In Watford/GB läuft sie über 1500 m erstmals unter 4:10

Corinna_Harrer_gala_2011Regensburg, 13. Juni 2011 –  Die wunderbare Laufwelt der Corinna Harrer ist derzeit einfach perfekt. Jetzt lief die Regensburgerin im Telis Finanz Trikot beim internationalen Grand Prix in Watford/GB die 1500 m erstmals mit 4:09,63 unter 4:10. Das ist auf dieser Strecke erneut bayerischer Juniorenrekord, derzeit die schnellste Zeit einer deutschen Frau in diesem Jahr und zugleich Platz zwei im europäischen U23-Ranking, bedeutend deshalb, weil in gut fünf Wochen im tschechischen Ostrau die Europameisterschaften in dieser Klasse stattfinden und sich das Telis-Ass damit in eine Mitfavoritinnen-Rolle gelaufen hat. So nebenbei ist sie seit 2005 nun die erste Deutsche , die wieder einmal unter der 4:10er Grenze geblieben ist.

„Saukalt war’s und der Wind hat ganz schön geblasen, da trau ich mir bei optimaleren Bedingungen schon noch ein bisschen mehr zu“, stellte Corinna Harrer nach dem brutalen Tempo-Rennen, das sie hinter ein weitaus älteren Britin, aber deutlich vor der fast gesamt versammelten deutschen 1500 m Elite als Zweite beendete. Was das „bisschen mehr“ denn bedeute, verrät sie nach einem kurzen Nachfragen: „Auf dem Bauch meines Teddybären steht eine 4:07,99. Dort schreibe ich alle meine Jahresziele vor der Saison drauf. Und mein Trainingspartner Jonas Fischer, den ich bei den Tempoläufen immer gut im Griff habe, ist bei der Sparkassen Gala eine 4:07,78 bei wesentlich besseren Bedingungen gelaufen.“

Was ihre Zeit von Watford nun wirklich wert ist, zeigt der Blick auf die letzten ultimativen Laufherausforderungen, die einer Coco Harrer noch bleiben. Der DLV fordert für die WM in Daegu eine B-Norm von 4:06,50 und eine A-Norm von 4:05,90, für die Olympischen Spiel im nächsten Jahren sollten die Quali-Zeiten ähnlich angesiedelt sein und bei den letzten Europameisterschaften vor einem Jahr waren zur Teilnahme 4:08,00 nötig. Auch 2012 wird’s vor den Olympischen Spielen Ende Juni in Helsinki eine EM geben. „Drei, vier Sekunden können bei einer Zwanzigjährigen in der Entwicklung oft ein Klacks sein, aber auch oft für Jahre eine unüberbrückbare Hürde“, sagt ihr Coach Kurt Ring, „wir lassen die Dinge auf uns zukommen, wie auch immer sie ausfallen werden.
Am kommenden Samstag hat sich ein weiterer Traum der Wenzenbacherin erfüllt. Als einzige Bayerin steht sie in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, die unser Land bei den Team-Euromeisterschaften in Stockholm vertritt. Und weil es in Coco Harrers Laufwelt streckentechnisch sowieso immer kunterbunt durcheinander geht, werden es diesmal die 3000 m sein. „Wäre ich die 4:09,63 drei Tage früher gelaufen, würde ich in Schweden meine Spezialstrecke laufen. Andersrum habe ich meine Laufkollegin vom Trainingslager Maren Kock bedauerlicherweise aus der Mannschaft gekegelt“, umschreibt sie jene oft brutale Herausforderung des Leistungssports recht deutlich.

Dort in der schwedischen Hauptstadt geht es für die blutjunge Telis-Läuferin schon wieder um eine Traummarke. 9:06 ist sie bisher über 3000 m gelaufen, die „Acht“ vor dem Doppelpunkt ist schon ganz nahe gerückt. Für eine Achter-Zeit braucht Coco Harrer aber im Punktekampf von 12 Nationen ein gleichmäßiges Rennen. „Das werde ich mir wohl abschminken können, weil die Taktik bzw. Sieg und Platz ganz im Vordergrund stehen werden. Da wird am Ende wild gespurtet“, schätzt die Regensburgerin ihren nächsten Einsatz nicht ganz falsch ein, “ich denke, hart spurten kann ich auch, aber ob mein Speed gegen die erfahrene internationale Konkurrenz was ausrichten kann, weiß ich noch nicht so recht.“ Am kommenden Samstag wissen sicher alle dann mehr.