Corinna Harrer und Julian Flügel holen über 10.000 m DM Gold und zweimal Silber

fluegel5_dm-10000m2011_stephanfotoEssen, 7. Mai 2011 –  Die Ziele für die Deutschen Meisterschaften über 10.000 m im schmucken Essener „Hallo-Sportpark“ waren für Corinna Harrer und Julian Flügel hochangesetzt. Letztendlich wurden sie wieder einmal übertroffen, wie so oft in den letzten Monaten, wenn es für die Telis-Asse bei Deutschen Meisterschaften galt im Medaillenbereich zu bestehen. Im Stil einer ganz Großen setzte die 20-Jährige hinter Langstrecken-Ikone Sabrina Mockenhaupt nicht zum ersten Mal ihre Marken in der deutschen Langstreckenszene, wenn auch der erste Lauf einer Oberpfälzerin unter der 34-Minutenmarke mit genau 33:57,54 schon etwas Besonderes war. Julian Flügel ließ mit seinem Parforceritt auf 29:36,57 und einer persönlichen Steigerung von annähernd 40 Sekunden für kurze Zeit vergessen, dass Telis-Paradeläufer Philipp Pflieger aus Verletzungsgründen wohl die ganze Saison fehlen wird.

„Heute Nacht habe ich erst um drei Uhr eingeschlafen und ich kann es immer noch nicht glauben“, berichtete ein überglücklicher Telis-Langstreckler selbst einen Tag später noch über seinen Lauf. Und in der Tat, er hatte einen Lauf wie selten zuvor, so dass selbst Bundestrainer Ronald Weigel unmittelbar nachher feststellte: „Das ist einer für meinen Marathon-Perspektivkader. Er ist unheimlich offensiv gelaufen und hat seine Chance genützt.“ Indessen waren die äußeren Umstände mit dem plötzlichen Hitzeeinbruch alles andere als grandios, was seine vermeintlich schärfsten Konkurrenten mit etlichen Ausstiegen quittierten. Erst Sechster, dann Fünfter, Vierter, Dritter und am Ende überlegener Zweiter, so hieß der perfekte Ablaufplan für den Regensburger, der schon auf der ersten Hälfte mit einer 14:37 den Schlüssel für das Unternehmen „unter dreißig“ gefunden hatte.

harrer3_dm-10000m2011_stephanfoto„Eigentlich war das Unternehmen „unter 34“ schon bei Halbzeit gestorben. Bei den heißen Temperaturen fühlte sich keine für die Pace zuständig, mit einer 17:20 für die 5000 m ging das eher Richtung Dauerlauf. Dass ich dann hinten raus mit einer 16:37 so locker draufsetzen konnte, hat mich selbst verwundert. Jetzt freue ich mich riesig auf meine eigentlichen Disziplinen 800 m und 1500 m. Das möchte ich dann auch bei der Junioren-EM laufen“, sprach Regensburgs neue Oberpfalzrekordhalterin über die 25 Runden und machte sich mit einem breiten Grinsen Richtung Auslaufplatz davon. Das Rennen selbst war tatsächlich ein Steigerungslauf bis zum Ende, den Corinna Harrer als Gesamt-Zweite mit einer 3:12 für die letzten tausend Meter erfolgreich abschloss. „Mocki auf den letzten sechs Runden auf den Fersen bleiben zu wollen, dazu fehlt Corinna noch das Können, unser Ziel, Juniorenmeisterin zu werden und unter 34 Minuten zu bleiben haben wir selbst bei diesem ungünstigen Rennverlauf realisieren können. Man sollte da schon die Kirche im Dorf lassen“, schwächt Harrer-Trainer Kurt Ring die derzeitige Euphorie um seinen Jungstar etwas ab, „ihre Zeit auf den langen Strecken sollte erst in vier bis fünf Jahren kommen, aber für die Mittelstrecke sind jetzt eigentlich alle Erfolgskomponenten da. Was sie daraus macht, wird der Sommer zeigen.“