Sieben Titel für die Telis-Asse bei den Bayerischen Hallenmeisterschaften

weitzelmichelle2_blv-halle11_kiefnerfotoMünchen, 23. Januar 2011 (orv) –  Angeführt von den mit deutschen Jahresbestleistungen glänzenden Michelle Weitzel und Florian Orth demonstrierten die Telis-Athleten/Innen bei den Bayerischen Indoor-Meisterschaften mit insgesamt sieben Titeln und 20x Edelmetall unerwartete Stärke unterm Hallendach. Die Regensburger Weitspringerin näherte sich mit einer glänzender Serie und einem Siegsprung von 6,47 bis auf acht Zentimeter der Hallen-EM-Norm von Paris. Mittelstreckler Orth fightete mittels einer faszinierenden Schlussrunde mit in bayerischen Hallen selten gesehenen 1:49,92 seinen Teamkollegen David Fiegen nieder. Mittelstrecklerin Corinna Harrer feierte genauso wie Michelle Weitzel mit ihrem zweiten Titel im Hochsprung (Bestleistung 1,77) das Double über 3000 m (9:33,18) und 1500 m (4:23,13), wobei die schärfste Konkurrenz aus dem eigenen Lager kam. Für zwei faustdicke Überraschungen auf Telis-Seite sorgten 800 m Siegerin Christiane Danner (2:09,10) und der neue Titelträger über 1500 m Felix Plinke, der bei seinem fulminanten Schlussspurt seine bisherige Freiluftbestleistung gleich mal um beinahe acht Sekunden auf 3:48,89 steigerte und damit ebenfalls das DM-Ticket nach Leipzig löste.

Mit der Leichtigkeit des derzeitigen Weitsprung-Seins schwebt Michelle Weitzel immer größeren Weiten entgegen. Auch wenn ihre deutsche Jahresbestleistung nur einen Tag hielt, die momentanen 6,50 traut sie sich allemal zu und über den Abstecher Deutsche Hallen-Mehrkampfmeisterschaften Ende Januar soll es nun Richtung Internationalität gehen. Dazu muss natürlich die Norm von 6,55 her und wenn möglich gleich noch in Leipzig eine Medaille dazu. So ist denn auch Trainerin Steffi Pietsch zurecht stolz auf das bisher Geleistete. „Der Bundestrainer traut ihr noch viel zu“, so der noch zurückhaltende O-Ton des Coaches zur momentanen Formkurve ihres Schützlings und Alt-Meister Richard Kick, 1972 knapp an der Olympia-Teilnahme im Dreisprung vorbeigerauscht, zeigte sich gleich ganz euphorisch: „Die kann Richtung sieben Meter springen“.

orthflorian1_blv-halle11_kiefnerfotoDas Unternehmen „unter 1:50“ war durch das Installieren des französischen Tempomachers Jimmy Lomba in Richtung Comeback seines Sohnes David von Vater Fiegen bestens vorbereitet. Von der Qualität des diesjährigen Endlaufs waren dann selbst Insider überrascht, weil neben den beiden Regensburgerin auch noch Andreas Gorol kräftig mitmischte (3. 1:51,63). Für den Ex-Europameister Fiegen blieben am Ende auf dem Silberrang die Uhren bei 1:51,36 stehen, ein Anfang nach langer Leidenszeit ist gemacht, seine Zeit wird noch kommen. Meister Orth, im „Hauptberuf“ eigentlich 1500 m-Mann mit Bundeskaderzuweisung „Langstrecke“ saß derweilen etwas „bedeppert“ an der Bande, weil im noch ungewohntes Laktat gehörig in den Kopf gestiegen war. Den Vierten im Rennen Felix Plinke nahm man mit seinem Hausrekord von 1:53,68 zur Kenntnis, keiner im Lauflager traute im am Tag darauf aber seinen Husarenritt über 1500 m zu. Auch der Vortagszweite über 3000 m, Teamkollege Felix Hentschel (8:23,77) hatte bei 3:53,47 gegen die mächtige Schlussrunde des Felix Plinke nichts in der Hand.

Waren die Telis-Läufer schon stark, stellten ihre weiblichen Kolleginnen dies sogar noch in den Schatten. Zuerst der fast schon sensationelle 800 m Sieg von Chrissy Danner gegen die 2:03-Athletin Carolin Pilawa mit mehr als feinen 2:09,10, dann der sauber ausgetüffelte 3000 m Doppeltriumpf in einem wahren Ziehharmonika-Rennen durch Coco Harrer und Susi Lutz (9:33,54) über 9:15-Läuferin Agatha Strausa (LAC Quelle Fürth) und als Krönung letztendlich der Sweep des Trios Harrer-Danner-Lutz über 1500 m, allesamt mit persönlichen Hallenbestleistungen (4:23,13/4:25,30/4:31,71). Da passten die beiden Bronzemedaillen der „Kleinen“, U20-1500m-Mann Jonas Koller ( 4:0,11) und U18-1500m-Mädel Franzi Reng (4:57,70) bestens ins Bild.

danner_harrer1_blv-halle11_kiefnerfotoZu den Telis-Sammlern gehörten auch die allesamt Silber gewinnenden Johannes Graf (400 m Männer 50,05) sowie Luka Krampert, Mona Fischer, Leonie Wagner und Anna Lotter durch die U18-4x200 m Staffel (1:45,75).  Drei Mal Bronze steuerten Philipp Sellack (Stabhoch Männer 4,60), Pamela Spindler (200 m Frauen VL 24,87 EL 25,03) und Hürdensprinter Matthias Küsters (60 m Hü Männer 9,03) bei. Für die kurioseste Medaille dieser Farbe sorgte im letzten Wettbewerb des ersten Tages die 4x200 m Frauenstaffel der LG Telis Finanz. Mit der am Vortag Bob-Europacupsiegerin gewordenen Susi Zimanyi am Start, der bereits 800 m-„geschädigten“ Chrissy Danner auf zwei, 400 m-Spezialistin Vera Stelkens auf drei und der gerade eine Stunde alten 3000 m Meisterin Corinna Harrer auf vier war einfach nicht mehr als jene 1:44,56 drin.