Thea Heim hat den Durchbruch gepackt

Cervia Herbst13 InterviewThea 3Cervia, 30. September 2013 (orv) - Sie ist eine Stille im Team der Blauen. Lächelnd hört sie meist zu, wenn die anderen in geselliger Runde Geschichte um Geschichte erzählen. Dabei könnte Thea Heim in diesem Jahr viel von sich selbst erzählen, viel Gutes. Gleich drei deutsche Meistertitel hat die junge Läuferin in ihrem ersten Jahr im Regensburger Dress gewonnen. Zwei mit der Juniorinnenmannschaft im Cross und über 10km und dann ihren ersten Einzeltitel über 1500m in der U23. Zeit also, sie etwas näher kennen zu lernen. Teamchef Kurt Ring hat ihr im Trainingslager in Cervia interessante Antworten entlockt.

 

 

Du hast in diesem Jahr einen Quantensprung nach oben vollzogen, wie erklärst du Dir das?

Das hat sicher mehrere Gründe: Zum einen habe ich mit meinem Trainer Norman Feiler eine langfristige Planung gemacht, was 2011 und 2012 die Priorität auf Schule und Studium  vorsah. Somit haben wir 2013 die Konzentration auf das Laufen legen können. Zum anderen habe ich mit meinem Wechsel nach Regensburg ein optimales Umfeld mit einem starken und professionell arbeitenden Team gefunden, das mir und meinem Trainer viele positive Impulse gegeben hat.

 

Dein Wechsel im letzten Jahr nach Regensburg kam für viele unerwartet. Warum nicht die Wohlfühlatmosphäre des OSP München mit Halle, Rundumversorgung und Bundestrainerbetreuung, sondern die harte Regensburger Laufwelt?

Als Wohlfühlatmosphäre habe ich die Situation in München, und speziell am OSP, nicht empfunden. Atmosphärisch habe ich mich dort nicht so wohl gefühlt. Und das wirkte sich auch auf die Motivation aus. Mein Trainer und ich teilten die dortige Trainingsphilosophie auch nicht, so dass ich auch kaum Trainingspartner hatte. Mein Trainer riet mir zu einem Wechsel nach Regensburg, auch wenn ich weiter in München wohne. Wir hatten beide den Eindruck, dass in Regensburg nach der richtigen Trainingsphilosophie gearbeitet wird, auch wenn das viele Kilometer und noch mehr hartes Training bedeutet. Aber wir wollten beide mehr als bisher. Und in München war das aus meiner/unserer Sicht nicht möglich, trotz hervorragender Sportanlagen am OSP.

 

Wie kommst Du mit den Regensburger Läuferinnen und Läufern zurecht?

Naja, ich trainiere ja in München, bin also nicht permanent in Regensburg. Aber durch vier Trainingslager pro Saison, ca. 20 Wettkampfwochenenden und ein paar Trainingseinheiten in Regensburg habe ich die anderen Regensburger Athleten sehr schnell kennengelernt. Ich bin von Beginn an unglaublich freundlich aufgenommen worden und habe mich schon nach sehr kurzer Zeit in dem Team sehr „heimisch“ gefühlt. Erstmals hatte ich mich als Teil eines „TEAMS“ gefühlt, indem sich sehr viele international erfahrene Topathletinnen und –athleten befinden, die aber keine Starallüren haben. Das hat mich unglaublich motiviert und sicher einen gewissen Anteil an meinem Erfolg 2013 gehabt.

 

Ein Platz in der Münchner 3x800m Staffel war doch eine gute Option. Wie kommst Du mit der multifunktionellen Herausforderung Straße – Cross - Bahn und das sowohl auf der Lang- als auch auf der Mittelstrecke zurecht?

Naja. Ich bin schon vor meinem Wechsel nach München gerne die Staffel gelaufen. Aber in München ging in puncto Staffel nie was zusammen. Warum auch immer. Cross, Straße war ähnlich. In Regensburg  bin ich jetzt auf allen Belägen Teambewerbe gelaufen und es hat mir riesig Spaß gemacht. Auch weil ich überall Gold oder Silber gewonnen habe. Selbst die Langstrecken machen wir jetzt Spaß, nicht nur weil ich sehe, dass eine gute Überdistanz wichtig ist für meine positive Entwicklung. Die Saison ist dadurch einfach viel abwechslungsreicher und nicht so eintönig.

 

Du bist jetzt B-Kader. Welche Erwartungen weckt das bei Dir?

Gut. Zunächst erwarte ich, dass ich weiter mit meinem Trainer Norman Feiler und dem Regensburger Teamchef Kurt Ring zusammenarbeiten kann. Vom DLV bzw. vom Bundestrainer erwarte ich einen Austausch mit meinen Trainern und mit mir, um vielleicht noch bessere Impulse in meinem Training setzen zu können. Zudem eine gewisse Unterstützung bei Trainingslagern, Umfeldmaßnahmen (Physio, etc.) und Wettkampfplanung.

 

2014 ist schneller da als man denkt. Welche sportlichen Ziele verfolgst Du?

In erster Linie will ich meine läuferischen Fähigkeiten weiterentwickeln. Da habe ich noch Luft in allen Bereichen: Ausdauer, Schnelligkeit, Athletik, etc. Sagt mein Trainer! Natürlich habe ich auch konkrete Ziele. Dazu gehört sicher die erfolgreiche Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft, wobei ich nicht nur teilnehmen möchte. Da soll dann auch was rausspringen. Aber die konkreten Ziele wissen nur mein Trainer und ich und das soll auch so bleiben.

 

Was glaubst Du verändern zu müssen, um Deine Träume zu erreichen?

Die entscheidenden Weichen haben wir aus meiner Sicht schon 2011 und 2012 gestellt. Dadurch, dass ich meinen Bachelor demnächst abschließen werde, habe ich sehr schnell studiert und nun im Master viele Freiräume, so dass ich dem Training und dem Laufen Priorität einräumen kann. Zum anderen habe ich mit der LG TELIS FINANZ REGENSBURG ein Top-Team im Rücken, dass mich optimal unterstützt. Mit Sicherheit muss ich meine Trainingsumfänge erhöhen. Das benötigt Zeit, die ich aber jetzt geschaffen habe.