Telis-Mittelstreckler über 1500m am Start

orth DM2013 kiefnerfotoBerlin, 30. August 2014 (Wotruba/Ring) - Florian Orth ist beim traditionellen Berliner ISTAF, dem einzigen deutschen Meeting mit Weltniveau, um 17.15 Uhr dran, kurz vor den abschließenden 100m Sprints. Es gilt sein Sturz-Trauma von Zürich zu korrigieren. "Für mich soll das ein schöner Abschluss werden", sagt Orth. Am besten, so wie vor zwei Jahren, als mir mit der damaligen 3:34,56 ein gewisser Durchbruch gelang. Die Wade ist noch da. Jene, die nach dem EM-Finale drei Mal genäht werden musste.


Auf der Rundbahn hat er sich aber schon wieder zurecht gefunden. Zumindest im Schonbereich. Bei einem Meeting am Donnerstagabend in Bergisch-Gladbach hat er seiner Freundin Maren Kock ebenfalls über 1500m Schrittmacherdienste geleistet. Zur Bestzeit hat es für sie mit einer 4:17,21 nicht mehr gereicht. Die Luft ist eben nach den Höhepunkten mit dem DM-Titel über 1500m und der EM-Teilnahme doch ein wenig raus. "Das ist doch in Ordnung", sagt Telis-Teamchef Kurt Ring, "wär's anders herum, hätten alle gesagt, warum hat sie das nicht vorher schon gebracht. Maren hatte ein wunderbares Jahr, auch wenn nicht alle Träume sich erfüllten."

 

 

Florian Orth knabbert natürlich auch immer noch an seiner Sturzmisere. "Aber es hilft ja nichts, Mund abwischen und weiter geht's", sagt der 25-jährige Telis-Läufer, der nach Zürich drei Tage pausieren musste und nur knapp vor dem ISTAF die Fäden seiner Sturzwunden gezogen bekam. " Vielleicht mache ich auch noch einen 3000m-Lauf in Rieti, wenn ich überhaupt ins Rennen komme, um mal unter acht Minuten zu laufen und die Option zu testen, irgendwann Richtung 5.000m zu gehen", sagt Orth.

 

Auch Teamkollegin Thea Heim zog am Donnerstag noch einmal die Spikes an. Sie hatte überraschend eine Einladung zum legendären Züricher Diamond league Meeting erhalten. Im Nachwuchswettbewerb durfte sie die 800m laufen. Es lief dann doch nicht so, wie sich Coach Norman Feiler und seine Athletin das vorgestellt hatten. Die vor ihr laufende ehemalige Deutsche Meisterin Sonja Mosler brachte sie bei deren Ausstieg aus dem Rennen ins Stolpern. Der Rhythmus war weg, die Zeit auch. 2:10,02 Minuten bedeuteten Platz acht. Es war trotzdem ein großartiges Erlebnis für Trainer und Athletin.