Sabrina Mockenhaupt beim Titelgewinn in Bremen mit WM-Norm

lutzsus2_bremen_dm10tausend09_boydefotoBremen, 2. Mai 2009 (orv) - Bereits vor viereinhalb Jahren in der Hansestadt im Gelände siegreich, feierte Sabrina Mockenhaupt am Samstag bei den Deutschen 10.000-Meter-Meisterschaften in Bremen nicht nur einen weiteren Titelgewinn, sondern blieb mit einer Zeit von 31:27,56 Minuten auch mühelos unter der von ihr geforderten WM-Norm (31:45,00 min). In der Männerentscheidung überspurtete der Tübinger Hindernisspezialist Filmon Ghirmai mit 29:40,06 den Vorjahresmeister Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München; 29:41,59 min) auf der Zielgeraden. Zwei der Fünf zu vergebenen Goldmedaillen holten sich die Telis-Laufzwillinge Susi Lutz und Corinna Harrer, die mit faszinierenden Schlussrunden die 10.000 m der Juniorinnen (35:00,52) und 5.000 m der weiblichen Jugend A (16:48,94) gewannen.

Eine lange Durststrecke von genau vier Jahren musste Susi Lutz überwinden, um endlich wieder einmal bei Deutschen Meisterschaften ganz oben zu stehen. Im gemeinsamen Rennen mit den Frauen entwickelten sich schon nach wenigen Runden zwei typische Meisterschaftsentscheidungen, wobei die bei den Frauen keine echte war, weil Mocki schon nach dreitausend Metern das gesamte Feld überundet hatte und dabei die für Berlin geforderten 31:45 anpeilte. Zu diesem Zeitpunkt belauerte sich fast das ganze Juniorinnenfeld nach einem extrem langsamen ersten Kilometer (3:45). Erst als Susi Lutz einen ersten Vorstoß wagte, schälte sich mit Christina Kröckert (TSV Bayer Leverkusen), die fortan die meiste Führungsarbeit leistete, der Kasselerin Anna Hahner und der Regensburgerin das spätere Medaillentrio heraus. Mit einem überwältigendem 900 m Spurt liess am Ende Susi Lutz der auf Platz zwei einkommenden Anna Hahner (35:09,23) und Christina Kröckert (35:18,31) nicht den Hauch einer Chance. "Mir fallen zentnerweise Felsbrocken von der Seele, nach vielen Jahren wieder einmal ganz oben" flüsterte die über beide Ohren strahlende Siegerin, klammheimlich ein paar Freudentränchen vergießend.53 Hundertstel fehlten letztendlich nur zur 34er-Zeit und selbst die Norm für die Junioren-EM (34:45) wäre drin gewesen, wenn nicht der erste Kilometer so verbummelt worden wäre.

lutzsusi1_bremen_dm10tausend09_boydefotoZuvor schon hatte Teamkollegin Corinna Harrer bei der Entscheidung über 5.000 m der weiblichen Jugend A für ordentlich Furore gesorgt. Immer im Bilde bestimmte sie zusammen mit der Münsteranerin Nina Stöcker die Pace, dabei meist locker auf Bahn zwei laufend. Dann überraschte sie drei Runden vor Schluss Geheimfavoritin Jana Sussmann (LG Nordheide) mit einem trockenen Antritt und schenkte ihr zunächst einmal einen satten Rückstand von dreißig Metern ein. Die Palastrevolution verpuffte dann aber fünfhundert Meter vor dem Ziel, als das Regensburger Multilauftalent kräftig durchzog, sich an ihre 400 m Qualitäten erinnerte und mit raumgreifenden Schritten dem Titel entgegensprintete."Das hab ich mir ein wenig anders vorgestellt, 5000 m sind doch ein wenig anders als die Stadionrunde. Den ersten Vorstoß wollte ich mit Jana noch nicht richtig mitgehen, doch ich wusste um meine Stärke in der letzten Runde", so das Fazit der Telis-Läuferin, die nun das Kuriosum für sich verbuchen darf, innerhalb von neun Monaten nationale Titelträgerin über die 400 m, im Cross und über die 5000 m geworden zu sein.