Philipp Pflieger und Julian Flügel wollen in Frankfurt unter 2:15 Stunden bleiben

Pflieger DM-Strasse VolkeFotoRegensburg, 22. Oktober 2014 (orv) –  Das Beste kommt zum Schluss, heißt es immer so schön. Für die Telis-Läuferschar ist eigentlich in München schon Schluss gewesen. Bei den dort stattfindenden Deutschen Marathonmeisterschaften setzten die Damen vor vierzehn Tagen ein Sahnehäufchen nach dem anderen auf den reichlich üppigen Telis-Erfolgskuchen der zurückliegenden Saison. Jetzt stürzen sich noch drei Telis-Männer beim Frankfurt-Marathon ins große Läuferabenteuer. Philipp Pflieger debütiert am Main und sein Teamkollege Julian Flügel will beweisen, dass seine 2:15:39 Stunden aus dem Hamburger Frühjahrsrennen kein einmaliges Ausnahmeergebnis waren. Oldie Dennis Pyka, schon über 40 Jahre alt und seines Zeichens Deutscher Marathonmeister von 2010, feiert ein Comeback und will damit für ein Mannschaftsergebnis sorgen, das Deutschland schon seit mindestens zwanzig Jahren nicht mehr hatte: Eine Zeit unter sieben Stunden.

 


Pflieger12 Usti2014 Volkefoto„Ich habe den Philipp vor einem Rennen noch nie so fokussiert erlebt wie dieser Tage“, sagt Coach Kurt Ring über seinen Schützling. Der spricht vom „großen Respekt“, den er vor seinem ersten Marathonrennen hat. Beide wissen nicht, was auf Regensburgs Vorzeige-Langstreckler zukommt. Ganze fünf Sekunden fehlten dem Schlacks im Sommer bei seinem einzigen 10.000m-Rennen für die Europameisterschaften in Zürich. Nun will er zeigen, was er auf der längsten olympischen Distanz drauf hat. „Es ist ein erster Versuch, den Philipp sehr zurückhaltend angehen will. Es geht um keine Norm, um keine neue Bestzeit und um keinen Titel. Es geht nur darum, Marathonerfahrungen zu sammeln und zu sehen, wie er mit der ganz langen Strecke umgehen muss“, relativiert sein Coach. „Ich werde mich bis zu Kilometer 30 mit der Gruppe um Julian und mich mittreiben lassen und möglichst wenig selber tun. Es wäre riesig, wenn denn die Halbmarathonmarke um die 1:07:15 Stunden überlaufen werden könnte“, sagt Philipp Pflieger zu seinen Plänen, „unter 2:15 wäre schon was.“

 

Fluegel1 DM-Halbmarathon14 KiefnerfotoDas will auch Teamkollege Julian Flügel realisieren. Er, der bei seinem Debüt in Hamburg, damals als bester Deutscher mit formidablen 2:15:39 Stunden nur neun Sekunden über der damaligen Europameisterschafts-B-Norm, so positiv überraschte, will nun auch vorsichtig die Tür zu den 2:14 öffnen. Mit seinen 1:05:15 vor gut vier Wochen auf der halb so langen Distanz hat Julian Flügel gezeigt, dass er es kann. Sie waren immerhin Hausrekord für ihn. Und im Gegensatz zu Philipp Pflieger weiß er, welche Unwägbarkeiten der Marathon beinhaltet, der meist erst dann angeht, wo man sich als läuferisches Greenhorn vielleicht schon im Ziel wähnt. Vielleicht gelingt es beiden Telis-Läufern auch, sich gegenseitig zu unterstützen.

 

pyka dennis1 dm-marathon2010 kiefnerfotoIn der Form für eine Zeit unter 2:20 Stunden ist Altmeister Dennis Pyka nicht mehr ganz. Trotzdem fühlt er sich nach zwei ordentlichen Halbmarathontests wieder fit für den Marathon. „Wenn die beiden da vorne nur einigermaßen in ihren Vorgaben bleiben und ich auch nur ordentlich irgendwo zwischen 2:24 und 2:25 Stunden ankomme, gäbe das ein Mannschaftsergebnis, das Deutschland seit fünfzehn Jahren nicht mehr hatte“, sagt er zum Frankfurter Unternehmen. In der Tat haben die drei Regensburger eine Teamzeit von unter 7 Stunden in den Beinen, was einem Schnitt von unter 2:20 Stunden pro Läufer entspricht. „Damit stellen wir unter Beweis, dass die „Blauen“ auf allen Strecken zu den Besten Deutschlands gehören und als Team erst recht“, sagt Kurt Ring zu der Stärke seiner Jungs. Im nächsten Jahr hätte der Frankfurt Marathon sogar Meisterschaftscharakter. Am 25.10.2015 werden dann in der Mainmetropole die nationalen Titelkämpfe über 42,195 Kilometer innerhalb des Stadtmarathons ausgetragen. Mal schauen, ob dann die Telis-Armada wieder vorne mitmischt – zumindest national gesehen.