Erneuter Start über 1500m bei einem Diamond league Meeting

Harrer1 EM-U23 HenselfotoRegensburg, 23. Juli 2013 (orv) –  Der Bottroper Frust saß am Sonntag noch tief in der Seele der Läuferin Corinna Harrer von der LG Telis Finanz. Die Hetzjagd nach der WM-Norm war erneut erfolglos gewesen. Erneut hatte sie selbst nach tausend Meter in die Offensive gehen müssen, zu früh eben, um die 4:05,50 Minuten zu knacken. Ein Blick am Montagmorgen ins gerade veröffentlichte Londoner Starterfeld änderte dann doch noch ihre Meinung. „Ich glaube, ich will hinfliegen. Vielleicht hat London doch noch etwas Magisches und seien es nur die Erinnerungen“, teilte sie ihrem Coach per SMS mit. Nun wird die Regensburgerin am Freitag beim Diamond league Meeting wieder am Start stehen.
Die Sichtweise hat sich trotzdem geändert. Die WM-Norm steht nicht mehr im Mittelpunkt. Die Treibjagd soll zu Ende sein. Auf der einen Seite nominierte der DLV Langstrecklerin Sabrina Mockenhaupt, auch nur wie Coco Harrer im Besitz der internationalen B-Norm, vorzeitig für die WM, auf der anderen Seite besteht bei der Regensburgerin erhebliche Unsicherheit, ob für sie Ähnliches gelten könnte. Erschwerend dabei ist, dass Dauerkonkurrentin Diana Sujew just zu dem Zeitpunkt, als Corinna Harrer bei der JEM U23 für den DLV in einem taktischen Rennen die Silbermedaille einfuhr, dem Telis-Ass die deutsche Jahresbestleistung abnahm, aber eben die WM-A-Norm genauso knapp verfehlte.

Geäußert hat man sich im sportlichen Top-Management des DLV mit keinem Satz. Hopp oder top, es wäre egal, aber es wäre eine klare Richtung. So bleibt die Unsicherheit bis zu 29. Juli, dem letzten Nominierungstag. Corinna Harrer hat inzwischen mit allen WM-Spekulationen abgeschlossen. Sie will einfach noch ein paar Rennen entkrampft und mit Freude genießen. Fünfmal hat sie in dieser Saison für „Schwarz-Rot-Gold“ alles gegeben, nicht immer im Vollbesitz ihrer Kräfte. Bronze mit dem Team bei einem sechsten Einzelplatz nach Verletzung bei der Cross-EM, der Sieg beim Glasgower Hallen-Länderkampf, das Sensationssilber von Göteborg, der erfolgreiche Einsatz mit einem vierten Platz über 3000m bei der Team-EM in Gateshead, wieder nach einer schweren Erkrankung, schließlich Silber bei der JuniorenEM werden ihr immer positiv in Erinnerung bleiben.

Nun warten im Londoner Olympiastadion, jenem Ort, wo Coco Harrer im olympischen Halbfinale nur haarscharf am finalen Traum vorbeischrammte, Gegnerinnen wie Vize-Weltmeisterin Hannah England, die Amerikanerinnen Morgan Uceny, Gabriele Anderson und Lea Wallace, die von ihr in Tampere geschlagene Laura Muir und auch ihr britisches Pendant Laura Weightman. Am Freitag, um 21.36 Uhr deutscher Zeit wird der Startschuss fallen und es soll für Corinna Harrer ein Lauf wie jeder andere werden, ausgeblendet von einer letztendlich unglücklich gestalteten Normen-Treibjagd.