Teamkollege Simon Boch setzt dort auf die 5.000m

Dattke1 DM2019Berlin Kiefnerfoto

Regensburg, 1. Juni  2021 (orv) – Acht Sekunden haben Miriam Dattke Anfang Mai in Stockholm für die Olympianorm gefehlt. Das ist nicht viel über 10.000 Meter. 31:33,77 Minuten waren eine ganz neue Dimension, in die die junge Regensburgerin plötzlich reingelaufen war. Natürlich schwirrten ihr schon vor dem Rennen solche Zeiten im Kopf herum, war sie noch schon Anfang März beim Straßenlauf in Berlin exzellente 31:38 Minuten gerannt. „Das sind aber zwei Paar unterschiedliche Stiefel, so ein Ding auf der Bahn zu bestätigen, ist viel schwerer als man denken mag, zumal dann, wenn die Saison noch jung ist“, sagt dazu ihr Coach Kurt Ring. Beide hatten auch schon längst den Europacup über 10.000m in Birmingham im Fokus. Dort, am 5. Juni, sollten „die knapp zehn Sekunden schneller“ auf dem Weg nach Tokio im Kampf gegen starke Britinnen realisiert werden. Letzte  Woche kam dann der Hammerschlag für das Regensburger Lager, das  immerhin mit Dattke und ihren beiden Teamkollegen*innen Domenika Mayer und Simon Boch drei Athleten*innen zum Cup geschickt hätte: Die deutsche Mannschaft reist wegen der in Großbritannien weit verbreiteten indischen Virus-Mutante und der damit verbundenen 14-tägigen Quarantäne nach der Rückreise nicht an!

 

„ Da hast du dann einen ganzen Winter hart trainiert, bist in der Form deines Lebens und stehst plötzlich hilflos im Regen“, so der Grundton der drei erneut um den Lohn Geprellten, „ ist ja nichts Neues, Paris und die ausgefallene EM im vergangenen August lassen grüßen.“ Doch so schnell lassen sich die Regensburger nicht unterkriegen. In Windeseile wird jetzt in der eigenen Stadt vierzehn Tage nach dem Europacup bei der Laufnacht im eigenen Stadion an einer Lösung für Dattke und co. gebastelt. „Den Lauf selbst bei günstigen Abendbedingungen zu installieren, ist nicht das Problem. Adäquate Gegnerinnen auf die Schnelle für ein Rennen, das bereits in Richtung deutschen Rekord geht,  zu finden, ist aber ein ungleich schwereres“, sagt Ring, „Athletenmanager Christoph Kopp wurde sofort nach der EC-Absage beauftragt, entsprechendes Potential zu verpflichten.“ Für die zweite starke Telis-Läuferin Domenika Mayer könnte es immerhin auch schon um eine Empfehlung für die im nächsten Jahr in München stattfindenden Europameisterschaften gehen. „Wir hoffen natürlich, dass sich auch im Bereich zwischen 33 und 35 Minuten etwas tut, sonst ist es so einsam auf der Bahn“, meint dazu LG-Präsident Norbert Lieske.

„Meinen Plan von der der ersten 27er Zeit muss ich wohl verschieben, um Olympia geht’s bei mir auf der Bahn wohl weniger, und auf der halben Distanz brauche ich auch noch eine schnelle Zeit“, erklärt Simon Boch seine Pläne zur Laufnacht. Jedenfalls werden die Regensburger Organisatoren auch für ihn über 5.000m versuchen, entsprechende Tempomacher und auch Gegner zu suchen. Mit am Start werden natürlich auch seine Teamkollegen Tim Ramdane Cherif und Florian Orth sein, auch wenn die unter Umständen nicht so hohe Ziele wie Boch anpeilen können. Regensburg, am 19. Juni, scheint also ein heißer Langstreckenabend zu werden.