Telis-Leichtathleten gehören bei den Deutschen Meisterschaften zum Favoritenkreis

Harrer1-pulk DM2012 kiefnerfotoRegensburg, 3. Juli 2013 (orv) –  Wenn am kommenden Wochenende im Ulmer Donau-Stadion die Deutschen Leichtathletik Meisterschaften stattfinden, sind Regensburgs Asse voll dabei. Gleich mehr als fünf rechnen sich ernsthafte Medaillenchancen aus. Allen voran natürlich die beiden Titelverteidiger auf der „Regensburger“ Distanz, den 1500m, Corinna Harrer und Florian Orth. Philipp Pflieger und Manuel Ziegler, die sich über 5000m bzw. im Dreisprung schon im letzten Jahr Silber umhängen ließen, schielen natürlich auch nach oben, was im Falle des 5000m-Mannes eher unwahrscheinlich ist, weil die Tübinger Gold-Bank Arne Gabius im Weg steht. Für den Dreispringer schaut es nach seiner Jahresbestleistung von 16,35m und windunterstützten 16,48m da schon besser aus. Maren Kock, das Regensburger 5000m-Ass, muss sich auch mit einer Lauf-Ikone herumschlagen. Im Normalfall sollte Sabrina Mockenhaupt nicht zu schlagen sein. Hinter den beiden schielen die Telis-Läuferinnen Jana Soethout und Carolin Aehling ein ganz klein wenig auf die übrig bleibende Bronzemedaille. Gleiches gilt bei den Männern für Julian Flügel, der in diesem Jahr schon zwei Mal unter 14 Minuten geblieben ist.


Die Frage aller Fragen nicht nur in der Regensburger Leichtathletik ist: „Kann Corinna Harrer nach dem Birmingham-Desaster überhaupt laufen?“ Die Eisenharte aus Wenzenbach trainiert schon wieder und zeigt sich optimistisch: „Zu neunzig Prozent bin ich dabei. Irgendwann muss meine Pechsträhne reißen. Sich jetzt ins Kämmerlein zu setzen und nur noch im Schongang herumzutraben, ist nicht mein Weg, Hindernisse zu beseitigen. Ich war vor diesen Problemen mit der Salmonellenvergiftung und der Verletzung blendend in Form und ich werde bald wieder zurückfinden in die alte Spur. Ich freue mich jetzt schon auf Ulm und die unvergleichliche DM-Atmosphäre.“

 
Orth DM2012 MZ-FotoFlorian Orth gibt kaum Stellungnahmen vor wichtigen Rennen ab. Schon oft war er abgeschrieben und dann im richtigen Moment da. Auch seine Saisonvorbereitung hatte Ecken und Kanten und die bisher stehenden 3:42 versprechen nicht viel. Teamchef Kurt Ring ist dagegen felsenfest überzeugt: „Wartet mal ab, der Flo ist da, wenn es drauf ankommt. In Ulm geht’s um keine WM-Norm, da geht’s drum, wer als Erster im Ziel ist. Bei diesen taktischen Geplänkel war unser Mann schon immer ein ganz Starker.“


Philipp Pflieger, gestärkt von seinen Unterdistanzrennen in den letzten Tagen, weiß natürlich, dass ein Arne Gabius im Normalfall nicht zu packen ist. Aber bereits im letzten Jahr hat der Regensburger den Tübinger hart gefordert und „Im Schongang wird sich Arne den Titel nicht abholen können“, meint das Telis-Ass dazu. Dahinter rechnet sich Julian Flügel eine Medaillenchance aus. Wenn’s gut läuft, muss er neben den beiden Favoriten nur den Düsseldorfer Simon Stützel fürchten.


Maren Kock will ihre Schmach vom letzten Meisterschaftsrennen, als sie als Vierte weit unter Form laufend die Vergabe der Medaillen nur aus der Distanz sah, endlich vergessen machen. Sie fühlt sich gut in Form. So gut, dass sie unter Umständen sogar Mocki attackieren will. Ob es dabei Richtung „unter 15:30min“ gehen wird, wird man spätestens am Samstagabend wissen. Mal sehen auch, was Maren Kocks Teamkolleginnen Carolin Aehling und Jana Soethout im weiteren Verfolgerfeld ausrichten können.


ZieglerManuel DMJunioren12 kiefnerfotoAls Führender der Deutschen Bestenliste ist Dreispringer Manuel Ziegler noch nie zu einer DM angereist. Die vor der Saison weitaus stärker eingeschätzte Konkurrenz schwächelt bisher. Das will aber nichts heißen. Auch der Regensburger ist im letzten Jahr nicht unbedingt als Medaillenkandidat angereist und hatte am Ende Silber um den Hals hängen. Es könnte eine der spannendsten Entscheidungen überhaupt werden – Ausgang völlig offen. Alle anderen aus dem Telis-Favoritenkreis waren schon mal Meister/In bei den "Großen", ob im Freien oder in der Halle. Für den jungen Regensburger wäre es der erste Titel bei den Aktiven.


Unterholzner1 DMU23 2013 KiefnerfotoMit der 1500m-Läuferin Thea Heim, dem 400m Hürden-Mann Mario Saur, dem 5000m-Läufer Sebastian Reinwand, dem 1500m-Läufer Felix Plinke, dem Hindernis-Ass Valentin Unterholzner und der 5000m-Frau Steffi Volke rechnen sich weitere sechs Telis-Asse gute bis sehr gute Endkampfchancen unter Deutschlands besten Acht aus. Für Steffi Perfler (5000m), Anna Plinke (1500m), Fabian Alraun, Moritz Steininger, Christophe Chayriguet, Jonas Koller, Erik Somssich (alle 5000m), sowie der blutjungen 3x1000m-Jugendstaffel mit Jan Weinlein, Lamin Traoré und Tim Englbrecht gilt es erste DM-Luft zu schnuppern, Erfahrungen zu sammeln und sich achtbar aus der Affäre zu ziehen. „Jeder, der von unseren Athleten/Innen die Norm für die „großen“ Meisterschaften im Stadion erfüllt hat, soll auch hin fahren. Für jeden, der einmal dabei war, bleibt es ein unvergessliches Erlebnis“, meint dazu Teamchef Kurt Ring und freut sich riesig, dass diesmal in Ulm sogar eigene Fans mit einem großen Bus anreisen. LG-Präsident Norbert Lieske wird sie sicher am Sonntag bei der Anreise schon richtig „anheizen“.