Simon Boch und Miriam Dattke holen Einzelgold, beide Teams bei der DM in Hamburg siegreich

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Hamburg, 17. Oktober 2021 (orv) – Manchmal werden Märchen war. Die LG Telis Finanz fuhr zu den Deutschen Halbmarathon Meisterschaften nach Hamburg mit der Bürde, alle Titel in der Frauen- und Männerklasse verteidigen zu müssen – eigentlich  unter den derzeitigen aktuellen Vorbereitungsbedingungen eine „mission impossible“ für Miriam Dattke, Simon Boch und co. Beide Telis-Asse zeigten dann bei ihren erneuten Titelgewinnen überragende Leistungen mit 1:09:59 und 1:02:24 Stunden. Dazu kamen die Teamerfolge mit Thea Heim und Franziska Stemmer sowie Konstantin Wedel und Maximilian Zeus im Verbund.

Erst auf den letzten Metern wurde bei den Männern der Kampf um Gold, Silber und Bronze entschieden – Protagonisten waren zu diesem Zeitpunkt neben Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg), Sebastian Hendel (LG Braunschweig) und Samuel Fitwi (LG Vulkaneifel), die sich auf den Rest des Feldes einen Vorsprung von etwa einer halben Minute erarbeitet hatten. Schließlich entschied auf der langen Zielgeraden der beste Endspurt und den hatte Simon Boch in einer Zeit, die zuvor bei Deutschen Halbmarathonmeisterschaften noch nie erreicht worden war. Im Verfolgerfeld erkämpften sich die beiden Telis-Asse Konstantin Wedel und Maximilian Zeus jeweils mit neuen persönlichen Bestleistungen von 1:03:00 und 1:05:12 Stunden die Plätze vier und neun, gleichbedeutend mit dem erneuten Teamtriumpf in neuem Bayernrekord von 3:10:36 Stunden. "Ich bin froh, dass es am Ende gereicht hat", bilanzierte Simon Boch bei leichtathletik.de. "Immer wieder waren Leute da, die haben einen gepuscht, das war sehr gut. Die Strecke war auch cool mit sehr viele lange Geraden. Wir sind so ziemlich genau auf 3:00-Minuten-Pace losgelaufen. Bei Kilometer zwölf habe ich die erste Attacke gemacht, dann haben die anderen wieder übernommen und waren total schnell. Da musste ich sehr stark kämpfen und es blieb mir am Ende nichts übrig außer zu spurten. Eine Zeit hatte ich mir nicht vorgenommen, ich wollte so lange vorne mitlaufen, wie es geht."

Ganz anders gestaltete sich das Rennen der Frauen: Nachdem mit ihrer Teamkollegin Domenika Mayer die einzige weitere gemeldete Athletin mit einer Bestzeit unter 1:10 Stunden verletzungsbedingt nicht am Start war, bestimmte Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg) ihren „totalen Alleingang“ von der Spitze weg. Ihrem hohen Tempo war erwartungsgemäß niemand gewachsen, sodass die Regensburger Topläuferin ungefährdet ihrem zweiten Titel in Folge nach 2019 (2020 war die Halbmarathon-DM der Corona-Einschränkungen zum Opfer gefallen) entgegenstürmte. Mit ihren 1:09:59 Stunden, dem zweitbesten Rennen der Karriere und zwei Minuten schneller als zwei Jahre zuvor, sowie nur 16 Sekunden von der Bestzeit entfernt, eroberte sie auch noch Platz neun in Europa. Der Husarenritt fiel ihr bei widrigen, nasskalten äußeren Bedingungen „mit Wind“ gar nicht so leicht.  "Ich musste heute viel arbeiten. Da war halt keine Gruppe mehr, das war schon ziemlich hart", stellte die 23-Jährige im Interview fest. Mit dem fünften Platz von Thea Heim (1:14:57h) und der auf Rang 29 mit 1:22:24 Stunden einlaufenden Franziska Stemmer sprang auch hier in der Mannschaftswertung Gold in 3:47:24 Stunden heraus.

Das zweite Telis-Männer-Team mit Kevin Key (16./1:06:21h), Fabian Lutz (22./ 1:07:11h) und Tim Ramdane Cherif (31./ 1:07:53h) blieb als Vierter im Rahmen ihrer derzeitigen Möglichkeiten. Bei den Damen verpasste Mareike Dodschadis mit 1:22:31 Stunden nur um acht Sekunden den Sprung ins Gold-Team.