Sichtweise  eines eigentlich außen Stehenden, der trotzdem mittendrin ist

Huglfing, 30. Juni 2014 (Kristian Volke) –  Ein interessanter Artikel von Lothar Pöhlitz auf den Seiten der Coaching Akademie mit dem Titel "Zur Rolle des Trainers und seiner positiven Anleitung“ hat mich zu weiteren Überlegungen inspiriert. Mit der ersten Entstehung eines neuen menschlichen Individuums geht es um zwei elementare Thesen: Verbundenheit und Wachstum. Diese beiden Grundbedürfnisse gilt es zu stillen, zu fördern zu wecken. Gelingt das nicht, verkümmert, entartet das Individuum.

 

In Kürze für den Sport gesprochen bedeutet das, dass zwischen Trainer und Athleten ein Verhältnis existieren muss, welches diese Verbundenheit ermöglicht. Mit Wachstum ist nicht nur das körperliche Wachstum gemeint, sondern besonders das der Persönlichkeit, der Freiheit, der Verantwortung und anderer Werte. Eines ist unbestritten bei den Psychologen und Hirnforschern: Beiden, Verbundenheit und Wachstum, kommt eine Schlüsselrolle in der gesamtheitlichen Entwicklung eines Menschen zu.

 

Der Ansatz, Leistungssteigerung  über die Unmenge von nicht genutztem Hirnpotential zu suchen, ist gut, denn dieses ist unbegrenzt und jederzeit bis ins hohe Alter förder- und formbar. Dort entsteht Wille und Motivation. Allerdings muss ich Lothar Pöhlitz heftig widersprechen bezüglich seiner These vom Siegergen. Es ist möglich über die Entwicklung von Spiegelneuronen Strukturen im Hirn aufzubauen, die dem Umfeld ähneln. So zum Beispiel kopiert man automatisch ein erfolgreiches Vorbild und die Eltern rufen dann ganz begeistert aus: "...ach, ganz der Vater!" Es sind aber Spiegelneuronen im Hirn, die sich zu Strukturen verbinden und dann das manifestieren, was man innere Haltung nennt. Diese Haltung ist allerdings auch anders erreichbar. Genetisch fixiert ist sie nicht.

 

Sollte der DLV oder wer auch immer sich mit dem Thema tiefer und wissenschaftlicher beschäftigen wollen, so empfehle ich z.B. den Neurobiologen und Psychologen Professor Gerold Hüther anzuhören, wenn er über die Zusammenhänge des menschlichen Handelns, den An-/Trieben erzählt. In kurzer Zeit wird hier logisch und klar formuliert verständlich, wie wir funktionieren. Reduziert auf wenige Worte: Er bestätigt, dass ein Trainer seine Schützlinge lieben muss, denn dann gibt er Ihnen Verbundenheit und den Raum zum eigenmotivierten Wachstum.