Zum ersten Mal auf dem W40-Trepperl

 Heiss DM-HM12 volkefotoDa ist er nun also: der erste "echte" Seniorinnentitel. Eigentlich klar, weil ja niemand jünger wird und mein Spiegel das auch meint, aber irgendwie bin ich jetzt doch überrascht... Ist es denn wirklich schon so weit? Dabei ist diese Illusion doch manchmal so schön - wenn mir mein MP3-Player den Punk der 90er vorsingt und ich in meinem Lieblingstempo am See entlang laufe, fühle ich mich schon 'mal...schwerlos. Nein!, das natürlich nicht, aber doch zumindest alterslos. Und doch steht auf meiner zuletzt erlaufenen Urkunde "Bayerische Seniorenmeisterin". Das hat fast einen leichten Nachgeschmack von "Altennachmittag". International geht man etwas charmanter mit den Ü-40 Athletinnen und Athleten um: sie heißen "Masters".

 

Der Sport liebt eben seine Euphemismen. Eine Athletin, die schon einige Jahre auf dem Buckel (oder wie in meinem Fall, einige Kilometer auf dem Tacho) hat, nennt man "erfahren". Läuft frau dann trotzdem weiter, sagt man ihr nicht irgendwann, dass es langsam Zeit zum Aufhören wäre, sondern sie wird als "arriviert" betitelt. Genauso heißt eine Skifahrerin mit einem nicht ganz GNTM-tauglichem Hinterteil "gute Gleiterin" und ein leicht übergewichtiger, trainingsfauler Fußballer "formschwach". Aber ich schweife ab. Es ging ja um die "Masters". Ein Rätsel wollte ich in diesem Zusammenhang nämlich noch lösen.


Vor Jahren stellte sich ein junger Vereinskamerad, der gerade seinen ersten Halbmarathon bestritten hatte, die Frage, ob denn "Langstreckler vor dem Rennen nicht dehnen würden" - und mutmaßte, dass "wenn schon die Strecke lang ist, wenigstens die Muskeln kurz sein dürften". Oh nein! Mitnichten! Das Geheimnis ist, dass wir "Masters-Langstreckler" schon früh aufstehen, um noch im Hotelzimmer so lange gymnastische Übungen abarbeiten, bis wir uns aufrecht laufend und einigermaßen kooridiniert und schmerzfrei fortbewegen können!

Waddle on, friends!

Emmamama