Terminüberschneidungen führen zu Startverzicht

Plinke Anna3 HLVRegensburg, 28. Januar 2015 (orv) –  „Schade, dass heute nicht die Landesmeisterschaften waren“, sagte Corinna Harrer nach ihrem 1500m-Rennen beim Munich indoor am letzten Samstag. Tatsächlich hat die Verschiebung der Landesmeisterschaften vom traditionellen Termin am dritten Wochenende des Januars nach hinten ans Monatsende vielen Assen der weißblauen Leichtathletik eine weitere Startmöglichkeit genommen. So wird man denn Harrer, Kock, Orth und co nicht in den Ergebnislisten von Fürth finden, weil gleichzeitig in Karlsruhe das „Internationale“ stattfindet und Topathleten natürlich die internationale Konkurrenz suchen, sofern sie in solche Rennen überhaupt reinkommen.

 

 

So bleibt einem Mehrkämpfer wie Simon Ziegler und Läuferin Anna Plinke die Aufgabe, das winzige Telis-Fähnchen im Fränkischen hochzuhalten. Erstgenannter wird über 60m, 60m Hürden und im Stabhochsprung am Start sein, während Anna Plinke versuchen wird, über 3000m unter der Norm von 9:50min für die Deutschen Hallenmeisterschaften zu bleiben. Sie geht das Unternehmen relativ entspannt an, weil sie bereits am 11. Januar jenes Limit für die 1500m eingetütet hat.

 

Es sind schleichende Prozesse, die der Basis-Leichtathletik – und dazu gehören einmal Landesmeisterschaften in der Halle – auf Dauer schwer zu schaffen machen werden. Die Asse suchen die Konkurrenz, was sie letztendlich dann auch zu Assen macht. Wenn diese Konkurrenz fehlt, wandern auch die Asse ab. Ein Weg wäre, wenige der großen bundesdeutschen Landesmeisterschaften einfach offen zu gestalten, um nachträglich die wohl unvermeidlichen jeweiligen Landesmeister heraus zu werten. Die Leichtathletik lebt vom Kampf um die vorderen Plätze und nicht von Alleingängen.

 

Der Rest an Telis-Leichtathleten, die in Fürth antreten werden, lässt sich an beiden Händen abzählen. Neben Ziegler und Plinke sind dies die Jugendlichen Christoph Schottenloher mit seinem 800m Debüt und Tim Englbrecht mit der Aussicht auf eine Medaille, beide über 800m der U20. Eine Klasse drunter in der U18, wollen Celine Drössler (800m) und Eva Schien (3000m) möglichst auch auf’s Trepperl. Außerdem ist noch Katharina Hübner über 60m am Start. Bei den Frauen unterzieht sich Juliane Straub einem 3000m Formtest und bei den Männern könnte Sebastian Viehbeck auf der gleichen Strecke sogar in Medaillennähe kommen. Der Großteil der Telis-Langstreckenarmada mit Philipp Pflieger, Steffi Volke und Neuzugang Anja Schneider werden beim 22. Johannesbad Thermen-Marathon am Sonntag in Bad Füssing die 10km auf der Straße laufen.