2 Läuferinnen in Europas Nachwuchselite als Entwicklungspotential ist wenig

Gesa Krause ChaiRegensburg, 31. Juli 2013 (ein Kommentar von Lothar Pöhlitz) - Nachdem sich das Jahr 2013 hervorragend zur Bestandsaufnahme über die geleistete Nachwuchsarbeit in der Leichtathletik am Beispiel der drei U18- / U20- und U23 – Events anbietet bringt die Läufer kein Rückblick, kein Vergleich zu früheren Meisterschaften sondern nur eine realistische Betrachtung der aktuellen Situation der 3 Jahrgangsklassen, das Abschneiden in den Tagen der Bewährung weiter. Ein Ausblick auf der Grundlage der Arbeitsziele des DLV – wie sie von Cheftrainer Idriss Gonschinska im Vorfeld der Nachwuchsfeste formuliert wurden – eine Positionierung des Anschlusstrainingsbereiches U23 in einem ersten Blick sagen aus das sich der „Teilbereich Läufer“ nur ein klein wenig näher „nach Europa“ und vielleicht 2016 auch einen kleinen Schritt näher an die internationale Spitze bewegt hat, vorausgesetzt die 5 Läufer/Innen unter den ersten acht in Tampere beschleunigen ihr Entwicklungstempo.

2 Medaillen in 2 x 5 Männer und Frauen - Disziplinen können nur zu dem Schluss führen dass nach Tampere die Arbeit der Trainer im Anschlusstraining der Laufdisziplinen nicht einfacher geworden ist. Am Beispiel der tollen Ergebnisse von Gesa Felicitas Krause und Corinna Harrer wird unterstrichen das man den internationalen Anschluss braucht um in Europa in dieser Altersklasse bestehen zu können!

Zur Nominierung und zu den Chancen des U23-Teams sagte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen im Vorfeld: „Die U 23 Europameisterschaften in Tampere besitzen für uns einen hohen Stellenwert bei der Neuformierung der DLV-Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro und in der Entwicklung der talentiertesten Athleten des Junior-Elite-Teams auf die internationalen Meisterschaften im Weltmaßstab.“

 Platzierungstabelle DLV

Idriss Gonschinska gab die Aufgaben so vor – sie gelten auch demnächst:

"In Tampere startet die Zukunft - Die Athleten, die dort an den Start gehen sind die Zukunft unserer Nationalmannschaft – U23 - EM sind Entwicklungs-meisterschaften“ formulierte Idriss Gonschinska, Cheftrainer im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in einem Interview bei leichtathletik.de

„U23 - EM sind Meisterschaften, in denen der Schwerpunkt darauf liegt, dass sich die Athleten an große, internationale Meisterschaften im Übergang aus dem Jugendbereich gewöhnen. Denn die verlaufen anders als die Meetings, die sie sonst so kennen. Hier erwartet die Athleten ein Call - Room, hier kann man sich nicht einfach überall aufwärmen, hier muss man sich gegen internationale Konkurrenz behaupten und hier muss man sich in der Qualifikation, oft zu ungewohnten Uhrzeiten überhaupt erstmals durchsetzen. Alle diese Bedingungen sind für die erfahrenen Athleten ganz normal, aber die jüngeren Sportler müssen sich daran erst gewöhnen. Das sind alles Dinge, die kann ein Trainer mit seinem Athlet noch so oft im Training durchgehen oder simulieren, so richtig lernt der Athlet das aber erst durch wirkliche Meisterschaften. Und dafür gibt es die U23-EM als Tranfermeister-schaft“. Dem soll hinzugefügt werden: sie müssen es vorher üben können!

Nominierungs ErgebnisuebersichtMittelLang

Learning by doing – Läuferabende offen für alle: Besseres Training und Konkurrenz machen schneller

Die Aufgaben haben sich nach dieser U23 – Europameisterschaft nicht verändert: Deutschlands Talentauswahl und Talentausbildung muss sich in Quantität und Arbeitsqualität den international veränderten Anforderungen durch die U18- / U20- und U23-Vergleiche schneller anpassen, das Schrittmaß ist zu erhöhen, nicht nur im Mittel- und Langstreckenlauf. Dazu gehört auch die jungen Läufer früher in Meetings zum üben und zur Bewährung zu schicken als in die „die sie sonst so kennen“ (Gonschinska).  Vor Ort in Tampere wurde bestätigt dass es in allen Laufdisziplinen bereits für eine Konkurrenzfähigkeit nur gegen Europas Beste „Talente braucht die zu mehr Arbeit bereit sind und bereits international konkurrenzfähig sind“. Bessere Vorbilder als Gesa Felicitas Krause und Corinne Harrer kann es dafür wohl nicht geben. Sie haben bestanden.

2 von vielen Reserven damit der DLV zu den Besten gehören kann
Da der DLV – zumindest in der Zentrale - die internationale Herausforderung in der Jugendleichtathletik angenommen hat muss man an dieser Stelle wohl auch einmal die Mit-Verantwortung der Leitenden Landestrainer für den Leistungsstand im Nachwuchs der Mittel- und Langstreckendisziplinen ansprechen und sie bitten auch ihr Schrittmaß zu erhöhen, sie sollten nicht länger – wie es aus der Distanz scheint - außen vor sein. Zumindest für den Bereichen U18 – und U20 müssen sie die Talente finden und früher einer leistungsorientierten Ausbildung zuführen. Dass der DLV im Nachwuchs konkurrenzfähig sein will bedeutet doch dass dies auch alle Ltd. Landestrainer für Lauf wollen müssten. Die weißen Flecken sind zu groß. Da es in allen Landesverbänden „Verantwortungsbereiche für Leistungssport“ gibt würde das auch eine bessere Verzahnung zur Arbeit der Nachwuchsbundestrainer voraussetzen.  

Eine zweite Reserve ließe sich - abgeleitet aus der aktuellen Praxis -  aus einem verbesserten System der nationalen Wettkampfgestaltung (auch mit internationaler Beteiligung – vielleicht gemeinsam mit unseren Nachbarländern) erschließen. Es gab schon einmal eine größere Wettkampfdichte in den Sommermonaten. Die Erfahrung dass Konkurrenz schneller macht sollte zurück zu den aus der Mode gekommenen Läuferabenden, Verabredungen zum öfter einmal „Schnelllaufen“ führen. Da würde sicher auch eine verbesserte Teamarbeit aller Lauf-Bundestrainer helfen, eine neue Struktur der Monate Juni - Juli – August. Das Mini-Internationale in Koblenz und die Läufernacht bei der Regensburg-Gala – fast im Vorfeld der Saison - haben gezeigt dass es noch viele Läufer gibt. Da wären 5 - 6 „zusätzliche Läuferabende“ nach altem Vorbild im Zeitraum bis Mitte August bestimmt hilfreich. Nicht nur für unsere jungen Kaderathleten sondern für alle – ohne Altersklassen - in gemischten Rennen nach dem Best-Leistungsprinzip zusammengestellt, noch besser vorbereitet, vielleicht sogar mit pacemakern für alle, bringen Bestleistungen und Wettkampferfahrung, die man durch Vorträge nicht vermitteln kann. Öfter die von Idriss Gonschinska beschriebenen notwendigen Bedingungen bzw. Anforderungen erleben, simulieren und wiederholt üben können werden den Leistungsfortschritt beschleunigen.

Nominierungstabelle GERhinterRUSGBR

Die Aufgaben und Ziele bleiben unverändert
„Dass sich einige der Athleten und Trainer schon bald fest in der Nationalmannschaft der Aktiven etablieren werden, davon ist Idriss Gonschinska überzeugt. Denn unter diesem Licht standen die gesamten Titelkämpfe. Das übergeordnete Ziel: Die Neuformierung der Nationalmann-schaft mit frischem Wind aus der Juniorenklasse“ (leichtathletik.de). Die letzten Jahre und auch 2013 haben gezeigt dass es gerade in diesem Altersbereich große Reserven, keine Selbstläufer und immer wieder Verluste gab. Optimismus erfordert gleichermaßen das Schrittmaß zu erhöhen. Gesa F. Krause und Corinna Harrer geben das Beispiel welches Niveau im U23 Bereich international zu Medaillen führt.