Philipp Pflieger und Juniorinnen-Team holen bei der Straßen-DM erneut zweimal Gold ab

lutz_susi_dm10km09Otterndorf, 12. September 2009 (orv) –  Der Tübinger Arne Gabius und die Saarbrückerin Susanne Hahn avancierten am Samstag in Otterndorf zu den Hauptdarstellern der Deutschen 10-Kilometer-Meisterschaften, die am Vorabend des Küstenmarathons vor rund 6.000 Zuschauern auf einem stimmungsvollen Zwei-Kilometer-Rundkurs ausgetragen wurden. Auch die junge Garde des Telis-Laufteams hielt sich an der Nordseeküste schadlos: Junior Philipp Pflieger durchbrach als Vierter der Männer-Wertung und überlegener U23-Meister mit 29:35 erstmals deutlich die Dreißig-Minuten-Schallmauer und das Juniorinnenteam der LG Telis-Finanz, mit Susi Lutz (35:09), Corinna Harrer (35:13) und Christiane Danner (36:16) auf den Plätzen drei, vier und acht einlaufend, holte sich überlegen den Juniorinnen-Mannschaftstitel. Mit Lutz standen auch noch Veronika Ulrich (LG Telis Finanz – W40/35:46), Constance Boldt (LLC Marathon – W35/37:02) und das Damenteam der LG Telis Finanz (Lutz, Harrer, Ulrich) auf dem Bronzerang. Trotz der überragend laufenden Philipp Pflieger und Max Meingast (30:59) und eines standesgemäß mit 30:51 ins Ziel kommenden Dennis Pyka reichte es für das Männerteam der LG Telis Finanz nur zum undankbaren vierten Rang.
pfliegerphilipp1_dm10km09_kiefnerfotoFür Telis-Teamchef Kurt Ring waren die Platzierungen zwar eine wunderschöne Randerscheinung, doch sein Hauptaugenmerk lag vielmehr auf den gelaufenen Zeiten seiner Youngster: „Die Jungen haben sehr viel an Grundlagenausdauer in die neue Saisonvorbereitung mit rübergenommen. Jetzt können wir gestärkt in die Vorbereitungen für’s nächste große Ziel, die Cross-Europameisterschaften Anfang Dezember im irischen Dublin einsteigen. Otterndorf kann als gelungen abgehakt werden.“ Abhaken spielt sich inzwischen bei der LG Telis Finanz auf sehr, sehr hohem Niveau ab. Die Teamleistung der Juniorinnen (1:46:37) und Corinna Harrers 35:13 sind neue bayerische Rekorde für die U23 (Team)  und U20 (Einzel) und auch die 1:46:08 der Frauen-Mannschaft lagen deutlich unter dem alten Rekord. Leider waren an diesem Tag die Läuferinnen der LG Stadtwerke München und des LAC Quelle Fürth/München mit der Winzigkeit von acht bzw. vier Sekunden noch schneller. „Bei einem Nachtrennen ist die Überschaubarkeit im Läuferinnenfeld sehr schwierig. Den knappen Rückstand auf Gold haben wir dann auch erst nach Aushang der Ergebnislisten realisiert. Schade – aber kein Beinbruch“, resümierte Ring das Geschehen einer durchaus vergnüglichen Laufnacht.

Dass die Debütantinnen Corinna Harrer und vor allem Christiane Danner gleich so einschlagen würden, konnte im Vorfeld höchstens mal in den kühnsten Träumen überlegt worden sein und auch Susi Lutz legte erstmals ihr Herbst-Trauma mit bisher miserablen Auftritten gleich gründlich ad acta. Philipp Pfliegers Redeschwall nach dem Rennen übertraf seine an diesem Tag exzellente Vorstellung noch um einiges. Doch wer mag’s dem Jungen verdenken. Es ging ihm an diesem Tag einfach augezeichnet und warum sollten das nicht alle nachher zu hören bekommen. Auch Teamkollege Max Meingast lief das Rennen seines bisherigen Läuferlebens, lediglich Oldie Dennis Pyka haderte ein wenig: „Wenn ich nicht diese sch … Seitenstechen bekommen hätte, wäre eine halbe Minute mehr drin gewesen.“ Letztendlich hätte es das Männerteam, die mit ihren 1:31:26 noch einen Oberpfalzrekord aufstellten, auch nicht auf’s Treppchen gebracht. Auch für die große alte Dame des Telis-Teams war an diesem Tag die Welt lange nicht in Ordnung. „Der Verlust des Mannschaftstitels geht auf meine Kappe.“ Mit 35:46 blieb Veronika Ulrich zwar über eine Minute über ihrer Früjahrsbestzeit, wird dies aber mit Sicherheit nicht mit Absicht gemacht haben und die alte Weisheit, dass „zu einer Mannschaft in diesem Falle immer Drei gehören“ mag so umgedeutet werden: Man gewinnt gemeinsam und man verliert gemeinsam. Die Hessin im Telis-Trikot mag sich trösten. Vor ihr ist das schon ganz anderen passiert und bei der Erfolgswelle, auf der die Telis-Läufer/Innen derzeit schwimmen, auch gar nicht so tragisch. Man wird’s verkraften können.