Corinna Harrer ist eine der wenigen, die bei der Hitzeschlacht von Burgebrach überzeugen kann

harrer1_blv10km2011_volkefotoBurgebrach, 3. April 2011 (orv) –  Was Otto Normalverbraucher als äußerst positiv empfindet, wenn sich die Frühlingssonne erstmals so richtig zeigt, kann für Langstreckler durchaus zu Problemen führen. Als bei den Bayerischen 10km Meisterschaften im Gewerbegebiet des kleines fränkischen Städtchens Burgebrach das Thermometer plötzlich auf 25 Grad Celsius kletterte, war dies für das Gros der Teilnehmer/Innen an diesem Sonntag schlicht und einfach zu viel. Lediglich den beiden Ersten schien dies wenig auszumachen. Bei den Damen deklassierte die Regensburgerin Corinna Harrer (LG Telis Finanz) mit ihrem neuen Hausrekord von 34:02 die übrige Konkurrenz um beinahe ein dreiviertel Minuten, angeführt immerhin von der Deutschen Marathonmeisterin Bernadette Pichlmeier (35:47) von der LAG Mittleren Isar. Bei den Herren hatte Titelverteidiger Tobias Gröbl (LG Zusam) in den letzten beiden Runden wenig Mühe, seinen hartnäckigsten Konkurrenten Josef Katib (LG Erlangen) entscheidend abzuschütteln. Der Mannschaftstitel bei den Damen ging erwartungsgemäß an die LG Telis Finanz Regensburg, die in ihren Reihen auch noch die Sechste und Siebte Christiane Danner (36:37) und Steffi Volke (36:41-zugleich W35-Zweite) hatte. Bei den Herren setzte sich ein Trio von der LG Stadtwerke München durch.

Grenzwertig war’s im Fränkischen schon deshalb, weil die Frühlingswärme so plötzlich zugeschlagen hatte. Das musste letztendlich das bisher im Winter so starke Telis-Laufteam zur Kenntnis nehmen. Während bei den Damen sechs der sieben gemeldeten Läuferinnen mit teilweise noch sehr ansehnlichen Zeiten ins Ziel kamen – lediglich die Deutsche Hindernismeisterin Susi Lutz musste etwa bei Streckenhälfte wegen Seitenstechen die Segel streichen - wurde es für die Herren eine Schlacht der großen Verluste. Nur Mittelstreckler Felix Plinke trotzte den hohen Temperaturen (32:41), der Rest der Telis-Männercrew sah das Ziel nicht.

Die Siegerin hat immer recht. Diese einfache Weisheit stimmte an diesem Tag in allen Belangen. Ohne jegliches Federlesen zermürbte Corinna Harrer schon während der ersten zwei von sechs zu laufenden Runden die weit erfahrenere Bernadette Pichlmeier vollends und machte so den Titelkampf zum einsamen Solorennen. „Heiß war’s und die Zunge klebte mir schon nach ein paar Kilometern im Munde. Aber eigentlich mag ich die Hitze. Wie sich die aber im Gegensatz zu 800 m über 10 km auswirkt, da fehlen mir noch die Erfahrungswerte. Leider hat mein Antritt in der letzten Runde nicht mehr gereicht, unter den 34 Minuten zu bleiben“, so ihr Kommentar zum schwierigen Rennen. Dass es am Ende bei weitem nicht zum Teamrekord reichen würde, war auf Grund der ungünstigen Verhältnisse schon vor dem Startschuss erahnt worden. Unter besseren klimatischen Verhältnissen wäre vielleicht sogar der Bayerische Juniorenrekord (U23) von Julia Viellehner (33:48) für Corinna Harrer drin gewesen, die ihre persönliche Bestleistung gleich mal um etwas mehr als eine Minute steigerte (zuvor 35:03).

Foto:Corinna Harrer läuft mit 34:02 10 km Bestzeit (Volke-Foto)