Coco Harrer und Maren Kock mit verhaltenen Zeiten und doch gleich vorne dran

Harrer1 DM-Halle14 KiefnerfotoRegensburg, 28. Januar 2015 –  Zeiten um die 4:20 Minuten über 1500m sind für die nationalen Meisterinnen der letzten vier Jahre Corinna Harrer und Maren Kock Leistungen, die sie selbst nicht unbedingt vom Hocker reißt. Es sei denn, es ist Januar und das Ganze ist letztendlich nur eine Tempospritze für ein kurzes Hallen-Intermezzo. Mangels einer eigenen Trainingshalle müssen beide ihre Wintersaison etwas anders aufbauen. Was heißt hier müssen, vielleicht kommt das den beiden sogar ein wenig zugute. Eine Woche nach dem anstrengenden vierzehntägigen Trainingslager in Monte Gordo sieht die Welt der Läuferinnen meistens sowieso sehr ermüdend aus. „Da kommt ein Leistungsloch“, sind sich beide einig, die ungewohnt härtere Arbeit im Trainingscamp fordert eben seinen Tribut.

 

 

Beide ließen sich davon letzten Samstag nicht schrecken. Es war eben nicht anders möglich. Sie konnten sich psychisch drauf einstellen. Sie kennen die Abläufe. Es sind immer dieselben. „Diesen Vorzeichen geschuldet ging’s erstaunlich locker“, sagte Coco Harrer nach dem Rennen beim Münchner Hallen-Meeting und auch von Maren Kock wurde berichtet, dass sie nur ein einziges Mal ihre Lockerheit verlor, als sie im Finish einen unachtsamen Kampfrichter von der Bahn räumen musste. Zeiten im 4:20er Bereich regen die beiden Regensburgerinnen, die sonst in der Kategorie 4:10-4:04 denken eben weniger auf.

 

Überraschend ist es dennoch, dass die weitaus mehr auf die Hallenrennen fokussierte Konkurrenz nach Abrechnung des Wochenendes samt und sonders hinter ihnen lag. „Natürlich wird die eine oder andere den Spitzenwert von jetzt, diese 4:18,56 Minuten von Coco Harrer, in den nächsten Wochen toppen“, weiß Coach Kurt Ring, „die beiden werden nicht kontern, die 1500m sind für diesen Winter Geschichte. Jetzt gilt das Augenmerk den 3000m.“ Der Idealweg kann dann sein, muss es aber nicht sein: Über eine schnelle Zeit beim Internationalen in Karlsruhe am kommenden Samstag möglichst unter den vom DLV für die Hallen-Europameisterschaften geforderten 9:01,00 Minuten zu den Deutschen Meisterschaften drei Wochen später an gleicher Stelle auf dem Trepperl und dann direkt in die tschechische Hauptstadt.

 

Corinna Harrer hat das mit ihrer sensationellen Silbermedaille vor zwei Jahren schon einmal vorgemacht. Es sind nur vier Rennen, wenn man in Prag den Vorlauf überlebt, doch die müssen sitzen. „Mit möglichst geringem Aufwand einen möglichst optimalen Ertrag erzielen“ heißt die Devise. „ Bereits im Frühjahr kräht kein Hahn mehr danach, was in der Halle war, dann zählt nur noch Peking, wo Ende August die Weltmeisterschaften stattfinden. Eine Corinna Harrer hat meisterschaftsmäßig schon fast alles erreicht, an der Teilnahme bei den großen Weltmeisterschaften hat sie sich bisher die Zähne ausgebissen. Vor vier Jahren war sie mit 19 Jahren noch zu jung, vor zwei Jahren warf sie eine Salmonellenvergiftung aus der Bahn. Maren Kock, die schon zwei Europameisterschaften hinter sich gebracht hat, hat auch noch keine Weltmeisterschaftsluft geschnuppert.

 

Deren Teamchef Kurt Ring sieht das Hallen-Unternehmen als Ganzes sowieso gelassen: „Eine Trainingshalle wäre ein Quantensprung für beide, weil man die Basics eines komplexen Aufbaus eben nicht bei Minustemperaturen im knöcheltiefen Schnee abtrainieren kann. Am eigentlichen Saisonaufbau werden wir jedoch nichts ändern. Schließlich hatten die Freiluftmeisterinnen 2011 bis 2014 immer das blaue Regensburger Telis-Trikot dran, auch wenn wir im Winter ob unserer etwas anderen Sichtweise stets gerne belächelt wurden.“