BMI fordert den DOSB und sein Verbände auf Ihre Hausaufgaben zu machen

DOSB-logoBundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat anlässlich der Unterrichtung der Bundesregierung zum 13. Sportbericht im Plenum des Deutschen Bundes-tages u.a. eine harsche Kritik an der Arbeit der für den Hochleistungssport zuständigen Institutionen, dem DOSB und den Sportverbänden geübt: "Wir stehen am Scheideweg. Entweder gehen wir allmählich immer mehr ins Mittelmaß mit sinkender Tendenz, verdeckt durch einige herausragende Einzelsportler oder wir finden den Weg zurück in die Spitzengruppe der großen Nationen der Welt, wo wir als Spitzensportnation hingehören".

"Die Arbeit für den Sport ist auch ein Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sport verbindet und schafft gemeinsame Erlebnisse", so der Minister. "Sport ist [aber auch] ein Imageträger für unser Land. Deutschland ist eine in der Welt hoch angesehene Nation - auch wegen seiner Spitzenleistungen im Sport." Nicht zuletzt die eher enttäuschenden Ergebnisse der Athletinnen und Athleten von Sotschi haben gezeigt, dass Deutschland Gefahr laufe, den Anschluss an die absolute Weltspitze zu verlieren.

Konzept für Neuausrichtung des Spitzensports dringend

De Maizière informierte dass er gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hörmann vereinbart habe, die Strukturen der Spitzensportförderung auf den Prüfstand zu stellen und bis zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im Jahr 2016 ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. "Wir haben unsere eigene Sporttradition. Die ist von Vielfalt geprägt, ohne Breite keine Spitze", so der Bundesinnenminister, um dann aber einzuschränken: "Es wird auch darüber zu diskutieren sein was Breite in einem System des Spitzensports bedeutet? Breite kann nicht bedeuten alles gleichmäßig zu fördern und das wir alles machen können."

In diesem Zusammenhang forderte der Minister eine umfassende Analyse, die sicher schmerzhaft, aber letztlich unumgänglich sei und führte dazu die Arbeit der einzelnen Sportverbände, aber auch Rahmenbedingungen wie Trainer, Stützpunkte, Nach-wuchsarbeit oder die sportwissenschaftliche Unterstützung an.

Neue Maßstäbe für Deutschlands auftreten bei Olympia 2024

„Es wäre eine Chance wenn wir nicht nur der Welt, sondern uns selbst beweisen können, dass wir im Stande sind ein solches Großprojekt fristgerecht, termingerecht, rechtsstaatlich, mit Bürgerunterstützung, vernünf-tig und mit nachhaltiger Nutzung hinzukriegen. Das wäre ein Erziehungsprojekt weit über Olympia hinaus - auch nach innen" gab de Maiziére eine erfreulich neue Richtung vor, dachte dabei sicher an den Großflughafen Berlin, unsere Riesenprobleme in der Infrastruktur (Strassen & Bahn) oder vielleicht auch an den rückständigen Schulsport innerhalb der Bildungspolitik. Schließlich führte er weiter aus dass mit einer solchen Olympiabewerbung Struktur-veränderungen in der Spitzensportförderung erforderlich sind und sicherte gleichzeitig die Unterstützung der Bundesregierung zu.

"Jeder und jede sollte sich bewusst machen: die Chance, Olympische Spiele in der eigenen Stadt oder im eigenen Land zu haben, hat man vielleicht nur einmal im Leben. [...] Ich glaube Olympische Spiele sind eine einmalige Möglichkeit und Chance, der Welt unser Land so zu präsentieren, wie wir sein wollen: fröhlich, leistungsorientiert, patriotisch und weltoffen."

© germanroadraces.de / aufbereitet und gekürzt von Lothar Pöhlitz