Philipp Pflieger im Interview mit Fartlek.TV

Pflieger1 Cross-Ingolstadt13 KiefnerfotoRegensburg, 14. November 2013 (Fartlek) - Eine Woche nach dem Cross-Auftakt in Ingolstadt und kurz vor dem Abflug zum Nationalmannschaftseinsatz in Chiba sprach Fartlek.TV mit Philipp Pflieger über Marathonerfahrungen, das Abenteuer Ekiden-Staffel in Japan und die Cross-EM in Belgrad.

 

Fartlek: Wie bist du mit dem tiefen Geläuf in Ingolstadt klar gekommen, nachdem dein letzter “Wettkampfeinsatz” auf dem harten Asphalt von Frankfurt war?

Philipp: Ich muss gestehen, ich habe mich auf der Straße in Frankfurt zunächst “sicherer” gefühlt, als auf den ersten Runden in Ingolstadt über Stock und Stein. Das hat sich aber spätestens nach den 3,1km der Mittelstrecke gegeben und hat meiner Ansicht nach einfach damit zu tun, dass es nun ja doch schon eine Weile her ist, seit dem letzten Cross-Rennen im Frühjahr. Der Schritt ist einfach ein anderer und während man es auf Asphalt relativ leicht “rollen” lassen kann, muss man im Cross doch den Fuß immer wieder vom Gas nehmen, um dann nach der nächsten Spitzkehre wieder anzutreten.

Fartlek: Wie war die Erfahrung beim Frankfurt-Marathon für dich? Wann möchtest du dieses Tempo auf der vollen Marathonstrecke durchlaufen können oder gibt es dein Marathondebüt schon 2014?

Philipp: Die Erfahrungen, die ich in Frankfurt hautnah sammeln konnte schätze ich als sehr wichtig ein. Es war für mich eine ideale Gelegenheit ein gutes Training, mit einer (Teil-) Streckenbesichtigung zu verbinden und sich mit der Marathonatmosphäre und allem was dazu gehört, vertraut zu machen. Die Pläne gehen derzeit tatsächlich dahin, dass ich mich – vorausgesetzt alles läuft nach Plan – im Herbst 2014 erstmals an der Marathonstrecke versuchen will. Was das Tempo bzw. die Zielzeit beim Debüt angeht, kann ich gegenwärtig natürlich kaum konkrete Aussagen treffen, aber mein Trainer Kurt Ring wird mir zur rechten Zeit schon mitteilen, was er für möglich hält.

Fartlek: Als nächstes steht ein Trip nach Japan zum Ekiden Mannschaftsmarathon an. Weisst du schon was dich dort erwartet und worauf freust du dich am meisten?

Philipp: Zunächst einmal freue ich mich über das in mich gesteckte Vertrauen durch meinen Bundestrainer Wolfgang Heinig. Über etwaige Pläne für das Ekiden-Projekt wusste ich im Groben schon seit dem 10.000m Europacup im Juni. Dass dies nun tatsächlich umgesetzt wird, finde ich toll, denn es bietet nicht nur ein wie ich finde spannendes Mannschafts-Format, sondern auch für uns alle die Möglichkeit sich individuell (über die Teilstreckenabschnitte) mit internationaler Konkurrenz zu messen. Außerdem habe ich schon häufiger gehört, dass die Japaner ein absolutes Faible für das Laufen haben und derartige Events dort Kultstatus genießen. Außer unserem Abflugdatum am 19. November ist mir, was unser sonstiges Programm bis zum Tag des Rennens (23.11.) anbelangt, bislang noch nichts bekannt.

Fartlek: Wie passt der Wettkampf in Japan in die Vorbereitung auf die Cross EM und welchen Stellenwert hat die Cross EM für dich?

Philipp: Zunächst einmal muss man sehen, dass ich – trotz einiger Anpassungsschwierigkeiten beim Wiedereinstieg ins Training – viel früher mit der Vorbereitung für 2014 begonnen habe, als das die letzten Jahre der Fall war. So habe ich schon einige Wochen mehr Training in den Beinen. Das ermöglicht überhaupt erst diese Wettkampfreise nach Fernost, ohne dabei “Training zu verschenken”. Seit meinem letzten Start bei einer Cross-EM (in der U23 Klasse) sind schon einige Jahre vergangen. Ich bin mir im Klaren, dass bei den Männern natürlich ein ganz anderer Wind wehen wird, aber ich würde mich freuen die Herausforderung annehmen zu dürfen und es wäre natürlich schön, wenn wir ein deutsches Männer-Team am Start hätten. Die Cross-EM an sich ist eine gute Möglichkeit zum Jahresende sich noch einmal mit der europäischen Konkurrenz zu messen und neben dem Einzelstart auch wieder eine der wenigen Möglichkeiten als Läufer im Team aufzutreten.

Fartlek: Hat dir der Bundestrainer signalisiert, was er von dir in Japan erwartet, damit er dich dann auch für die EM nominiert?

Philipp: Was das anbelangt hat Herr Heinig überwiegend mit meinem Trainer gesprochen. Sowohl er, als auch seine Frau Kathrin Dörre-Heinig (Bundestrainerin Marathon), werden in Japan mit vor Ort sein und sicherlich die richtigen Schlüsse aus unseren Ergebnissen ziehen.

Fartlek: Welches Ziel hast du dir für Belgrad gesteckt?

Philipp: Um ganz ehrlich zu sein habe ich mir für Belgrad noch kein konkretes Ziel gesetzt. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen bin ich im Moment noch überhaupt nicht für das Rennen nominiert und habe auf europäischer Ebene im Cross in der Männerklasse noch keine Erfahrungen gemacht. Nicht zuletzt gelten im Cross oft eigene Gesetze, aber ihr könnt euch sicher sein, sollte es so weit sein, werde ich mich reinhauen und mein Bestes geben!

 

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