Maren Kock, Thea Heim und Florian Orth wollen bei Hallen-DM auf das Podest

Kock1 DM-Halle14 KiefnerfotoRegensburg, 16. Februar 2015 –  Eigentlich könnte die Ausgangslage der beiden Telis-Asse Maren Kock und Florian Orth bei den diesjährigen Deutschen Hallenmeisterschaften, die am kommenden Wochenende in der Karlsruher Messehalle stattfinden, nicht komfortabler sein. Beide haben sich bereits im Vorfeld mit der Erfüllung der Normleistungen für die Hallen-Europameisterschaften in Prag (6.-8. März) empfohlen. Maren Kock geht dabei im Badischen sogar als Titelverteidigerin ins Rennen, sofern sie überhaupt die 3000m läuft. Als amtierende Freiluftmeisterin des vergangenen Jahres über die 1500m liebäugelt sie nun auch in der Halle mit der halben Distanz. Auch Teamkollege Florian Orth hat dieses doppelte Repertoire drauf, ist sogar als einziger Deutscher bereits im Besitz beider Normleistungen für die EM. Mit dem Blick auf den DM-Titel wird es aber auf beiden Distanzen schwer, weil mit dem EM- Vierten über 5000m Richard Ringer und dem EM-Fünften über 1500m Homiyu Tesfaje zwei ungleich härtere Rivalen im Wege stehen. Thea Heim, drittes Telis-Ass bei den Deutschen Hallenmeisterschaften, weiß ebenfalls noch nicht genau, auf welcher Distanz sie ihre Medaillenchance suchen soll. Sie ist über 800m, 1500m und die 3000m gemeldet.

 

 

Maren Kock hat sich als einzige des Dreigestirns noch einmal mit Teamkollegin Corinna Harrer, die diesmal die Halle ausfallen lassen wird, zusammen mit Chefcoach Kurt Ring im portugiesischen Trainingscamp Monte Gordo eine Woche lang akribisch auf die Titelkämpfe vorbereitet. „Eigentlich wollte ich angesichts des 3000m Starts bei der EM bei den nationalen Titelkämpfen auf die 1500m setzen. Ergibt sich aber über die doppelt so lange Distanz eine Konstellation, die mir günstiger auf dem Weg zu Gold erscheint, können es auch wie im letzten Jahr die 3000m sein“, sagt Maren Kock zu ihren Absichten. Gewonnen hat sie in der Halle schon beide Strecken und in taktischen Spurtentscheidungen ist sie immer eine Gold-Anwärterin, auch wenn ihre stärksten Konkurrentinnen Gesa Felicitas Krause (Frankfurt) über 3000m mit ebenfalls erfüllter EM-Norm (9:00,25min) und Hannah Klein (Schorndorf) über 1500m in 4:12,08min schon deutliche Lebenszeichen von sich gegeben haben.

 

Ganz egal, für welche Strecke sich Florian Orth bei den Deutschen Meisterschaften entscheiden wird, bleibt die Ausgangslage gleich. Als alter Taktikfuchs wird er drauf lauern, im Endspurt auf eine Schwäche der Favoriten reagieren zu können, um vielleicht doch wieder wie schon so oft, das Unmögliche möglich machen zu können. Nachdem bereits alle in Frage kommenden Topleute die Normen für Prag abgehakt haben, darf man auf keiner der beiden Mittelstrecken ein schnelles Rennen erwarten. Für den Regensburger, der sich derzeit im Examensstress als angehender Zahnarzt befindet, ist das Unternehmen „Halle“ sowieso ein heißer Ritt, weil die Symbiose aus Hörsaal und Tartanbahn derzeit eine sehr schwierige ist.

 

Auch Thea Heim muss aus universitären Gründen in diesem Winter einige Zugeständnisse an den Sport machen. Dennoch hat sie als Deutsche Hochschulmeisterin über 800m geglänzt und in Linz mit starken 4:17,36min über 1500m überzeugt. Die Form wäre also da für einen Überraschungscoup. „Eigentlich wollen wir unbedingt auch noch die 3000m in der Halle laufen“, sagt ihr Heimtrainer Norman Feiler. Im letzten Jahr hat der in Ulm bei den Deutschen Meisterschaften aber auch noch seine ursprünglichen Absichten kurzfristig, damals für die 800m, über Bord geworfen – und siehe da, sein Schützling holte sich völlig überraschend Bronze. Also lassen wir uns überraschen, was Thea Heim aus der Karlsruher Halle mit heimholt.


Anna Plinke (LG Telis Finanz), die bayerische Doppelmeisterin über 1500m und 3000m ist nun bei der DM keine Medaillenanwärterin, aber an einem guten Tag durchaus eine, die unter die besten Acht laufen kann. So wie im letzten Jahr, als sie über 3000m Siebte wurde, was ihr so vorher auch keiner zugetraut hatte. Ein Dauergast aus dem Telis-Team wird am Wochenende fehlen: Corinna Harrer wird in diesem Jahr die Halle auslassen und sich dem weiteren Aufbau für den Sommer widmen. „Allen, die daraus Tieferes herauslesen wollen, sei von vornherein gesagt: Sie ist weder verletzt, noch schlecht in Form, wir wollen einfach die Sommerziele ganz anders wie in den letzten Jahren in den Vordergrund stellen“, sagt ihr langjähriger Coach Kurt Ring dazu.