Corinna Harrer hält sich bei der Team-EM mit neuer Bestzeit von 9:01,29 prächtig

Harrer_team-EM11_vorschau_wotruba-fotoStockholm, 18. Juni 2011 (orv) - Nach dem ersten Tag der Team-EM in Stockholm liegt die deutsche Mannschaft hinter den souverän führenden Russen aber vor der Ukraine und Großbritannien auf dem zweiten Platz. Zum starken deutschen Gesamtergebnis trug auch die Regensburgerin Corinna Harrer (LG Telis Finanz) mit ihrem achten Platz über 3000 m in der neuen persönlichen Bestzeit von 9:01,29 bei. Lange Zeit lagen die 3.000-Meter-Läuferinnen nah beisammen – und das Telis-Ass mitten im Geschehen. Erst in der vorletzten Runde wurde das Tempo dann merklich angezogen und eine Gruppe von fünf Läuferinnen setzte sich ab, zu denen die 20 Jahre alte Deutsche aber nicht gehörte. Hinter der Führungsgruppe kämpfte Corinna Harrer aber mutig um jede Sekunde. In 9:01,29 Minuten wurde sie mit einer Verbesserung ihrer Bestleistung um gut fünf Sekunden belohnt.

"Ich weiß jetzt, dass ich deutlich unter neun Minuten laufen kann und bin mit dem Rennen total zufrieden, zumal es alles andere als auf Bestzeit gestrickt war. Natürlich sind die vorderen Plätze noch weit weg, aber das waren alles ältere und weitaus erfahrerene Gegnerinnen. Für mich war das Rennen eine ganz große Erfahrung und hilft mir enorm in Richtung Junioren-EM in Ostrawa. Dort geht's dann auch wieder über die kürzeren 1500 m, die mir momentan noch besser liegen sollten", so ihr erster Kommentar kaum eine halbe Stunde nach ihrem Lauf am Telefon. Im fünften Rennen über die siebenhalb Runden war das nun schon die fünfte Bestzeit in Reihe. Nachdem Harrer-Bestzeiten meist auch Rekorde sind, macht auch dieses EM-Rennen keine Ausnahme. Mit ihren 9:01,29 steigerte sie den bayerischen Uralt-Rekord für Juniorinnen von Gabi Schwarzbauer aus dem Jahre 1990 um über vier Sekunden und ist auch vom bayerischen Frauenrekord (Monika Schäfer/1992 - 8:59,09) ist sie nur noch 2,2 Sekunden entfernt.

Bei etwas günstigerem Rennverlauf hätte vielleicht sogar die deutsche Jahresbestleistung von Langstrecken-Ikone Sabrina Mockenhaupt (8:57) gewackelt. Etwas fehl am Platz lediglich die Einschätzung von Eurosport-Kommentator Siegi Heinrich:"Letztendlich fehlt es der Regensburgerin noch an Grundschnelligkeit." Genau die hat sie aber als ehemalige nationale U18-Meisterin über die 400 m in einer Form, wie sie wohl keine der namhaften deutschen 3000 m Läuferinnen der letzten 10 Jahre aufweisen konnte. Mann muss der blutjungen Regensburgerin einfach noch ein bisschen Zeit lassen.