In Hamburg startet das Regensburger Laufteam mit einigen Titelverteidiger/innen

Boch simon citylauf marathon dresden21 foto norbert wilhelmi
Regensburg, 13. Oktober 2021 (orv) – Zweieinhalb Jahre ist es her, dass im Frühjahr 2019 in Freiburg die letzten nationalen Titelkämpfe auf der Halbmarathon-Distanz stattfanden. „Wir haben damals abgeräumt, als gäb’s keine anderen mehr“, erinnert sich Telis-Teamchef Kurt Ring noch gut an jenen Tag im Breisgau. Das Regensburger Erfolgsteam ist seitdem keineswegs leistungsschwächer geworden, geht aber ziemlich jungfräulich ohne jegliche Rennerfahrungen in diesem Herbst in die Halbmarathon-Titelkämpfe in Hamburg. Die Männer haben dort einen Dreifachtriumpf zu verteidigen. Frontmann Simon Boch gehört sicherlich zu den ersten Titelanwärtern, hat aber mit Dauerkonkurrent  Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel) auf dem Weg zu Gold eine harte Nuss zu knacken. Titelverteidigerin Miriam Dattke trifft in der Hansestadt vor allem auf die Berliner Zwillinge Deborah und Rabea Schöneborn von der LG Nord, von denen erstere sogar Olympiaerfahrungen im Marathon von Tokyo hat. Nicht zu unterschätzen ist auch die Noch-Jugendliche Blanca Dörfel (SCC Berlin), die sicherlich Dattke in der Juniorinnenwertung beerben wird.

Regensburgs zweite Ausnahmeläuferin Domenika Mayer fehlt in dieser Aufzählung, weil sich diese erst letzte Woche am Hamstring verletzt hat. Somit wird ihr Start eher unwahrscheinlich. „Nachdem sie in den letzten Wochen glänzend in Form war, ist sie untröstlich und will alles versuchen, bis zum Sonntag noch fit zu werden“, berichtet dazu Trainer und Ehemann Christian Mayer. Das schmälert natürlich auch die Gold-Absichten des Telis-Frauenteams, die neben den beiden Topfrauen auch noch die Zweite von der DM 2019, Thea Heim, im Gepäck haben. Etwas besser in der gehobenen Breite sind die Telis-Männer aufgestellt. Nachdem 1:03:45-Läufer Dominik Notz wegen einer hartnäckigen Atemwegserkrankung als Vizemeister 2019 gleich gar nicht am Start ist und auch sein Teamkollege Tim Ramdane Cherif nach einem dreiwöchigen grippalen Infekt nur geschwächt ins Rennen geht, muss der dritte Telis-1:03:27-Mann Konstantin Wedel zusammen mit Boch und dem Trio Kevin Key (pB 1:05,17), Fabian Lutz (pB 1:05:10), Maximilian Zeus (1:06:52) das Ding in trockene Tücher bringen.

Die Juniorinnen und Junioren des Clubs sind noch nicht soweit, über die 21,1km zu starten. „Bei den Frauen und Männern ist alles möglich, von vier Mal Gold bis zu einer Nullnummer. Wenn ich da an Hannover vor einigen Jahren denke, als wir auch als Mitfavoriten galten und am Ende unser bester Mann mit völlig indiskutablen 1:09 und noch ein paar Sekunden ins Ziel joggte, bin ich mal sehr vorsichtig mit allzu optimistischen Prognosen“, übt sich Kurt Ring wieder mal im Zweckpessimismus, um sein derzeit noch etwas instabiles Team nicht allzu sehr unter Druck zu setzen, „eigentlich sind wir schon voll in der Vorbereitung für 2022 und haben jetzt mit den drei Meisterschaften im Halbmarathon, über 10km auf der Straße (Uelzen, 31.10.) und Cross (Sonsbeck, 18.12.) in naher Zeit ziemliche Brocken zu bewältigen.“