Alle Telis-Läufer sind stolz auf ihren Dreispringer

ZieglerManuel2 DM14 KiefnerfotoUlm, 26. Juli 2014 (Manfred Ziegler) - Hop, Step, Jump, drei Sprünge, Rekord, Sieg und erstes Aktiven DM Gold. Manuel Ziegler, schon im Vorjahr bester, deutscher Dreispringer, holte sich erstmalig im Ulmer Donaustadion DM-Gold im Dreisprung  der Männer ab. Medaillen bei nationalen Titelkämpfen hat er reichlich gesammelt, bereits mit 14 Jahren, im Schülerbereich, damals im Mehrkampf. Da kannte er den Dreisprung noch nicht. Ein Jahr später holte er sich dann in eben  jener Disziplin den bayerischen Hallenrekord im Schülerbereich. Mit 16 der erste nationale Titel in der Jugend, weitere in den Folgejahren bis in die Juniorenklasse. Bei den Aktiven bereits mit Silber und Bronze dekoriert, machte er mit 23 Jahren jetzt sein Meisterstück.
Leistungsmäßig war es sein stärkstes Wettkampfjahr. Trotz Mehrfachbelastung mit Praktikum, Bachelor-Arbeit und jetzt inmitten seiner Abschlussprüfungen konnte er mehr als nur ein solides Wettkampfjahr abliefern. Mit 15,95 Metern  zum Auftakt in Ingolstadt, 15,94 Metern in Genf, in der Schweiz, 16,24 Metern in Rehlingen bei den Ausscheidungskämpfen für die Team-EM in Braunschweig und schließlich 16,04 Metern bei seinem Titelgewinn bei den Süddeutschen Meisterschaften in Regensburg hielt er die Formkurve konstant hoch.

 

 Ebenso glänzte aber auch die deutsche Dreisprung Konkurrenz in diesem Jahr, so dass die Entscheidung bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Ulm eine spannende werden sollte. Die Qualifikationsleistung lag bei 15,00 Metern, 6 Springer überboten die 16 Meter Marke im Vorfeld. Selbst der Bundestrainer konnte sich an keine größere Leistungsdichte im nationalen Männer-Dreisprung erinnern. In der Bestenliste stand Manuel Ziegler vor der Aktiven-DM auf Platz 5. Doch trennten die 16 Meter- Springer auf den Plätzen teilweise nur wenige Zentimeter.

 

Meisterschaftskonstanz zeigte in den vergangenen Jahren lediglich Seriensieger Andreas Pohle, der schon mal die deutschen Farben bei den Olympischen Spielen getragen hatte. Er ist der Titelhamster unter freien Himmel: Achtmal stand er hier schon ganz oben auf dem Treppchen und ging auch mit der besten Vorleistung in den Wettbewerb. Im Dreisprung ist das Brett leicht übergetreten oder viele Zentimeter sind schnell verloren. Präzisionsarbeit im Anlauf, Geschwindigkeit, der optimale Mix aus Sprungkraft und Technik, ein Schuss Risiko und eine Prise Glück, das ist die Formel zum DM Titel. Dem LG Athleten ist das Rezept am besten aufgegangen.

 

Im ersten Durchgang stimmten allerdings die Zutaten noch nicht. Nach dem durch heftige Regenfälle begleiteten Einspringen lagen zunächst Martin Jasper (LC Rehlingen, 16,37 m), Martin Seiler, (ABC Ludwigshafen, 16,32 m) und Andreas Pohle (ASV Erfurt, 16,27 m) vorne. Dann wurden die Verhältnisse ganz schön durcheinander gewirbelt. Der Papierform nach nicht auf einem Medaillenrang, packte Manuel Ziegler die erste Hammerweite aus: 16,49 Meter, so weit wie nie, mit etwas zu viel Windunterstützung, aber jetzt in Führung liegend.

 

Im vierten Versuch zog er die Stellschrauben nochmals an, jetzt der Wind optimal und im gültigen Bereich, ein Flug jenseits der 16,50 Meter Marke. Gebanntes Warten, erwartungsvoller Blick auf die Stadiontafel und das Aufleuchten der Weite von 16,54 Metern. Der letzte Durchgang war sein schnellster, Hop und Step noch weiter, im Jump konnte er  die Kräfte nicht mehr kontrollieren und musste abbrechen. Direkt im Anschluss ging es in die Coaching Zone, zu seinem Trainer, Jörg Elbe ( Dresdner SC), Umarmungen, Glückwünsche, Gratulationen und eine feierliche Siegerehrung vor einem großen, Leichtathletik interessierten Publikum.