstag, den 9. März 2002 stattfinden. Die LG Domspitzmilch Regensburg hatte sich in einer Eilbewerbung um eine nochmalige Ausrichtung bemüht, nachdem der Verband mangels eines potenten Ausrichters diese Maßnahme signalisiert hatte.

Floder - Foto - Cross DM Exakt um 10.30 Uhr klingelte am 4. Juli dieses Jahres das Handy von LG-Sportchef Kurt Ring. Der war sinnigerweise gerade im Uni-Stadion bei einem Schulsportfest tätig. Das, was er vom Geschäftsführer des Landesverbandes zu hören bekam, machte ihn zunächst einmal sprachlos. Zum Zeitpunkt des Anrufes war der DLV noch ohne Bewerbung für die Deutschen Crosslauf Meisterschaften 2002 und alle Gedankenspiele liefen auf erneute Meisterschaften in Regensburg hinaus. Die in ganz Deutschland als "einmalig" bezüglich ihrer Güte gepriesenen Regensburger Cross-Titelkämpfe 2001 hatten ganz plötzlich einen direkten Nachfolger. Den Machern der LG Domspitzmilch fiel trotz der spontanen Zusage von Uni-Sportchef Held, das Gelände wieder zur Vefügung zu stellen, der Gedanke, sich nun schon wieder mit dem Remake der eigenen Topveranstaltung beschäftigen zu müssen gar nicht so leicht. Zu groß war der Schatten des eigenen Events, der wohl auch die turnusgemäßen Ausrichter in den neuen Bundesländern verschreckt haben sollte.

Floder - Foto - Cross DM Tatsache ist aber nun, dass Deutschlands Crossläufer im März des nächsten Jahres erneut ihre Besten auf dem schwierigen Parcours des Regensburger Uni-Sportzentrums ermitteln werden, ein absolutes Novum in der Geschichte der Crossmeisterschaften überhaupt. Dazu kommt, dass der Verband die Titelkämpfe reformiert hat und das ganze Programm so bereits an einem Tag abgewickelt werden kann.Natürlich hofft man nun beim Ausrichter, der LG Domspitzmilch Regensburg, darauf, dass nach der "Schumania 2001", verursacht durch das Antreten von Olympiasieger Nils Schumann, diesmal vielleicht eine "Baumania 2002" entstehen wird, wenn Deutschlands zweiter Lauf-Olympiasieger der letzen zehn Jahre, Dieter Baumann, in der Domstadt seine Spikes schnüren würde. Der hatte dies schon im letzten Jahr vor, die unleidliche Nandrolon-Geschichte verhinderte das aber. Im März 2002 müsste der Schwabenpfeil aber wieder frei von jeglichen Bannstrahlen sein.

Vorschau - Leichtathletik-KehrausRegensburg, 17. September 2001

LG Domspitzmilch beendet Bahnsaison beim eigenen Leichtathletik-Kehraus am Weinweg

Am Samstag findet im Sttischen Stadion am Weinweg der Bahnsaisonabschluss der Leichtathleten statt. Im Mittelpunkt der von der LG Domspitzmilch Regensburg ab 14 Uhr ausgerichteten Veranstaltung steht der Internationale Fünfkampf auf dem Programm. Nachdem der vorjährige Deutsche Meister im Zehnkampf Florian Schönbeck, der Dritte der diesjährigen Meisterschaften Peter Hargasser und deren Teamkollege Bernhard Floder (alle LG Domspitzmilch Regensburg) zugesagt haben, wird den Zuschauern ein echtes Schmankerl beim Kehraus geboten. Die drei wollen die deutsche Jahresbestleistung im Fünfkampf knacken und sich mit dem Teamergebnis an die pole-Position der Deutschen Bestenliste setzen. Dazu müssen die fünf Hürden Weitsprung, Diskus, 200 m, Speer und 1500 m überwunden werden.

Auch im Stabhochsprung kann man von der "Kleinen Deutschen Meisterin" Iris Hill durchaus den ersten Vier-Meter-Sprung der Sommersaison erwarten, Bastian Feldmeier, Bayerischer Jugendhallenmeister, und Gregor Neumann (alle LG Domspitzmilch Regensburg), Bayerischer Meister, wollen auch nochmals zu den Stangen greifen.Im einzelnen kommen bei den Schülern und Jugendlichen auch noch die DisziplinenKugel, Weit, Stabhoch und 1000 m zur Austragung, das weibliche Pendant dazu läuft anstatt der 1000 m die 800 m. Interessierte können sich bis zum Vortag bei Thomas Stockmeier, Arberstr. 25, 93059 Regensburg, Tel./Fax 0941/43828 anmelden. Zur Not geht's auch noch am Veranstaltungsort bis eine Stunde vor dem ersten Startschuss.

Kurzmeldung - Berglauf-WeltmeisterschaftenArta terme/Italien - 16. September 2001

Domspitzmilch-Läuferin wird 14. im italienischen Arta terme/ Deutsches Frauenteam Fünfter

Kiefner-Foto - Ellen Schöner Die derzeit in glänzender Form laufende Ellen Schöner erreichte bei den Berglauf-Weltmeisterschaften in Arta terme als beste Deutscha auf Rang vierzehn das Ziel. Mit ihren Teamkolleginnen der deutschen Frauen-Nationalmannschaft landete sie auf Platz fünf in der Mannschaftswertung.Bei den auf einem äußerst selektiven Kurs im Bergauf-bergab-Modus stattfindenden Meisterschaften konnte die deutsche Frauen-Berglaufmannschaft ihren Bronzemedaillengewinn des letzten Jahres erwartungsgemäß nicht wiederholen. Lediglich die Regensburgerin Ellen Schöner knüpfte an die tolle Vorstellung des Vorjahres an und verbesserte sich in der Einzelwertung von Rang 22 auf Platz 14.

Vorschau - Bayerische HalbmarathonmeisterschaftenWaizendorf, 16. September 2001 Vorschau - Teilnehmer

Im Vorfeld der ersten Deutschen 10 km-Meisterschaften herrscht für Halbmarathonis Terminnot

- Bei den am Sonntag im oberfränkischen Waizendorf stattfindenden Bayerischen Halbmarathonmeisterschaften sind im Herrenfeld Favoriten schwer auszumachen. Neben dem Einheimischen Florian Meyer werden sicher auch die Regensburger Szibi Sczlufczyk (LLC Marathon Regensburg) und Wolfgang Kohnen (LG Domspitzmilch Regensburg), der Geiselhöringer Michael Braun und der Bayerische 10.000 m-Meister Daniel Pickl (LG Rupertiwinkel) um den Sieg mitkämpfen. Auch in der Teamwertung zählen die Mannschaften des LLC Marathon Regensburg, der mit dem größten Aufgebot überhaupt nach Nordbayern reist, die LG Domspitzmilch Regensburg und der TV Geiselhöring zu den Medaillen- bzw. Sieganwärtern. Bei den Damen sollte sich die Bergspezialistin Birgit Koch (LG Rupertiwinkel) den Sieg nicht nehmen lassen, wobei die allmählich wieder zu alter Form auflaufende Domspitzmilch-Läuferin Mikki Hirt hier sicher auch noch ein Wörtchen mitreden will. Nachdem die LG Domspitzmilch Regensburg hier nur mit einer Verlegenheitsmannschaft antreten kann, sollte es in der Teamwertung der Damen erstmals seit Jahren wieder spannend werden können.

Waizendorf erlebt, zumindest, was die Klasse anbelangt, einen ersten Teilnehmer-GAU. Der Drahtseilakt der Straßenläufer, nach den Landesmeisterschaften über 10 km nun auch solche auf nationaler Ebene durchzuführen, hat mit den Bayerischen Halbmarathonmeisterschaften ihr erstes Opfer gefordert. Sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich fehlt fast die gesamte Spitze, Ausnahmen bestätigen hier nur die Regel. So hat auch der Teamchef der LG Domspitzmilch Regensburg, Kurt Ring, kaum noch große Möglichkeiten, im direkten Vorfeld der nationalen 10 km-Meisterschaften eine vernünftige Frauenmannschaft an den Start zu bringen. Lediglich die wieder nach oben strebende Mikki Hirt wird versuchen, vor den Deutschen Marathonmeisterschaften, Ende Oktober in Frankfurt, auf der halb so langen Distanz zu testen. In Personalunion mit der Juniorin Eva Karg und den Seniorinnen Bettina Strobl und Rita Ferstl wird sie auch in der Teamwertung die Titelverteidigung angehen. Eine sichere Angelegenheit ist das allerdings im Gegensatz zu den letzten Jahren keineswegs mehr.

Bei den Herren sollte sich das auf solche Gelegenheiten spezialisierte Team des TV Geiselhöring erneut durchsetzen können. Die beiden Regensburger Mannschaften des LLC Marathon mit Sczlufczyk, Robert Zwickl, Max Stadler und Rolf Hüls und der LG Domspitzmilch Regensburg mit Kohnen, Stefan Berleb und Rudi Salzberger, liegen aber in Lauerstellung und hoffen ebenfalls auf Edelmetall.

Bericht - 10 km Straßenlauf Neustadt bei Nürnberg, 8. September 2001

Domspitzmilch-Läuferin gewinnt auf schwierigen 10 km in 38:47 min

Kiefner-Foto - Fakja Hofmann Beim 8. Bayerncup-Lauf, den 10 km von Neuhaus/Aisch gewann Fakja Hofmann von der LG Domspitzmilch Regensburg die Frauenkonkurrenz mit 38:47 Minuten. Dies brachte ihr wichtige Punkte für die Gesamtwertung der bayerischen Laufserie ein. Geholfen hat ihr bei ihrem überlegenen Sieg auf welligem und dadurch sehr schwerem Kurs ihr Teamkollege Jean-Jacques Faurie, der für sie auf den letzten Kilometern das Tempo machte. Nachdem er aus der Spitzengruppe zurückgefallen war, unterstützte er seine Teamkollegin noch bis ins Ziel.

Aktuelles zur VeranstaltungssituationRegensburg, 8. September 2001

Viel zu viele events blockieren den Terminkalender

Waren das noch Zeiten, als anno 1958 ein Ludwig Müller beim Länderkampf Deutschland gegen die damalige Sowjetunion ein prall gefülltes Augsburger Rosenau-Stadion zu Begeisterungsstürmen hinriss. Nun, es sind inzwischen über vierzig Jahre vergangen und der Länderkampf alten Musters ist zumindest auf höherer Ebene verschwunden. Als Vergleichskampf tituliert hat er sich aber vor allem im Nachwuchbereich tapfer gehalten und wird auch auf den verschiedenen Ebenen als Schülervergleichskampf der Bezirke, Juniorenvergleichskampf der süddeutschen Landesverbände, den Arge-Alp-Treffen, dem Crossvergleichskampf und dem erst kürzlich installierten Jugend- und Juniorenländerkampf in Bayern vortrefflich gepflegt. In Zeiten der ausufernden Meetingstruktur verbunden mit erheblichen Terminplanproblemen muss die Frage gestellt werden: Macht der Vergleichskampf noch Sinn?

Die kürzlich gefasste Absicht des Landesverbandes, den Terminplan zu entrümpeln, wurde im Freistaat freudig aufgenommen. Dem "freien Markt" der Meetingveranstalter hat man den Dämpfer aber gleich wieder mitgeliefert. Zwei Termine wurden sofort mit der Jugend Gala und dem Österreich-Länderkampf zugepflastert. Die Gala, im Ansatz wohl richtig, weil sie eine Startmöglichkeit für alle darstellt, wird sich hoffentlich gut entwickeln, der Länderkampf jedoch blockt in weit höherem Maße als die in früheren Jahren ausgelagerten Teilmeisterschaften einen attraktiven Termin durch seinen privilegierten Einladungscharakter. Terminnöte haben bereits den Crossvergleichskampf archiviert, der der süddeutschen Junioren sucht jetzt einen neuen Anlauf unmittelbar nach den Sommerferien, wo schon ein bayerischer Bezirksvergleich der Schüler trainingsmethodisch unmöglich platziert ist.

Der starre Charakter, mit jeweils einem oder zwei Teilnehmern den gesamten Disziplinkatalog besetzen zu müssen bringt jene, die die Mannschaften aufstellen müssen, jedes Mal gewaltig ins Schwitzen, wenn man partout wieder keien adäquaten Dreispringer hat, dafür aber fünf herausragende Stabhochspringer. So manche Disziplin bleibt dann schon mal unbesetzt, die Länderkampfwertung wird zur Farce, weil zu viele "Nullen" das Ergebnis ins schiefe Licht bringen.

Die Zeiten sind vorbei, als ein Verband nur das Wort "Länderkampf" in den Mund nehmen musste, und die Ausrichter in großen Scharen vor der Türe standen. Jeder, der in der heutigen Zeit Meetings veranstaltet weiß, dass ein Vergleichskampf eben auch eine Kostenfrage ist. Bar jeglicher Einnahmen muss vom Ausrichter die Infrastruktur und ein möglichst "angepasster ehrenvoller Rahmen" zur Verfügung gestellt werden, der veranstaltende Verband steht für die Reisekosten der Athleten, Trainer und Funktionäre, sowie deren Unterbringung gerade, Ausgaben, die sehr schnell fünfstellig werden. Freie Meetings tragen sich, sofern sie eine gewisse Größe erreicht haben, selbst.

Natürlich ist das eigeladene Klientel meist begeistert ob der guten Startgelegenheit mit garantierter Konkurrenz und einem hohen Anerkennungsfaktor, zumindest durch die anwesende Verbandsprominenz, keineswegs begeistert sind jedoch alle die "Ausgesperrten", die eben an solchen Wochenenden ebenfalls eine qualifizierte Startmöglichkeit bräuchten. Da die olympische Sportart Nummer eins längst nicht mehr die riesigen Maßen an Leistungssportlern auswirft wie früher, fehlen jene, die gerade bei einem Länderkampf beschäftigt sind, denjenigen, die die verarmte weiß-blaue Meetinglandschaft wieder auf die Beine bringen sollen. Dabei liegt die Lösung doch so nahe: siehe einige Zeilen weiter oben, Stichwort "Jugend Gala". Alleine Meetings, bei denen es gelingt, zumindest zunächst einmal die geballte bayerische LA-Power zu binden, sind in der Lage, durch ihre dann hohe Teilnehmerzahl den wirtschaftlichen Faktor zu verbessern und die Attraktivität für die so notwendige "nachbarliche Zuwanderung" aus den umliegenden Ländern zu steigern. gez. Kurt Ring

(Artikel mit Angabe des Verfassers geben ausschließlich dessen persönliche Meinung wieder.) Hier können sie Ihre Meinung dazu abgeben

LEICHTATHLETIK, 4. September 2001 G 4492 Nr. 36

Versandhaus kürzt finanzielle Mittel / Verein und "Live" - Meeting vor dem Aus? Sommerschlussverkauf bei Quelle

Ich bin nach wie vor sprachlos", sagte Ludwig Franz am gestrigen Montag. Die missliche Finanzsituation um das LAG Quelle Fürth/München und das Meeting "LIVE, die am 25. August in einem mit "Totenglöcklein für die Leichtathletik" überschriebenen Artikel in den Nürnberger Nachrichten publik wurde, kann einem wahrlich die Sprache verschlagen. Anfang August wurde den Verantwortlichen von Seiten des Quelle-Vorstandes eröffnet, dass die jährlichen finanziellen Zuwendungen für Verein und Meeting schrittweise bis zum Jahr 2003 auf 500.000 Mark reduziert werden. Im vergangenen Jahr war noch drei Mal so viel Geld geflossen. Allein die Unterhaltskosten für die Trainingshalle am Finkenschlag belaufen sich auf rund 200.000 Mark pro Jahr. Damit bleibt nicht mehr viel übrig für einen kostspieligen Hochleistungsbetrieb

Der Hintergrund der Mittelkürzungen liegt auf der Hand und steht auch in einem Schreiben an die Athleten: "Das Ziel dieser Einsparungen ist es, dies ist die klare Vorgabe des Quelle-Vorstandes, Arbeitsplätze bei Quelle zu sichern." Die Geld Quelle versiegt und damit dürften in Fürth in Sachen Top Leichtathletik langsam aber sicher die Lichter ausgehen

Die meisten der rund 750 Mitglieder des traditionsreichen und erfolgreichen Leichtathletik-Vereins wurden in einem Schreiben des Vereins vom 21. August über die einschneidenden und für manche existenzbedrohenden Maßnahmen informiert. "Ziel des künftigen Sportsponsorings von Quelle", heißt es darin, "wird es sein, verstärkt die Jugendarbeit und den Breitensport zu fördern und zu unterstützen." Damit beerdigt das in der Vergangenheit äußerst spendable Mutterhaus die Profi-Leichtathletik beim LAG Quelle Fürth/München. An ein weiteres hochklassiges "LIVE"-Meeting ist gar überhaupt nicht zu denken, da sich im Zuge des Quelle-Rückzuges ("Die Mittel für LIVE werden ganz gestrichen", heißt es in dem Schreiben) mit der Deutschen Post AG ein weiterer Hauptsponsor abmeldete. "Es geht in erster Linie um den Verein", sagt Ludwig Franz, derseit 30 Jahren Mitglied im Club ist und sich als ehemaliger Athlet, Trainer und Cheftrainer bis zum hauptamtlichen Geschäftsführer der LA-OIA Sportvermarktungs GMbH, die zum 31. Dezember2001 aufgelöst werden soll, hochgearbeitet hat. Franz betreibt dieser Tage eine Art Krisenmanagement und versucht noch zu retten, was eigentlich nicht mehr zu retten ist. Der 48-Jährige klammert sich noch an "ein, zwei Gespräche mit potenziellen Sponsoren" und hat Verständnis für die Top-Athleten im LAG, die sich bereits nach neuen Vereinen umhören und umsehen. So liebäugelt beispielsweise Tim Lobinger mit einerRückkehr zum ASV Köln "Wenn ich zum ASV zurückkehren könnte, käme ich wieder nach Hause", meinte derStabhochspringeretwas pathetisch. Und in Gesprächen erfährt man, dass beispielsweise einige Läufer bereits dem TV Wattenscheid angeboten worden sind. Während einerseits alles den Bach runter geht, ist andererseits vieles im Fluss - Sommerschlussverkauf bei Quelle. Am 18. September findet eine außerordentliche Jahreshauptversammlung statt Es bleibt zu hoffen, dass dasnicht der Beerdigungsterminist.. Joél Kruse

Aktuelles zur TalentförderungRegensburg, 6. September 2001

Ein bis ins kleinste ausgetüffeltes Fördersystem tut sich schwer

So einen wie den Dortmunder Ingo Schultz hatten sich die deutschen Leichtathletikmacher seit Jahren wieder einmal gewünscht. Bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Edmonton kam der 400 m-Läufer als Nobody, sah selbstbewusst dreimal ins Kunststoffoval und siegte - zumindest fast, bei einer eklatanten Steigerung auf 44,61 und einer sensationellen Silbermedaille. Für die seit Jahrzehnten akribisch am Sichtungs- und Förderungssystem bastelnden Cheftheoretiker war dies allerdings kein Volltreffer. Der baumlange Kerl hatte sich erlaubt, sich bis zu einem nach Kaderdenken unmöglichem Alter von nahezu zwanzig Jahren lediglich mit Schach und gelegentlichem Freizeitsport zu beschäftigen. Die professionellen Späher hatten ihn im Jugendalter einfach übersehen und der jetzige Weltklasse-Viertelmeiler wählte als Einstieg ins Leistungssportgeschehen gar einen Marathonlauf.

Man könnte von einem dummen Zufall reden, wären da nicht die wissenschaftlichen Untersuchungen des Frankfurter Sportsoziologen Professor Eicke Emrich, der zusammen mit einigen Kollegen nachwies, dass die in Deutschland so vehement geforderte Verstärkung der Nachwuchsförderung "nicht immer im erwünschten Maße greift" (Emrich). Das eigentliche Ziel, damit sein Potential im Hochleistungssport zu verbessern, erreicht der deutsche Sport wahrscheinlich damit nicht."40 Prozent der deutschen Weltspitzenathleten haben die D/C-Kadernormen des Deutschen Leichtathletik Verbandes nicht erfüllt", stellen die Autoren fest. Vor allem in den Eingangskadern werden "Frühstarter präferiert", die bereits hochspezialisiert später nichts mehr zulegen können.

Auch das so hochgelobte Fördersystem der ehemaligen DDR konnte mit seinen Kaderschulen nur deshalb so erfolgreich sein, weil erstens ein total autoritäres politisches System Zwang ausüben konnte und zweitens der Einsatz von "unterstützenden Mitteln" sein Übriges tat. Obwohl es den heutigen sportorientierten Schulen in den neuen Bundesländern nach wie vor gelingt, hervorragend Nachwuchsathleten zu rekrutieren, schlägt sich das bei den Spitzenathleten nicht in dem selben Maße durch.

In einem pyramidal angesetztem Kadersystem von Heerscharen von D-Kader-Athleten bis zu ganz wenigen B-Kaderathleten ist der Dropout durch ein starres Kaderrichtwertsystem ein gewaltiger. Erschwerend kommt noch dazu, dass die derlei gefrusteten "Ausgestoßenen" in der einzigen Sicht auf Kader-Sein oder Nichtsein die Freude an der natürlichen Leistungsentwicklung verlieren, da eine Steigerung des persönlichen Könnens eben nur dann gut ist, wenn sie dem jeweilig nächsten Kaderrichtwert entspricht. Der mentale Burnout ist somit in einer entwicklungs-psychologisch sowieso schwierigen Phase beinahe vorprogrammiert.

So zählen also solche, wie der 400 m-Läufer Ingo Schultz zu den Glücklichen, denen solch harter Überlebenskampf in jugendlichen Jahren erspart blieb. Vielleicht haben jene Ausnahmen dann eben die Kräfte noch, die sie für solche Überraschungscoups á la Edmonton brauchen. Bestärkt werden sicher auch jene, die schon immer behauptet haben, dass Olympiasieger nicht gemacht werden können, sondern als solche schon geboren werden. Man muss sie eben nur finden.Dazu braucht es aber ein flexibleres System. Menschliche Einschätzung durch Experten muss wieder den Vorrang vor nackten Zahlen erhalten. Dann ist der hohe Kaderverschleiß nicht mehr nötig, die wenigen wirklich wertvollen Pflänzchen könnten optimaler gefördert werden. Für das Finden solch edler Gewächse sollte man sich ebenfalls Neues einfallen lassen, Bundesjugendspiele und Jugend trainiert für Olympia sind jedenfalls schon arg verschlissen. gez. Kurt Ring

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Karlsfelder LäufercupKarsfeld, 1. September 2001 - Bericht

Ellen Schöner und Wolfgang Kohnen dominieren die 10.000 m von Karlsfel Schönbeck-Foto - Das Mehrkampfteam der LG mit ihrem Erfolgstrainer Wolfgang Frenzl und der WM- Fünften Karin Ertl Karlsfeld, 31.8.2001 (orv) - Bei den abschließenden 10.000 m des Karlsfelder Läufercups dominierten Ellen Schöner und Wolfgang Kohnen (beide LG Domspitzmilch Regensburg) die Rennen: Für die Vierte der Deutschen Crossmeisterschaften sprang dabei unmittelbar vor ihrem Einsatz bei der Berg-WM in Alta terme eine beeindruckende neue Bestzeit von 35:01,58 heraus, ihr Teamkollege riss das Rennen erst im Spurt mit neuer Saisonbestleistung von 31:50,18 an sich, wobei er die lange Führungsarbeit leistenden Bernd Folger (TSV Feldafing - 31:50,27) und Sebastian Hungerhuber (TSV Altenmarkt - 31:51,91) hauchdünn abweisen konnte. Hinter Ellen Schöner bewiesen auch die Bergläuferin Birgit Koch (LG Rupertiwinkel - 36:06,05), sowie die beiden Domspitzmilch-Läuferinnen Mikki Hirt (37:34,89) und Gabi Reindl (38:38,80/1. W35) deutlichen Aufwärtstrend in Hinblick auf die bevorstehenden Herbsthöhepunkte.

Wie ein Uhrwerk spulte Ellen Schöner eine um die andere der von Langstrecklern oft gefürchteten 25 Runden auf dem Kunststoffoval herunter. Bei idealen äußeren Bedingungen, lediglich beeinträchtigt von leichten Windböen wurde die vorgenommene Marschroute von 86er Runden klar unterboten. Am Ende kam eine deutliche neue Bestzeit von 35:01,58 heraus, mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass die durchaus mögliche "34" vor dem Doppelpunkt eben noch fehlte. Dies will die Domspitzmilch-Läuferin unmittelbar nach einer hoffentlich erfolgreichen Berg-WM-Teilnahme in vierzehn Tagen unbedingt am 22. September bei den ersten Deutschen Meisterschaften über 10 km in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn, dann aber auf der Straße, nachholen.

Zwei ihrer Teamkolleginnen testeten im Rennen ebenfalls erfolgreich: W35-Läuferin Gabi Reindl nähert sich mit ihren 38:38,80 immer mehr jener Form, die sie vor ihrer Rennpause Mitte der neunziger Jahre über die Marathondistanz auf eine Bestzeit von unter drei Stunden trug. Gleiches will sie nun bei der im Oktober stattfindenden Frankfurter Marathon-DM erneut schaffen. Ihre Teamkollegin Mikki Hirt, aus Studiengründen ebenfalls für längere Zeit aus der Läuferszene entschwunden, meldete sich mit neuem Hausrekord von 37:34,89 zurück und hofft ebenfalls, damit eine gute Grundlage gelegt zu haben, um an alte Frankfurter Zeiten anschließen zu können. Schließlich stand sie 1998 bei gleichem Anlass an selbiger Stelle als blutige Anfängerin mit damalig bombastischen 2:51 gleich im Meisterteam der LG Domspitzmilch Regensburg. > Wolfgang Kohnen, ebenfalls mit Endziel Marathon-DM angetreten, probte in Karlsfeld die Leichtigkeit des kurzen Spurts, eine Sache die ihm bisher so gar nicht lag. Sich klug im Rennverlauf zurückhaltend, konnte er auf den letzten fünfzig Metern die von hinten heranstürmenden Gegner nochmals auskontern, was ihm zudem fast auch noch einen neuen Hausrekord eingebracht hätte. In der M40 belegte Stefan Eger (LG Domspitzmilch Regensburg) mit feinen 35:15,99 Rang drei in der Tageswertung.

Kleine Deutsche MeisterschaftenLage, 1./2. September 2001 Bericht - Ergebnisse

Domspitzmilchspringerin setzte sich in Lage mit 3,80 m durch

Kiefner-Foto - Iris Hill Bei den kleinen Deutschen Meisterschaften in Lage holte Iris Hill (LG Domspitzmilch Regensburg) den Titel im Stabhochhochsprung. Sie dominierte den Wettkampf nach Belieben, war bei der Siegerhe von 3,80 bereits alleine im Wettbewerb und pokerte mit den anschließend aufgelegten 4,10 dann doch ein wenig zu hoch.Die "Kleinen Deutschen Meisterschaften", eine Reminiszenz aus alten DDR-Zeiten, können nur von solchen Athleten/Innen bestritten werden, die weder A- noch B-Kader-Athleten sind, bzw. nicht unter den besten Acht in ihrer Disziplin bei den richtigen Deutschen Meisterschaften waren. All diese Voraussetzungen erzielte Regensburgs derzeitig einzige aktive Vier-Meter-Springerin und amtierende Bayerische Hallen- und Freiluftmeisterin. Kurz und knapp beschrieb sie ihr Meisterstück:" Bei 3,60 bin ich problemlos eingestiegen, beim erfolgreichen Sprung von 3,80 war ich schon alleine im Wettbewerb und die 4,10 waren dann angesichts der schon fortgeschrittenen Saison doch ein wenig zu viel.Für die Weltenbummlerin in Sachen Stabhochsprung - mit ihrem Gatten, Manager und Trainer, dem Briten Warren Hill ist sie fast das halbe Jahr in Australien und den USA unterwegs - soll nun der Saisonabschluss beim Leichtathletik "Kehraus" der LG Domspitzmilch am 22. September im Regensburger Stadion am Weinweg stattfinden, um endlich heuer einmal auch auf deutschen Boden die vier Meter zu knacken.

Bericht - Läufercup 10.000 mKarlsfeld, 31. August 2001

Ellen Schöner und Wolfgang Kohnen dominieren die 10.000 m von Karlsfeld

Bei den abschließenden 10.000 m des Karlsfelder Läufercups dominierten Ellen Schöner und Wolfgang Kohnen (beide LG Domspitzmilch Regensburg) die Rennen: Für die Vierte der Deutschen Crossmeisterschaften sprang dabei unmittelbar vor ihrem Einsatz bei der Berg-WM in Alta terme eine beeindruckende neue Bestzeit von 35:01,58 heraus, ihr Teamkollege riss das Rennen erst im Spurt mit neuer Saisonbestleistung von 31:50,18 an sich, wobei er die lange Führungsarbeit leistenden Bernd Folger (TSV Feldafing - 31:50,27) und Sebastian Hungerhuber (TSV Altenmarkt - 31:51,91) hauchdünn abweisen konnte. Hinter Ellen Schöner bewiesen auch die Bergläuferin Birgit Koch (LG Rupertiwinkel - 36:06,05), sowie die beiden Domspitzmilch-Läuferinnen Mikki Hirt (37:34,89) und Gabi Reindl (38:38,80/1. W35) deutlichen Aufwärtstrend in Hinblick auf die bevorstehenden Herbsthöhepunkte.

Kiefner-Foto - Ellen Schöner

Wie ein Uhrwerk spulte Ellen Schöner eine um die andere der von Langstrecklern oft gefürchteten 25 Runden auf dem Kunststoffoval herunter. Bei idealen äußeren Bedingungen, lediglich beeinträchtigt von leichten Windböen wurde die vorgenommene Marschroute von 86er Runden klar unterboten. Am Ende kam eine deutliche neue Bestzeit von 35:01,58 heraus, mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass die durchaus mögliche "34" vor dem Doppelpunkt eben noch fehlte. Dies will die Domspitzmilch-Läuferin unmittelbar nach einer hoffentlich erfolgreichen Berg-WM-Teilnahme in vierzehn Tagen unbedingt am 22. September bei den ersten Deutschen Meisterschaften über 10 km in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn, dann aber auf der Straße, nachholen.

Zwei ihrer Teamkolleginnen testeten im Rennen ebenfalls erfolgreich: W35-Läuferin Gabi Reindl nähert sich mit ihren 38:38,80 immer mehr jener Form, die sie vor ihrer Rennpause Mitte der neunziger Jahre über die Marathondistanz auf eine Bestzeit von unter drei Stunden trug. Gleiches will sie nun bei der im Oktober stattfindenden Frankfurter Marathon-DM erneut schaffen. Ihre Teamkollegin Mikki Hirt, aus Studiengründen ebenfalls für längere Zeit aus der Läuferszene entschwunden, meldete sich mit neuem Hausrekord von 37:34,89 zurück und hofft ebenfalls, damit eine gute Grundlage gelegt zu haben, um an alte Frankfurter Zeiten anschließen zu können. Schließlich stand sie 1998 bei gleichem Anlass an selbiger Stelle als blutige Anfängerin mit damalig bombastischen 2:51 gleich im Meisterteam der LG Domspitzmilch Regensburg.Wolfgang Kohnen, ebenfalls mit Endziel Marathon-DM angetreten, probte in Karlsfeld die Leichtigkeit des kurzen Spurts, eine Sache die ihm bisher so gar nicht lag. Sich klug im Rennverlauf zurückhaltend, konnte er auf den letzten fünfzig Metern die von hinten heranstürmenden Gegner nochmals auskontern, was ihm zudem fast auch noch einen neuen Hausrekord eingebracht hätte. In der M40 belegte Stefan Eger (LG Domspitzmilch Regensburg) mit feinen 35:15,99 Rang drei in der Tageswertung.

Deutsche MehrkampfmeisterschaftenVaterstetten, 25. August - 26. August 2001 - Vorbericht - Teilnehmer

Regensburgs 8000 Punkte-Zehnkämpfer gehört bei Mehrkampf-DM zum Favoritenkreis Kiefner-Foto - Peter Hargasser

Vaterstetten, 25./26. August 2001(orv) - In schöner Regelmäßigkeit schlagen Deutschlands Zehnkämpfer für ihr nationales Championat im oberbayerischen Vaterstetten ihre Zelte auf. Wenn's am Wochenende bei den Königen der Athleten um die deutschen Meistertitel in der Einzel- und Mannschaftswertung geht, zählt auch wieder Domspitzmilch-Recke und Titelverteidiger Florian Schönbeck in der Einzelwertung und zusammen mit seinen Mannschaftskollegen Peter Hargasser, Wolfgang Hübl und Bernhard Floder in der Teamwertung zu den ganz heißen Favoriten.Nicht weniger als fünf Athleten treten in Vaterstetten mit Bestleistungen von über 8000 Punkten an. Florian Schönbeck, der im letzten Jahr den Titel mit famosen 8128 Punkten holte, muss sich vor allem mit seinem Dauerkonkurrenten Jörg Goedicke (Berliner SC - 8036 P.), den Leverkusenern Klaus Isekenmeier (8002 P.) und Philip Ibe (8000 P.), sowie dem zweiten Mann vom Berliner SC, David Mewes (8108 P.) auseinandersetzen. Nachdem auch mit den Junioren Stefan Drews (MobilCom Zehnkampf Welle) und Matthias Spahn (LT DSHS Köln) zwei Hochkaräter gemeldet haben, kann man selbst ohne die WM-Teilnehmer Stefan Schmid und Sebastian Knabe, bzw. dem dauerverletzten Frank Busemann mit einem leistungsstarken und spannenden Zehnkampfwochenende rechnen.

Für den Regensburger lief die Saison nach zwei etwas verpatzten Zehnkämpfen und einem Aussteiger, ausgerechnet bei der WM-Qualifikation in Ratingen, nicht gerade nach Wunsch. Seine 7891, im Mehrkampf-Mekka Götzis bereits Ende Mai erzielt, waren nach seinem letztjährigem Highlight von 8128 Punkten zwar gut, aber eben "weder Fisch noch Fleisch". Vor allem in den Disziplinen Hochsprung und 400 m gab der Modellathlet in diesem Jahr Rätsel auf. Nach soliden Weitsprungleistungen deutlich jenseits der sieben Meter mit Bestleistung von 7,35 im Zehnkampf, dümpelte der Regensburger beim letzten Mehrkampf mit 1,79 vertikal in recht seichten Gefilden herum und hatte laut Aussage von Trainer Wolfgang Frenzl sogar Schwierigkeiten, im Training seiner Sparringspartnerin Karin Ertl Paroli zu bieten. An der Sprungkraft kann's jedenfalls nicht liegen, glänzte der Domspitzmilch-Mann doch auch in seiner Paradedisziplin, dem Stabhochsprung, mit konstanten 5 m-Höhen. Auch über die 400 m konnte er bisher nicht an vertraute Zeiten von 49 plus "x" anknüpfen, sondern mühte sich bis dato mit mittleren 50er-Zeiten ab. Dafür ist er in den Würfen stabiler geworden, nicht zuletzt dokumentiert durch eine neue Diskusbesteistung von über 46 Metern. Will Florian Schönbeck aber wieder wie im letzten Jahr an 8100 und mehr Punkte heran, muss auch die Hürdenleistung mit Zeiten zwischen 14,60 und 14,70 stimmen, denn auf einen Glückswurf mit dem Speer, wie bei seiner letztjährigen Bestleistung von 64,70, kann er bei Durchschnittsleistungen von 57 bis 59 Metern auch nicht immer hoffen. Bei aller Kritik muss beim Domspitzmilch-Vorzeigemann aber auch einmal festgehalten werden, dass auf ihn dennoch immer Verlass war, wenn's drauf ankam. Nicht zuletzt deswegen hofft natürlich das ganze Domspitzmilch-Team auf ein Ergebnis über 8000 und eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Kiefner-Foto - Florian Schönbeck

Zu allererst natürlich seine Zehnkampfkollegen Peter Hargasser, Wolfgang Hübl und Bernhard Floder, die mit ihm natürlich auch in der Mannschaftswertung möglichst weit oben stehen wollen und immerhin im Vorjahr bereits Vize waren, da aber nur deshalb, weil die Konkurrenz jämmerlich versagte und man sich sogar beim Silbergewinn einen doppelten "salto nullo" im Stabhochsprung leisten konnte. Maß aller Dinge werden auch heuer wieder die Leverkusener vom TSV Bayer 04 sein, wenn sie auch nur einigermaßen durchkommen. Für Regensburgs Nummer zwei, Peter Hargasser, geht's bei dieser DM rein persönlich um viel. Als ehemaliger Deutscher Juniorenmeister möchte er mit einem Platz unter den Top sechs Anschluss an die nationale Spitze finden und dazu braucht er sicher mehr als 7500 Punkte. Seine Ergebnisse im Vorfeld als Bayerischer Meister im Weitsprung mit 7,24 und der Steigerung im Stabhochsprung bis 4,80, sowie seinen erst kürzlich in Dachau erzielten 10,93 im Sprint, lassen Gutes erwarten

Deutsche MehrkampfmeisterschaftenVaterstetten, 25. August - 26. August 2001 - Bericht - Ergebnisse mehr Bilder von der Mehrkampf DM

Peter Hargasser Überraschungsdritter bei Mehrkampf-DM/ Domspitzmilch-Team holt Silber Schönbeck-Foto - Das Mehrkampfteam der LG mit ihrem Erfolgstrainer Wolfgang Frenzl und der WM- Fünften Karin Ertl

Vaterstetten, 25./26. August 2001(orv) - Nachdem Titelverteidiger Florian Schönbeck (LG Domspitzmilch Regensburg) kurzfristig wegen Rückenbeschwerden die Segel streichen musste, holte sich dessen langjähriger Dauerkonkurrent Jörg Goedicke (SC Berlin) den Titel eines Deutschen Zehnkampfmeisters mit ordentlichen 7801 Punkten vor dem Leverkusener Philip Ibe (7696 P.) und dem Überraschungsdritten Peter Hargasser von der LG Domspitzmilch Regensburg (7529 P.). Für das absolute Highlight sorgte jedoch Junior Stefan Drews (MobilCom Zehnkampf Welle), der mit 8049 Punkten erstmals die Schallmauer von 8000 Zählern durchbrach. Bei den Frauen hatte die WM-Fünfte Karin Ertl (LAC Quelle Fürth/München) keinerlei Probleme, mit 6152 Punkten die übrige Konkurrenz sicher in Schach zu halten. Für das Regensburger Zehnkampfteam von der LG Domspitzmilch sprang in der Mannschaftswertung mit Peter Hargasser, und den auf Rang acht und neun bravourös kämpfenden Bernhard Floder (7114 P.) und Wolfgang Hübl (7101 P.) ein hervoragender zweiter Platz heraus, wobei die drei mit ihren 21.744 Punkten nur knapp den Oberpfalzrekord verfehlten, letztendlich gegen das LT DSHS Köln aber doch chancenlos waren.

Kiefner-Foto - Peter Hargasser

Hiobsbotschaft für die Zehnkampftruppe der LG Domspitzmilch Regensburg unmittelbar vor den beiden sprichwörtlich heißen Mehrkampftagen im heimischen Vaterstetten: Titelverteidiger und Gallionsfigur Florian Schönbeck fällt wegen kurzfristig aufgetretener starker Rückenproblemen aus. Der Meisterschaftsmarathon beginnt dann dementsprechend nervös. Kronprinz Peter Hargasser leistet sich zwei Fehlstarts beim 100 m-Lauf und nützt die letzte "Chance" dennoch zu neuem Hausrekord von 10,89. Über gute 7,17 im Weitsprung und mäßige 12,84 im Kugelstoßen setzt er im Hochsprung zur neuen Zitterpartie an, überwindet die Anfangshöhe von 1,79 erst im dritten und letzten Versuch, um dann mit 1,94 dennoch eine neue Jahresbestleistung zu setzen. Nach einem soliden Lauf von 49,63 findet er sich überraschend nach dem ersten Tag in der direkten Spitzengruppe wieder. Seine Teamkollegen arbeiten im Bereich der Plätze sieben bis zehn äußerst kompakt und nähren mit 11,13 - 6,58 - 12,81 - 1,97 - 50,62 für Wolfgang Hübl und 11,30 - 6,88 - 13,60 - 1,91 - 51,56 für Bernhard Floder berechtigte Hoffnungen auf 7000 Punkte und mehr in der Endabrechnung.

Schönbeck-Foto - Das Mehrkampfteam der LG

Tag zwei beginnt für die Regensburger mit ausgezeichneten Hürdenleistungen von 14,25 (Hargasser) und 14,36 (Floder), auch Wolfgang Hübl überwindet mit 15,29 die zehn Hindernisse besser als erwartet. Die Problemdisziplin Diskus wird von den Dreien sicher gemeistert, am Ende stehen 39,11 (Hübl), 38,74 (Hargasser) und 35,34 (Floder). Bernhard Floder wetzt seinen etwas schwächeren Diskuswurf durch feine 4,50 im Stabhochsprung aus, Wolfgang Hübl bleibt mit 4,20 innerhalb seiner Möglichkeiten, Peter Hargasser setzt durch eher mäßige 4,60 seine inzwischen eingenommene zweite Position auf's Spiel, während der Berliner Mitfavorit David Mewes mit einem "salto nullo" hier ganz aus dem Titelrennen geht. Während Bernhard Floder mit 45,22 bzw. 4:55,54 und Wolfgang Hübl mit 50,56 bzw. 4:52,37 die beiden abschließenden Disziplinen Speerwurf und 1500 m so gut absolvieren, dass am Ende sogar 7114 bzw 7101 Punkte herausspringen, patzt Younster Peter Hargasser ausgerechnet im Speerwurf, wo er immerhin im letzten Jahr bereits über 60 Meter geworfen hatte, mit 49,71 mächtig. Damit verliert er jede Chance auf Silber, muss sogar als etwas schwächerer Läufer noch gegen die aufrückende Konkurrenz um Bronze fürchten. Letztendlich hat die aber auch nicht mehr den nötigen Dampf um den Überraschungscoup des überglücklichen Domspitzmilch-Mannes zu verhindern, dem 4:53,63 reichen, um mit 7529 Punkten auf's Treppchen zu klettern. Seine persönliche Bestleistung verfehlt er dabei nur um sechs Zähler .

Schönbeck-Foto - Wolfgang Hübl

Dennoch sieht die neue Regensburger Zehnkampfhoffnung, der in seinem ersten großen Männerzehnkampf oft noch ungestüm und übermotiviert ans Werk ging, noch große Möglichkeiten in Richtung 7700 oder 7800 Punkte, wenn er über die zehn Disziplinen hinweg konstanter wird. Allein der Missgriff im Speerwerfen hat ihn ca.150 Punkte gekostet.

Aktuelles zur DopinggeschichteRegensburg, 24. August 2001

Die Spitzenleichtathletik hinterlst nach wie vor schmutzige Spuren

Was haben Ali Saidi Sief der Langstreckler aus Algerien, Robert Barbi der italienische Marathonläufer, sein Landsmann Andrea Longo von den 800 m, Miroslav Menc aus dem Nachbarland Tschechien und die Südamerikanerin Fabienne dos Santos außer ihrer Weltklassezugehörigkeit noch Gleiches zu bieten? Nun, sie standen in der Ausgabe Nr. 34 der Zeitschrift "Leichtathletik" als ertappte Dopingsünder auf der Seite zwei und man könnte angesichts der doch beträchtlichen Menge von immerhin fünf erwischten schwarzen Schafe von einer historischen Woche in der Geschichte des Dopings sprechen. Weit gefehlt. Die Seite zwei der Fachzeitschrift entwickelt sich immer mehr zur Anzeigenrubrik jener, die es mit fairen Mitteln anscheinend nicht schaffen, ihre Sportart erfolgreich zu betreiben.

Eine Moral, aus freien Stücken auf körperfremde Substitutionen zur Leistungssteigerung zu verzichten, scheint es angesichts der nun auch in der Leichtathletik grassierenden Geldgeilheit nicht mehr zu geben. Geschluckt und gespritzt wird auf Teufel komm raus, was nicht auf der Dopingliste steht, verschleiert werden kann oder eben noch nicht nachgewiesen werden kann. Der schon einige Jährchen zurückliegende Schock beim Tod von Birgit Dressel, als man bei der Obduktion mehr als hundert verschiedene medikamentöse Wirkstoffe in deren Körper fand, ist weitgehendst verflaut. Das, was Richter noch vor nicht allzu langer Zeit als Körperverletzung einstuften und in der ehemaligen Vorzeigeleichtathletik der untergegangenen DDR als "unterstützende Mittel" verharmlost wurde, ist längst wieder usus geworden und der Dumme ist anscheinend nur der, der erwischt wird. Daraus kann nur geschlossen werden, dass auf die Moral für einen sauberen Sport nie und nimmer Verlass sein wird.

Wo ist denn da noch der Unterschied zwischen den anscheinend topfiten Modellathleten und alten, dahinsiechenden Schwerstkranken, die beide pro Tag Unmengen von hochwirksamen Mittelchen in sich hinschaufeln, die auch nahezu noch die selbe Konsistenz haben. Der heutige moderne Leichtathletik-Zirkus müsste wohl mangels Athleten zuschließen, ließe man nur noch solche zum Wettkampf zu, die nicht mehr als fünf körperfremde Substanzen in ihren Blutbahnen haben, also gesund sind. Otto Normalverbraucher jedenfalls fühlt sich schon hundserbärmlich schlecht, wenn er drei verschiedene Präparate zu sich nehmen muss, Weltklasse anscheinend nur dann gut, wenn's mehr als fünfzig sind.Vertrauen ist im Hochleistungssport eben nicht gut und Kontrolle wohl das einzige Mittel, um wenigstens flächendeckende Dammbrüche zu verhindern. Mit der ist der Weltverband, der in Sachen Geld geschlossen, erfolgreich und gezielt vorgeht, eher zögerlich, uneinig und fahrlässig vorgegangen. Es dauert immer noch Ewigkeiten, bis ein unabhängig tätiges Weltdopingkontrollsystem flächendeckend arbeiten wird. Riesig sind die Schlupflöcher von den immer wieder auftretenden Verfahrensfehlern ( siehe Fall "Jegorova"), über unwillige nationale Verbände (siehe USA) bis hin zu der Tatsache, dass Afrikaner, die im Ausland trainieren, von ihren nationalen Verbänden überhaupt nicht kontrolliert werden. Da kann es schon einmal vorkommen, dass eine kanadische Sprinterin ganze neun Jahre unkontrolliert bleibt und auch dem selbsternannten Musterknaben in Sachen Doping, dem DLV, passiert es, dass sein Vizeweltmeister Schultz anstatt der geforderten zwei Mindestkontrollen pro Jahr eben nur eine vorweisen kann. Schlampereien hier wie dort!

Nicht nur gut informierte Insider beißen hart an eindeutigen Zufälligkeiten wie jenen, dass in Spanien EPO in millionenfacher Dosierungform jährlich frei verkäuflich über den Ladentisch geht und ausgerechnet dieses Land für die übrigen Europäer unschlagbare Ausdauerkünstler en masse produziert. Oder, wer mag schon glauben, dass die Wiege des modernen, uberdimensionell mit Muskeln bepackten Sprinters wohl derzeit in Griechenland steht.... Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen.

Wer ist nun der "saubere", wahre Weltmeister in dem von Betrügern geschwängerten Weltklassefeld? Genau diese Frage vergällt einem auf den Tribünen der Stadien die Freude am reinen Hochleistungssport, in dem die Medizin mehr das Sagen hat, als Trainer und Trainingsmethoden. Wie meinte doch der wie Phönix aus der Asche kommende polnische Skispringer Adam Malysz bei seiner Saisonabschlusslaudatio: "Ich danke meinen Eltern, meinem Trainer und vor allem meinem Arzt....

Wenn schon kein lupenreiner Hochleistungssport möglich ist, die kontrollierende Wissenschaft den immer findiger werdenden Betrügern ständig nachlaufen muss, sollte innerhalb des Weltverbandes IAAF wenigstens für Chancengleichheit gesorgt werden, nicht in der Form, dass man lasch stets mehr Mittel übersieht, freigibt oder duldet, sondern die scharfen Kontrollen auf alle, aber auch alle Verbände verbindlich ausdehnt. Das nötige Geld zur

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