Siege für Harrer und Weitzel, Orth erkämpft Platz zwei und Langstreckler Flügel überrascht

weitzel_dmaktive11_kiefnerfotoKassel, 24. Juli 2011 (wotruba/mz) - Und wieder hielten die Regensburger Leichtathleten, was sie versprachen: Bei den nationalen Titelkämpfen stachen drei von fünf angekündigten Trümpfen – und dazu kam noch Überraschungsbronze für 5000- Meter-Mann Julian Flügel. „Wir haben sogar noch mehr gehalten, als wir ver sprochen haben“, freute sich Kurt Ring, der Teamchef der LG Telis Finanz. „Mehr geht nicht.“ Dass Weitspringerin Michelle Weitzel nach dem Hallen-Titel auch im Freien mit 6,52 Meter keine Bezwingerin fand, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Schon eher das 1500-Meter-Gold von Corinna Harrer, die ihre Lust am Laufen und Topform in 4:10,47 Minuten ausdrückte – einer Zeit, die seit 15 Jahren keine deutsche Meisterin auf dieser Strecke mehr auf die Bahn gebracht hatte.

OrthFlorian3_DM-Aktive11_kiefnerfotoDazu freute sich auch Florian Orth, der anders als Harrer wegen einer Rippenverletzung für die U-23-Europameisterschaft hatte passen müssen. In einem reinen Taktikrennen unterlag er nur Vizeeuropameister Carsten Schlangen und feierte seinen 22. Geburtstag mit DM-Silber. Die volle Konzentration des Hessen gilt nun der Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Helsinki 2012. „In geraden Jahren lief es bei mir immer besser als in den ungeraden“, sagt der Hesse, der sich im Vorfeld noch unsicher war, ob er noch ein paar Wettkämpfe anhängen wird. „An der Uni warten ein Ferienkursund das Physikum“, sagt der Student.

Wieder einmal die Nervenstärkste war Michelle Weitzel im Weitsprung-Wettbewerb gewesen. Gleich im ersten Versuch eroberte sie mit einem Sprung über 6,50 Meter die Führung. Daran bissen sich die Konkurrentinnen wie Bianca Kappler, die heuer bereits 6,81m und die WM-Norm erzielte, bis in den sechsten Durchgang die Zähne aus. Weitzel hatte derweil im fünften Versuch noch einmal zwei Zentimeter draufgelegt. Corinna Harrer krönte derweil ein Jahr, das sie selbst „eine Traumsaison“ nennt. „Mit den Sujews wollten wir zu dritt Tempo machen“, erzählt die 20-Jährige. „Doch Diana hat sich im Vorlauf am Samstag leider einen Bänderriss geholt und konnte tags darauf nicht starten.“ So teilten sich Harrer und Elina Sujew die Arbeit: „500 Meter ich, 500 sie“ – am Ende zog die Telis Läuferin auf und davon. Ihre tolle Form will die Bronze-Gewinnerin der U-23-EM nächste Woche bei einem Rennen in Gent nutzen. „Dann folgen noch zwei, drei Rennen und Mitte August beende ich die Bahnsaison“, sagt Corinna Harrer.

Flgel-Ring_DM-aktive11_Foto-SchaakeDie Bronzeplakette von Julian Flügel aber war für Kurt Ring die „überraschendste Medaille, weil er wesentlich stärkere Leute hinter sich gelassen hat. Aber er hat die Übersicht behalten und ist eine Kampfsau par excellence““. So klappte es nur bei den Hinder-nisläufern über 3000 Meter nicht so gut: Titelverteidigerin Susi Lutz wurde Fünfte und Felix Hentschel stieg aus. Und über 1500 Meter zahlte Felix Plinke als Elfter Lehrgeld. „Er hat sich einsperren lassen“, sagt Ring. „Aber er ist ja auch noch im Juniorenalter“.