Telis-Läuferstart in die Saison nicht ganz ohne Ecken und Kanten

pflieger4_koblenz_foto-schaakeKoblenz, 19. Mai 2010 –  Mit drei Siegen kehrte ein Teil der Telis Läufer-Elite vom Mini-Internationalen aus Koblenz zurück. Philipp Pflieger durchbrach mit seinem Husarenritt über 5000 m Meter in 13:58,60 gleich einmal die 14-Minuten-Barriere, Corinna Harrer blieb über 1500 m mit 4:21,53 unter der geforderten Norm für die Junioren-WM und Jonas Koller zeigte sich bei seinem ersten 5000 m Rennen als Sieger der B-Jugend mit 15:14,19 erstaunlich kaltschnäuzig. Christiane Danner belegte über 1500 m Rang drei (4:25,39), die von einer Erkältung noch nicht ganz hergestellte Susi Lutz kam über die zwölfeinhalb Runden nicht über Platz vier (16:39,81) hinaus, zwei Plätze vor Veronika Ulrich (16:53,69) und Debütant Jonathan Schaible unterbot über 5000 m als Sieger des C-Laufs mit 14:43,25 die 15 Minuten deutlich.

danner-harrer2_koblenz_foto-schaakeKalt war’s im Stadion Oberwerth, so kalt, dass Altbundestrainer Lothar Hirsch vorsorglich seine Handschuhe mitgebracht hatte. Eigentlich viel zu kalt für schnelle 1500 m Zeiten. Und trotzdem bemühte sich das Telis Duo Christiane Danner und Corinna Harrer von Anfang an um eine flotte Pace im 1500 m Rennen, verfolgt von der Kölnerin Saskia Jannsen, immerhin im Winter Zweite der Deutschen Hallenmeisterschaften auf der gleichen Distanz. Als jene dann eingangs der letzten Runde ihr Heil in der Flucht nach vorne suchte, wurde Telis-Sternchen Corinna Harrer zunächst einmal auf dem falschen Fuß erwischt, was sich innerhalb von wenigen Metern in einem satten Rückstand von zehn Metern manifestierte. Christiane Danner hatte aufgepasst und war nach wie vor dabei. Mitte der Gegengeraden entschloss sich die Abiturientin dann doch noch zur Verfolgungsjagd, stellte die schon Enteilten hundert Meter vor dem Ziel und war von da an nicht mehr zu halten. „Da bin ich wieder geflogen, echt ein geiles Gefühl“, waren ihre ersten erleichterten Worte. Ein Rennen im eigentlichen Sinn war unter diesen Umständen sowieso nicht zu erwarten, die Zeiten daher etwas langsamer als im Vorjahr.

pflieger2_koblenz_foto-schaakeBundestrainer Detlev Uhlemann meinte es im Vorfeld mit Telis-Ass Philipp Pflieger gut. Zwei kenianische Tempomacher hatte er organisiert. Die wurden dem Regensburger Schlacks im Verlauf des Rennens aber immer mehr zum Hindernis als zur Hilfe. Wahllos streuten sie 64er, 72er und 68er Runden durcheinander, was den Telis-Mann schon nach drei Runden zu einer seltsamen Taktik zwang: Abreißen lassen und immer wieder hinsaugen. Erst als die beiden vier Runden vor Schluss ihre Arbeit beendet hatten, fand der Regensburger einen guten Rhythmus. Mit einer begeisternden Schlussrunde in etwas mehr als 60 Sekunden machte er unter dem Jubel der geduldig harrenden, bis zu Bahn drei vorgerückten Insider-Zuschauerschar das Unmögliche doch noch möglich. Die Uhren blieben bei 13:58,60 stehen. „Jetzt wird der Fokus auf die Sparkassen Gala in Regensburg gelegt. Dort will ich die 13:45 angreifen“, zeigte sich Philipp Pflieger auch nach dem Rennen kämpferisch.

In einem so großen Feld war der B-Jugendliche Jonas Koller noch nie gelaufen. Sein anscheinend angeborenes Talent für Taktik ließ ihn in seinem ersten Rennen über die zwölfeinhalb Runden nicht in Stich. Mit 15:14,19 lief er eine Zeit, die ihn auch im letzten Jahr unter Deutschlands Top-ten bei den um bis zu zwei Jahre älteren A-Jugendlichen gebracht hätte. Auch wenn im letzten Drittel die Arme schon recht schwer wurden – ein untrügliches Zeichen für hohe Übersäuerung – der Bursche hielt großartig durch und markierte den letzten Tausender noch in drei Minuten glatt. Auf die Frage, was denn nun schwieriger sei, die 5000 m oder die 3000 m, kam wie aus der Pistole geschossen: „Die 3000 m, da bin ich letzte Woche hingefallen!“

lutzsusi3_koblenz_foto-schaakeDie noch vor drei Wochen glänzend laufende Susi Lutz, in Ohrdruf Vierte der 10.000 m-DM mit einer 34:11, hatte in Koblenz nach einer lästigen Erkältung vor acht Tagen, einfach nicht die Kraft für größere Taten. „Macht nichts, der Körper hat noch nein gesagt, Trotzdem war’s wohl besser, hier im Trockenen einen harten Trainingslauf abzuliefern, als sich im Dauerregen von Regensburg ereneut zu erkälten.“

Jonathan Schaible, der zwanzigjährige Ostschwabe im Telis-Trikot, war hingegen ein Gewinner des diesjährigen Mini-Internationalen. Mit einer piksauberen Renneinteilung unterbot er die Junioren-DM-Norm für die im August in Regensburg stattfindenden U23-Meisterschaften gleich um 17 Sekunden. Teamkollege Max Meingast haderte nach gutem Rennen letztendlich nur deswegen ein wenig, weil ihm ganze 91 Hundertstel zu seiner zweiten „14er“-Zeit fehlten. Für Veronika Ulrich endete das Rennen ebenfalls im postiven Bereich. Platz sechs in 16:53,69 (5000 m) können sich für eine 41-Jährige sehen lassen. Damit ist auch sie bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig dabei.